HELHORSE: Hydra

HELHORSE: Hydra

Schade, aber irgendwie packen sie mich nicht! Denn eigentlich haben HELHORSE auf „Hydra“ alles versammelt, was ein gutes Album braucht und was ich mag: einen guten Sänger, einen fetten Sound, gute Songs, talentierte Musiker… doch irgendwie packt mich dieses vierte Album der Dänen nicht. An der Ausrichtung, der Musikalität und der Technik liegt es also nicht. Aber woran liegt es dann?

Wollen HELHORSE zu viel?

Ich denke, HELHOSE wollen einfach zu viel. „Hydra“ klingt für mich nach dem Versuch, das ganz große Ding zu machen. Mit dem Ergebnis, dass es für mich an mancher Stelle schon fast zu „perfekt“ und nach zu viel klingt. So gibt es hier eine Brise VOLBEAT, da etwas METALLICA-artigen Gesang, hier ein extra fettes Riff und da noch eine schicke Melodie obendrauf – um ja jeden abzuholen, der in entferntesten auf schweren Rock mit Metal-Einspengseln steht. So ist „Hydra“ also weder Fisch noch Fleisch geworden sondern klingt ein ums andere Mal mehr nach modernem Heavy Rock aus dem Lehrbuch. Ahnten HELHOSE das auf der Suche nach einem geeigneten Albumtitel womöglich schon selbst? Die Hydra, das vielköpfige Ungeheuer, könnte hier durchaus und zurecht Pate für den (zu) bunten Mix gestanden haben.

„Hydra“ ist kein schlechtes Album – aber zu sehr auf Sicherheit bedacht

Unrecht möchte ich ich den Dänen aber nicht tun und versteht mich nicht falsch: Das klingt alles gar nicht so schlecht! Stellenweise aber einfach zu bemüht. Sänger Mikkel Wad Larsen ist ein guter, der die Songs mit seiner kräftigen und vielseitigen Stimme trägt. Der Rest der Band spielt sich auch sehr solide durch’s Album. Aber wo ist die Seele? Wo der Schmutz? Pressen wir stattdessen doch lieber noch eine Idee mehr auf das Album! Auf Dauer ist das einfach etwas anstrengend, hier wäre weniger definitv mehr gewesen.

So bleibt „Hydra“ für mich ein solides aber irgendwie unechtes Heavy Rock Album. Schade, denn die Jungs haben definitv das Potential zu mehr.

VÖ: 23. August 2019 via Napalm Records

HELHORSE „Hydra“ Tracklist

01 Overboard (Video bei YouTube)
02 Avalanche (Video bei YouTube)
03 Outcome: Ruin
04 Cycle of Vain Attempts
05 Northern Lights
06 Hydra
07 Crystal Blades
08 Scarlet Meadow, Scarlet Brook
09 Under a Bad Moon
10 War Drums

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Markus
Markus ("boxhamster") hat das Magazin 1999 gegründet und kümmert sich um die Technik und die Weiterentwicklung von vampster, schreibt ab und zu Reviews und fotografiert bei Festivals und Konzerten.