MEGADETH hauen in den Sack. Nach 43 Jahren trägt Dave Mustaine sein Baby zu Grabe. Da macht es Sinn, dem siebzehnten und letzten Album den Namen der Band zu geben. Am Bass ist Dave LoMenzo bereits nach dem letzten Album zur Band zurückgekehrt, und auch der Posten des zweiten Gitarristen musste mal wieder umbesetzt werden. Für Kiko Loureiro ist nun WINTERSUN-Gitarrist Teemu Mäntysaari in der Band. Drummer Dirk Verbeuren ist seit 2016 dabei und somit neben MARTY FRIEDMAN und Shawn Drover einer von gerade mal drei Musikern, die es zehn Jahre lang in der Band gehalten hat. Länger war neben dem Chef nur Dave Ellefson dabei.
In der Karriere von MEGADETH gab es neben viel Licht auch den einen oder anderen Schatten
Dave Mustaine kann auf eine lange und wechselhafte Karriere mit MEGADETH zurückblicken. Neben Meilensteinen wie meinem Favoriten “Peace Sells… but who´s buying?”, “Rust In Peace” oder dem Mega-Seller “Countdown To Extinction” gab es auch immer mal wieder Durchhänger. Sei es die Phase von Ende der Neunziger bis Anfang der Nuller, in der man mit Alben wie “Risk” oder “The World Needs A Hero” so manchen Fan enttäuschte, als auch zu Beginn der 2010er, als man mit “Thirt3en” und “Super Collider” ebenfalls zwei eher mau aufgenommene Werke veröffentlichte.
Noch einmal mit Gefühl – Dave Mustaine knüpft auf “Megadeth” an die besten Zeiten der Band an
Andererseits kam man jedes Mal auch wieder mit starken Alben zurück und versöhnte die Fans. Generell muss man die Leistung, so lange mit einer Band am Start zu sein, einfach mal anerkennen, egal wie man nun zu MEGADETH steht. Ich persönlich habe die Band nach den starken “United Abominations” und “Endgame” eher ignoriert, auch weil mir Daves politische Irrlichterei auf die Nerven ging. Heutzutage ist man ja froh, wenn sich ein amerikanischer Musiker in diesem Alter nicht gleich als Faschisten-Fan outet. Da wirkt ein Dave Mustaine ja fast schon wieder sympathisch.
Das weiße Cover mit dem Bandmaskottchen Vic Rattlehead im Anzug wirkt edel und dürfte vor allem auf Vinyl richtig gut zur Geltung kommen. Für mich das beste Cover auf einem MEGADETH-Album seit langer, langer Zeit. Und auch musikalisch gibt Dave Mustaine sich auf dem letzten MEGADETH-Album keine Blöße und blickt dabei selbstbewusst auf seine Karriere zurück. In Form der abschließenden Interpretation von “Ride The Lightning“ sogar bis ganz an den Anfang. Seine Version des METALLICA-Klassikers, den er mitgeschrieben hat, ist natürlich stark, kommt aber an das Original nicht ran, und das liegt vor allem am Gesang. Da hat 80er James Hetfield dann doch die Nase vorn.
Auf ihrem letzten Album bieten MEGADETH den Fans noch mal einen Querschnitt durch ihre erfolgreichsten Zeiten
Ok, die richtig wilden Abfahrten der MEGADETH-Frühphase mit Chris Poland und Gar Samuelson spart Mustiane sich 2026. Was ich natürlich schade finde, allerdings auch nicht erwartet habe. So orientieren sich die Songs auf “Megadeth” größtenteils an der Phase von “Rust In Peace” bis “Youthanasia”. Mit “Tipping Point” eröffnet man das Album mit einem brettharten, klassischen Thrasher, von denen man auch im weiteren Verlauf noch den einen oder anderen in petto hat. “I Don´t Care” und “Another Bad Day” sind launische, schnodderige Rocker, während “Hey God?!” oder “Puppet Parade” auch gut auf “Countdown To Extinction” oder “Youthanasia” hätten stehen können. “Let There Be Shred” und “Made To Kill” sind weiteres Futter für die Thrasher. Das Finale (zumindest wenn man den Bonustrack “Ride The LIghtning” ausklammert”) “The Last Note” ist dann nochmal ein richtig starkes Stück zum Abschluss. Ein nachdenklich wirkender Up Tempo Groover, zwischendurch mit klassischen Gitarrenparts. Da hat Dave noch mal einen richtigen Volltreffer gelandet.
“Megadeth” ist ein würdiger Abschluss für die Band – das stärkste Album seit langer Zeit
Und das kann man durchaus auch für das gesamte Album sagen. Unter den zehn Songs ist kein einziger Ausfall, dafür aber eine ganze Menge richtig starker Stücke. Die sehr klare, aufgeräumte Produktion könnte dem einen oder anderen ein Stück zu steril sein, ich finde das Klangbild aber passend. Und dann ist da noch Teemu Mäntysaari, der auf dem Schwanengesang von MEGADETH absolute Weltklasse abliefert. Der Kerl dürfte nach dieser Vorstellung sicher eine Folgeanstellung finden, wenn bei MEGADETH nach der Absciedstour dann endgültig Sense ist. Das alles macht “Megadeth” für mich zum stärksten Album der Band, mindestens seit “Endgame”, vielleicht sogar seit “Youthanasia”. Auf jeden Fall ein mehr als würdiger Abschied!
Veröffentlichungsdatum: 23.01.2026
Spielzeit: 47:13
Line-Up:
Dave Mustaine – guitars, vocals
Teemu Mäntysaari – guitars
James LoMenzo – bass
Dirk Verbeuren – drums
Label: BLKIIBLK Records
Bandhomepage: https://www.megadeth.com
Bandcamp: https://officialmegadeth.bandcamp.com
Facebook: https://www.facebook.com/Megadeth
Instagram: https://www.instagram.com/megadeth
MEGADETH „Megadeth“ Tracklist
01. Tipping Point (Video bei YouTube)
02. I Don’t Care (Video bei YouTube)
03. Hey, God?!
04. Let There Be Shred (Video bei YouTube)
05. Puppet Parade (Video bei YouTube)
06. Another Bad Day
07. Made To Kill
08. Obey The Call
09. I Am War
10. The Last Note
11. Ride The Lightning (Bonus Track)