HELL: Curse & Chapter

HELL: Curse & Chapter

Jetzt gilt es für HELL. Das 2011er Debütalbum bestand noch ausschließlich aus Songs aus den Achtzigern. Auf Curse & Chapter sind mit The Disposer Supreme, Deathsquad, Land Of The Living Dead und Deliver Us From Evil nur noch vier Songs aus dem Band-Archiv vertreten, die restlichen sieben Songs plus Intro sind neu. Können HELL mit ihren neuen Kompositionen gegen das alte Songmaterial anstinken? Meiner Meinung nach ein klares ja. Zum einen fand ich Human Remains bei aller Klasse teilweise eh etwas überbewertet, andererseits sind die Song auf Curse & Chapter einfach verdammt gut. Mit ihrem eigenwilligen Sound haben HELL auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal. Alleine der theatralische, gleichzeitig aber auch raue, kratzige, ab und zu schrille, aber vor allem immer sehr ausdrucksstarke Gesang von David Bower gibt der Band eine sehr eigene Note. Der Mann ist wirklich ein großer seines Fachs.

Als erstes bekommen wir nach dem Intro das bereits als Single veröffentlichte The Age Of Nefarious zu hören. Und ich muss sagen, nach ein paar weiteren Durchläufen gefällt mir der Song immer besser. Besonders das Gitarrenspiel ist wirklich erste Sahne. Sanfte Streicher leiten das über sieben Minuten lange Darkhangel ein, welches sich zu einem finsteren, dramatischen Stück entwickelt. Bläser und Chöre, hier fahren HELL eine Menge düsteren Bombast auf, packen aber auch ein paar richtig fette Riffs drauf. Ein beeindruckendes Stück, mit dem HELL zeigen, dass sie sich nicht auf den alten Songs ausgeruht haben. Die fetten Rise-Chöre werden live mit Sicherheit bestens funktionieren. Selbiges gilt für End Of Days, ebenfalls einer der neuen Songs. Auch hier kommen Chöre und zusätzlich Streicher zum Einsatz.

Deathsquad  ist ein rein instrumentaler Song und hat sowohl klassische NWOBHM-Gitarrenläufe als auch spacige Synthies zu bieten. Something Wicked This Way Comes und Faith Will Fall sind rifflastige Songs ohne großes Brimborium. Vor allem letzterer ist ein kompakter, straighter Rocker.Die Mischung stimmt also auch auf Curse & Chapter. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass HELL zwar immer noch mit jeder Menge atmosphärischen Gimmicks wie gesprochenen Passagen arbeiten, das Songmaterial aber insgesamt deutlich gestraffter ist, als noch auf Human Remains, dessen vereinzelte Längen mein einziger Kritikpunkt am ersten Album waren. Wer HELL schon mit Human Remains kennen und mögen gelernt hat, der wird mit Sicherheit auch an Curse & Chapter Gefallen finden. Denn das neue Album ist mindestens auf einer Höhe mit Human Remains, für mich persönlich sogar eine Ecke stärker. Wichtiger für die Band ist es mit Sicherheit, beweist es doch, dass HELL auch dreißig Jahre nach der Bandgründung noch in der Lage sind, sehr gute Songs zu schreiben. Wer eine Schwäche für klassischen Metal mit etwas Bombast und viel Theatralik hat, der sollte sich Curse & Chapter nicht entgehen lassen.

Veröffentlichungstermin: 22.11.2013

Spielzeit: 59:54 Min.

Line-Up:
David Bower – vocals
Kevin Bower – guitars, keyboards, vocals
Andy Sneap – guitars
Tony Speakman – bass
Tim Bowler – drums

Produziert von Andy Sneap
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.hell-metal.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/HELLofficial

Tracklist:
01. Gehennae Incendiis
02. The Age Of Nefarious
03. The Disposer Supreme
04. Darkhangel
05. Harbinger Of Death
06. End Of Days
07. Deathsquad
08. Something Wicked This Way Comes
09. Faith Will Fall
10. Land Of The Living Dead
11. Deliver Us From Evil
12. A Vespertine Legacy

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.