Glare Of The Sun - Tal Cover

GLARE OF THE SUN: TAL

GLARE OF THE SUN zelebrieren ein Auf und Ab der Kontraste, wodurch „TAL“ selbst in der zweiten Hälfte nicht an Reiz verliert.

Das Spiel aus Licht und Schatten ist ein altbekanntes Stilmittel, dem sich GLARE OF THE SUN bereits auf „Theia“ (2019) in überlegter Weise bedienten. „TAL“ setzt diese Tradition fort, ohne auf der Stelle zu treten. Grundsätzlich sind die neun Stücke im Doom-Death angelegt, die sich irgendwo in der Schnittmenge von NAILED TO OBSCURITY und DÉCEMBRE NOIR mit einem gelegentlichen Hauch von Post Metal bewegen.

Wenn in „Rain“ verletzlicher Klargesang eingestreut wird, zeigt der Stilmix doomigere Tendenzen, verweilt jedoch nie zu lange an nur einem Ort. Den in der Vergangenheit auf ähnliche Weise bewältigten Ansatz führen GLARE OF THE SUN auf ihrem Drittwerk jedoch eleganter aus. Flächige Synthesizer schenken dem erwähnten „Rain“ Volumen, während auf Albumebene die Stücke schlüssig zueinanderfinden.

„TAL“ verliert in der zweiten Hälfte keineswegs an Reiz

Schleppend, doch nie zähfließend bahnt sich „Äon“ seinen Weg nach vorne, während Gerald Hubers Singstimme einen Hauch Leichtigkeit mit sich bringt. Akzente setzt darüber hinaus Gastsänger J.J.s (HARAKIRI FOR THE SKY) markantes Organ in „Leaving Towards Spring”, wo die Clean-Arrangements zu Beginn eine unerwartete Zerbrechlichkeit offenbaren.

In Erinnerung bleibt darüber hinaus das mächtige „Stonefall“, das nach einem atmosphärischen Intro inklusive unheilschwangerer Glockenschläge ein unrühmliches Ende heraufbeschwört. Unerschütterlich bahnt sich das Stück einen Weg nach vorne, während das Zusammenspiel der Gitarren gar etwas Schönheit im Fatalismus aufdecken kann. Dass sich „Amnesty“ zunächst mit symphonischer Untermalung, dann mittels warmer Gitarrenriffs ungleich dramatischer gibt, ist ein kluger Schachzug, welcher „TAL“ selbst in der zweiten Hälfte spannend hält.

GLARE OF THE SUN zelebrieren ein Auf und Ab der Kontraste

GLARE OF THE SUN zeigen damit auf, dass es selbst in der Doom-Death-Nische keineswegs an Vielfalt mangelt, solange man den Arrangements die benötigte Aufmerksamkeit schenkt – als Band wie auch als Hörer:in gleichermaßen. Dann offenbart sich im Falle von „TAL“ ein dynamisches Auf und Ab der Kontraste, das konzeptuell mit Licht und Schatten spielt, es sich qualitativ aber eindeutig auf der Sonnenseite gemütlich macht.

Veröffentlichungstermin: 13.09.2024

Spielzeit: 58:58

Line-Up

Christoph Stopper – Vocals, Keyboards
Martin Baumann – Gitarre
Gerald Huber – Gitarre, Vocals
Tobias Schwab – Bass
Franz Ebert – Schlagzeug

Produziert von Martin Shirenc, Christoph Stopper und Jan Oberg (Mix und Mastering)

Label: Lifeforce Records

Homepage: https://glareofthesun.com/
Facebook: https://www.facebook.com/glareofthesun/
Instagram: hhttps://www.instagram.com/glareofthesun_official
Bandcamp: https://gotslfr.bandcamp.com/

GLARE OF THE SUN “TAL” Tracklist

01. Colossus (Video bei YouTube)
02. Rain
03. Äon (Video bei YouTube)
04. Relikt (guest vocals by Mario Klausner)
05. Stonefall
06. Leaving Towards Spring (guest vocals by J.J.)
07. Amnesty
08. Storm of Light (CD/ Digital only)
09. Horizon (CD/ Digital only)