FOREST OF SHADOWS: Among the Dormant Watchers

FOREST OF SHADOWS: Among the Dormant Watchers

Kinder, wie die Zeit vergeht… Dreizehn Jahre ist es her, als ich mit dem Review zu “Departure” meinen Vampster-Einstand feiern durfte. Damals war ich derart euphorisiert, dass ich mit FOREST OF SHADOWS-Mastermind Niclas Frohagen auch gleich ein Interview führte. Die Euphorie für Vampster ist geblieben. Bei FOREST OF SHADOWS sieht die Sache etwas anders aus. Denn das dritte Album des schwedischen Solo-Künstlers kann die ganz große Schwermut nicht (mehr) vermitteln. Zwar wirkt “Among the Dormant Watchers” in seiner Gesamtheit düster und traurig und erfült somit alle Kriterien des Doom / Death Metals, doch das packende Element will sich nicht entfalten.

“Among the Dormant Watchers” krankt an dünnem Sound

Das Problem fängt bereits beim aus meiner Sicht unglücklich gewählten Einstieg “Self Inflicted Torment” an. Denn der Opener wirkt in einigen Passagen unrund, wobei vor allem die Keyboards nicht allzu harmonisch in den Song eingebettet wurden. Generell ist der Sound auf “Among the Dormant Watchers” etwas schwachbrüstig, wenngleich der Klang der Instrumente von einer angenehmen Wärme begleitet wird. Letzteres passt dann ganz gut zu Gothic lastigen Nummern wie “Lost Within”. Für Doom-Death Epen wie “Dogs of Chernobyl” oder “Yours to Devour” mit seiner leichten Folk-Schlagseite wären tiefere und kältere Soundelemte wünschenswert gewesen.

Niclas Frohagen wechselt zwischen guten Growls und zerbrechlichen Clean-Vocals

Gesanglich wechselt Niclas Frohagen wie (vor vielen Jahren) gehabt zwischen guten Growls und zerbrechlichen Clean-Vocals ab. Im klaren Gesang ist zwar einiges an Melancholie zu finden, aber angesichts des fehlenden Stimm-Volumens will auch diese nicht unter die Haut gehen. Schon gar nicht in der (viel) zu lange ausgefallenen Ballade “Lullaby”.

FOREST OF SHADOWS haben melancholischen Reiz

Wie eingangs erwähnt haben FOREST OF SHADOWS eine für mich größere Bedeutung als es von der musikalischen Qualität nötig wäre. “Among the Dormant Watchers”, das nach zehn Jahren Pasue zum letzten Album “Six Waves of Woe”, erschienen ist, macht das (wieder einmal) deutlich. Zwar hat das Album seinen melancholischen Reiz, aber in der nüchteren Gesamtbetrachtung fehlt dem dritten Album von Niclas Frohagen die Tiefe und Dichte.

Veröffentlichungstermin: 07.12.2018

Spielzeit: 66:37 Min.

Line-Up:
Niclas Frohagen – Gesang, Gitarre, Keyboards & Programming

Label: Inverse Records

Homepage: http://www.forestofshadows.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Forest0fShadows/

FOREST OF SHADOWS „Among the Dormant Watchers“ Tracklist:

01. Self Inflicted Torment
02. Drowned by Guilt (Video bei YouTube)
03. Lost Within
04. Dogs of Chernobyl
05. We, the Shameless
06. Lullaby
07. Yours to Devour

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge