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HATRED: Destruction Manual

Überzeugender oldschool Thrash Metal, der seine Daseinsberechtigung im starken Jahrgang 2010 definitiv gesichert hat.

2010 ist definitiv das Jahr des Thrash Metal. Gerade in der ersten Jahreshälfte war die Zahl hochklassiger Veröffentlichungen mit DEW-SCENTED, ANNIHILATOR und EXODUS geradezu erdrückend. Insofern taten HATRED gut daran, sich ihr neues Werk für die zweite Jahreshälfte aufzuheben, da dort die Konkurrenz mit etwa dem Schwergewicht FORBIDDEN zwar nicht minder hochwertig, doch dafür lange nicht so zahlreich ist. Für den nimmersatten Genrefanatiker kommt “Destruction Manual” daher genau zum richtigen Zeitpunkt, schließlich muss man sich qualitativ bei den Schweinfurtern eigentlich keine großen Sorgen machen.

Auf Überraschungen muss der geneigte Hörer dafür ebenso verzichten, denn in seinem Kern offenbart sich “Destruction Manual” weitgehend als klassisches Thrash-Album ohne tiefgreifende Innovationen. In der Regel schneiden sich die Gitarren in “United”, “Smash ‘Em”, “Ratter Of Hell” und “Moshpit-Ritual” mit messerscharfem Riffing so butterweich durch die eigenen Eingeweide wie die Machete von Jason Voorhees durch Teenagerhälse.

Die Grenzen von “Destruction Manual” sind klar und eindeutig abgesteckt

Das erinnert nicht selten an EXODUS sowie KREATOR und bekommt seinen eigenen Stempel erst durch die leidenschaftlichen Vocals von Fronter Bacchus aufgedrückt, der mit seiner hysterischen Performance immer an der Grenze zum Overacting kratzt, letztlich jedoch stets rechtzeitig die Kurve kriegt. Zwischendurch nehmen HATRED mit gezielten Fokuskorrekturen Tempo zugunsten von Groove raus, um etwa in “Run Amok” das Rhythmusgefühl der eigenen Fans auf die Probe zu stellen – ja, auch so was soll es beim Headbangen geben. Ungewöhnliche Töne schlägt einzig der fast schon balladeske Auftakt von “Black Sun Prophecy” an, ansonsten sind die Grenzen von “Destruction Manual” klar und eindeutig abgesteckt: Einfache wie effektive Riffs, ungleich schnelle Soli voller Fingerakrobatik und ein solides, geschlossenes Rhythmusfundament, welches den Laden zusammenhält und die Richtung vorgibt.

HATRED haben auch im Thrash-Jahr 2010 ihre Daseinsberechtigung

Nicht außergewöhnlich und dennoch überzeugend; vor allem wenn HATRED in “Submission Of The Uncontrolled” einen schmissigen Refrain vorlegen, der sich durch rockigen Gesang und intelligente Melodieführung auszeichnet. Dem stimmigen Eindruck fügt sich ebenso die Produktion mit ihrem trockenen sowie nüchternen Charme und trägt viel zum authentischen Profil des Albums bei. Für die neue Thrash-Offenbarung fehlt “Destruction Manual” dann doch das entscheidende Überraschungselement, zwischen den Kollegen dürfen HATRED dieses Jahr im Gegenzug auf jeden Fall ihre Daseinsberechtigung bestätigt haben, was im bislang extrem starken Jahrgang keinesfalls selbstverständlich ist.

Veröffentlichungstermin: 22.10.2010

Spielzeit: 50:39 Min.

Line-Up:

Bacchus – Vocals
Maddin – Guitars
Kört – Guitars
Hudson – Bass
Evil Ewald – Drums

Produziert von HATRED
Label: SAOL / H´Art / Zebralution

Homepage: http://www.hatredmetal.de

HATRED “Destruction Manual” Tracklist

01. United
02. Ratter Of Hell
03. Run Amok
04. Black Sun Prophecy
05. Moshpit-Ritual
06. Porker´s Revenge
07. Submission Of The Uncontrolled
08. Speak Of The Devil
09. Metal Bastards
10. Smash ‘Em
11. Franconian Speed (Bonus)

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