FIT FOR A KING: The Path

FIT FOR A KING: The Path

Das ist durchaus ein Statement. „We’ll find the path out of hell!”, heißt es mit breiter Brust im Titeltrack. Ein Plädoyer voller Überzeugung, die eigenen Dämonen zu überwinden. Sicher, der Kampf gegen Depression ist ein allgegenwärtiges Thema im Metalcore, doch „The Path“ funktioniert als Titel auch auf einer weiteren Ebene: Musikalisch versammeln FIT FOR A KING ein abwechslungsreiches „Best Of“ des gesamten Genres. Zitate gibt es an allen Ecken und Enden, als wollten uns die US-Amerikaner jenen Weg aufzeigen, welchen der Metalcore in den letzten Jahren zurückgelegt hat.

Die Eckpunkte abzustecken erübrigt sich damit eigentlich: Satter Groove, drückende Breakdowns, melodische Leadgitarren und der altbekannte Kontrast aus Screams und Klargesang prägen auch „The Path“. Dabei schielt „The Face Of Hate“ zwischendurch mal in Richtung AS I LAY DYING, bevor die catchy Single „Breaking The Mirror” irgendwo zwischen KILLSWITCH ENGAGE und OF MICE & MEN erstmals unsere Seele streichelt.

FIT FOR A KING erweisen sich als kompetente Songwriter

FIT FOR A KING erfinden das Rad folglich keineswegs neu, bleiben dank der abwechslungsreichen Strukturen aber stets kurzweilig, zumal sich das Quintett als kompetentes Songwriting-Team erweist. Mit stampfendem Rhythmus und einem Refrain von Stadionformat eifert der Titelsong etwa den modernen PARKWAY DRIVE nach, während mit dem synthlastigen „God Of Fire“ samt CRYSTAL LAKE-Frontmann Ryo Kinoshita ein richtig garstiger Abriss das andere Extrem bedient.

Als riffgewaltiges Ventil entpuppt sich auch „Annihilation“, das dank seiner ungleich subtileren Synthesizer eine bedrückende Atmosphäre heraufbeschwört. „Prophet“ lässt sich zwischen den leisen Strophen ebenfalls von Keyboards tragen – der leichte Modern Metal-Anstrich steht FIT FOR A KING jedoch ebenfalls ausgezeichnet, wie wir unlängst in der poppigen Hymne „Locked (In My Head)“ feststellen dürfen.

„The Path“ beschreitet keine neuen Wege

Komplettiert wird „The Path“ durch den brutalen Deathcore-Mosher „Stockholm“, der uns mit seinen tief gestimmten Gitarren den Boden unter den Füßen wegzieht. Wir landen weich, denn „Louder Voice“ drosselt die Intensität und bewegt sich gesanglich auf bislang unerforschtes Terrain zwischen Sam Carter (ARCHITECTS) und Josh Gilbert (AS I LAY DYING).

FIT FOR A KING begehen auch dieses trittsicher und ohne auch nur ein kleines Bisschen ins Wanken zu kommen. Zugegeben, das sechste Album der Amerikaner mag in der Totalen keine neuen Schauwerte bieten, fesselt jedoch mit der Retrospektion eines ganzen Genres bis zum finalen Gewaltakt „Vendetta“ – gewiss nicht bahnbrechend, aber weit mehr als nur eine bloße Ansage.

Veröffentlichungstermin: 18.09.2020

Spielzeit: 42:49

Line-Up

Ryan Kirby – Vocals
Bobby Lynge – Gitarre, Backing Vocals
Daniel Gailey – Guitars, Backing Vocals
Ryan O’Leary – Bass, Clean Vocals
Jared Easterling – Drums

Produziert von Drew Fulk

Label: Solid State Records

Homepage: https://fitforakingband.com/
Facebook: https://www.facebook.com/fitforakingband

FIT FOR A KING “The Path” Tracklist

1. The Face of Hate
2. Breaking The Mirror (Audio bei YouTube)
3. Annihilation (Lyric-Video bei YouTube)
4. The Path (Video bei YouTube)
5. Prophet
6. Locked (In My Head) (Lyric-Video bei YouTube)
7. God of Fire (Audio bei YouTube)
8. Stockholm
9. Louder Voice
10. Vendetta

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.