LAURA COX: Burning Bright

LAURA COX: Burning Bright

LAURA COX kenne ich schon weitaus länger, als ich dachte! Schon vor gut 10 Jahren hat sich die damals blutjunge Französin auf youtube präsentiert und mit ihrem Gitarrenspiel überrascht. Ihre Videos anzuschauen hat immer Spaß gemacht. Da musste aber auch eine Band her, 2013 hat sie mit Gitarrist Mathieu Albian die LAURA COX BAND gegründet. Seit 2015 steht das aktuelle Lineup, mit dem Debütalbum „Hard Shot Blues“ gibt es 2017 einen knackigen Einstand, vor allem zuhause in Frankreich wurde das Album ordentlich abgefeiert. Nun also steht „Burning Bright“ an, um den Rest der Welt zu erobern. Klar fällt es leicht, eine attraktive Musikerin nach vorn zu stellen und die Band auf ihren Namen zu reduzieren. Aber das ist Marketing, LAURA sieht sich als Musikerin und als Teil ihrer Band. Und gemeinsam lassen sie es mit ihrem Southern Hard Blues auch auf „Burning Bright“ ordentlich krachen.

LAURA COX lässt es mit ihrem Southern Hard Blues auf „Burning Bright“ ordentlich krachen

„Fire Fire“ haut passend feurig aus den Boxen. Statt knarzigem Classic Rock-Sound gibt es eine trockene, fette Produktion, die den Songs ordentlich Druck verpasst. Dass Laura und Mathieu zündende Leads abfeuern können, das hatten sie ja schon auf dem starken Debüt bewiesen und Laura natürlich in ihren Videos. So brennt es auch hier, da hört man gern genauer hin. Einen kraftvollen Tritt gibt es mit dem „Bad Luck Blues“, Lauras musikalischen Wurzeln im Classic Rock klingen unverwaschen durch, spätestens zum Solo packt man die Luftgitarre aus. Ein Ruck stärker Richtung Southern Rock zieht sich durch das ganze Album, beim Debüt hätte man noch wetten können, die Band kommt dank reichlich AC/DC-Anleihen ebenfalls aus Australien. Die Southern- und Blues-Vibes, die dort durchschimmerten, dominieren hier auf „Burning Brights“ weitaus mehr. Das kommt sowohl bei „Last Breakdown“ durch als auch beim ruhigeren „Locking Upside Down“ oder „Just Another Game“ mit Lap Steel und eine Prise Country. Hier sind es auch wieder die Leads, die aufhorchen lassen.

Weniger Aussie-Rock, dafür noch mehr Southern Rock auf „Burning Bright“

Aber am liebsten ist mir Laura, wenn die Songs Popo treten und die Gitarren glühen wie bei „Freaking Out Loud“ oder dem cool groovenden „As I Am“. Am Ende von „River“ mit wieder viel Southern-Vibes wünscht man sich doch, dass die Band aufdreht und in bester LYNYRD SKYNYRD/MOLLY HATCHET-Manier noch ein ausuferndes Gitarrengewitter losbrechen lässt. Gibt es aber nicht… Mit der abschließenden Ballade „Letters To The Otherside“ lässt uns Laura in ihre persönliche Welt. Sie greift sicher nochmal den Schlusstrack vom Debüt auf, wobei „13“ noch eine Portion ergreifender war. Trotzdem ein schöner Abschluss eines wirklich guten Albums. Neu ist hier nichts, aber knackig präsentiert und LAURA COX macht wie so manche Kollegin klar, dass die Gitarre und der Rock`n´Roll heute nicht mehr nur den Jungs gehören, sondern denen, die es drauf haben – egal ob Kerl oder Mädel!

LAURA COX zeigt, dass die Gitarre und der Rock`n´Roll nicht nur den Jungs gehören

Auch LAURA COX erfindet den Classic/Southern Rock nicht neu, aber sie verkauft ihn sehr appetitlich. Die Songs treten Popo, begleitet von einer solide aufspielenden Rhythmsection gibt es fantastische, aber nie überzogene Gitarrenarbeit, alles im kraftvollen Sound. Lauras Stimme setzt sich passend oben drauf, erinnert an eine Mischung aus JOAN JETT und derer RUNAWAYS-Kollegin LITA FORD mit einem Hauch junge MELISSA ETHERIDGE. Gemeinsam mit ihren Jungs dürfte sie ihren Weg gehen, der LAURA COX vor allem über Live-Bühnen führen sollte. Da ist die Band richtig stark, was Laura zum Glück im Frühjahr nochmals belegen will.

Veröffentlicht: 08.11.2019

Spielzeit: 41:10 Min.

Lineup:
Laura Cox – Vocals, Guitar, Lap Steel, Banjo
Mathieu Albiac – Guitar
Francois C. Delacoudre – Bass
Antonin Guérin – Drums

Label: earMUSIC

Homepage: http://www.lauracoxband.com

Mehr im Web: https://de-de.facebook.com/lauracoxofficial

Die Tracklist von „Burning Bright“:

1. Fire Fire (Unplugged-Video bei youtube)
2. Bad Luck Blues (Video bei youtube)
3. Last Breakdown
4. Locking Upside Down
5. Just Another Game
6. Here´s To War
7. Freaking Out Loud (Video bei youtube)
8. As I Am
9. River
10. Letters To The Otherside

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.