FORCE OF EVIL: Force of Evil

FORCE OF EVIL: Force of Evil

Wozu die Herren Denner, Sherman, Patino und Holm dieses Nebenprojekt brauchen ist mal wieder etwas undurchsichtig. Auf den kleinsten Nenner heruntergebrochen könnte man nämlich zu dem Schluss kommen, dass die Bandmitglieder eigentlich ja schon eine Band am Start haben, mit der sie ihr Faible für traditionellen Metal auf einer kraftvollen Rockbasis mit einem deutlichen Düstereinschlag in allen belangen bei MERCYFUL FATE und KING DIAMOND ausleben können bzw. konnten. Gleichzeitig muss man aber auch feststellen, dass FORCE OF EVIL nicht wirklich mit der Hauptband verglichen werden kann, auch wenn sich allein durch die Gitarrenarbeit und das Riffing gewisse Parallelen nicht verleugnen lassen. Die Herren können halt auch nicht einfach aus ihrer Haut.

Die grundlegenden Unterschiede liegen wohl in erster Linie darin, dass FORCE OF EVIL weitaus direkter und metallischer zu Werke gehen und schon allein das Fehlen von KING DIAMOND am Gesang ist Unterschied in sich. Dennoch ist auch bei dieser Band ein Mann am Mikro, der eine herausragende und markante Stimme besitzt, auch wenn er unseren Wings mit seiner Band IRON FIRE nicht wirklich überzeugen konnte. Auf Force of Evil klingt Martin Steene jedenfalls ganz grob wie eine Mischung aus Robert Plant (LED ZEPPELIN) und Lou Falco (MARAYA), was es aber nur eben bei kurzen Erinnerungsblitzen zutrifft. Beim Refrain von Hell on Earth mimt Steene z.B. genauso auch den Halford, während er an der ein oder anderen Stelle auch durchaus mal Elemente aus dem King´schen Gesangsrepertoire benutzt.

Die Tatsache dass FORCE OF EVIL insgesamt weitaus straighter zu Werke gehen mag auf der einen Seite wirklich gut gemeint sein, im Gesamtbild ist das aber genau der Punkt, der den insgesamt wirklich guten Hörgenuss etwas schmälert. Die Mischung aus gradlinigem Metal und düsterem Textgut macht zwar einen besonderen Reiz aus, hauptsächlich bei den Refrains hat man es mit der Einfachheit aber insgesamt etwas zu gut gemeint und beschränkt sich zu sehr auf das Singen des Titels und vielleicht noch ein bisschen was drum herum. Das lässt sich zwar gleich auf Anhieb hervorragend mitgrölen, ist aber auf Dauer doch etwas eintönig. Besonders bedauerlich ist das bei der hervorragenden Halbballade Eternity, die zunächst instrumental fast schon in die Melissa-Ecke geht und mit einer großartigen Gesangsmelodie veredelt wurde, die Steene zudem noch zu seiner besten Leistung auf diesem Album macht. Schade nur dass es der Refrain nicht schafft die Spannung der Strophe aufzufangen und zu einem Höhepunkt zu führen. Das macht den Song zwar zu keinem schlechten (nein, ich liebe ihn wirklich!) aber das Gefühl lässt einen nicht los, dass da noch mehr drin gewesen wäre.

Und so geht es einem aber halt auch bei dem ein oder anderen flotteren Stück, egal ob Doublebasskracher oder Midtempo-Nummer. Die Musik gefällt, ja begeistert oft sogar, letztendlich hat man aber desöfteren das Gefühl, als hätte da jemand sein zuvor festgelegtes Ziel zu konsequent verfolgt.

So ist Force of Evil insgesamt ein klasse Album geworden das auch durchaus seine Daseinsberechtigung hat, mit den Werken von KING DIAMOND oder vor allem MERCYFUL FATE (hier liegt ganz klar eine deutlichere stilistische Nähe) aber auf keinen Fall mithalten kann. Dennoch sollten Fans der Hauptbands, aber auch Leute die auf Sachen wie HEXENHAUS, MEMORY GARDEN oder von mir aus auch KRUX (bei allen drei Vergleichen mehr wegen dem Sound, weniger wegen den Songs) auf jeden Fall reinhören, sich aber nicht vom ersten Eindruck her gleich eine absolute Meinung bilden.

Veröffentlichungstermin: 26.01.04

Spielzeit: 47:52 Min.

Line-Up:
Michael Denner – Guitar

Hank Shermann – Guitar

Martin Steene – Vocals

Hal Patino – Bass

Bjarne T. Holm – Drums

Label: Germusica / Escapi

Hompage: http://www.forceofevil.net

Tracklist:
1. Dawn of Dominion

2. Hell on Earth

3. Mindbreaker

4. Eye of the Storm

5. Misery Man

6. Samhain

7. The Calling

8. Fountain of Grace

9. Under the Blade

10. Demonized

11. Eternity

Fierce
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