FIREWING: Resurrection

Die Symphonic Metal-Band FIREWING hat mit “Resurrection” ein in Ansätzen respektables Debüt abgeliefert, das auf eine technisch wertvolle Basis baut, jedoch noch ein gutes Stück weit vom Olymp entfernt ist.

Die Konstellation mutet nicht alltäglich an: eine amerikanische Symphonic Metal-Band, die ihr Debütalbum bei Massacre Records veröffentlicht. Zwar gibt es beim deutschen Label einige Symphonic Metal-Bands, doch dass das Label als erstes Sprungbrett herhält – insbesondere für eine Band, die ihren Ursprung auf einen (Bandgründer und Gitarrist Caio Kehyayan stammt aus Brasilien, ehe er in die USA ging) amerikanischen Kontinent hat – ist nicht die Regel. Und auch US-amerikanischer Symphonic Metal ist mir nicht ganz so geläufig, wenngleich es sich natürlich nicht ausschließt.

“Resurrection” erweckt eher den Eindruck einer Metal Oper

So weit zur Ausgangslage von “Resurrection”, dem Debütalbum von FIREWING. Mit Albumtitel, Bandnamen und Cover-Artwork wird man dann wieder weniger überrascht. Auch der Gehalt der Lyrics, dem das Konzept der Dualität der Schöpfung zu Grunde liegt – kurzum Gut gegen Böse in personam zweier mystischer Kreaturen – ist genrekonform; wie auch die Musik. Hier gehen die Newcomer einen insofern mutigen Weg, als dass sie von Anbeginn (ihrer Karriere) auf ein Plus an symphonischen Elementen setzen. Dieses Wagnis zahlt sich jedoch nur bedingt aus, als dass die orchestralen Parts die Songs oftmals zukleistern, selbst wenn die Band bemüht ist, abwechslungsreiches Instrumentarium erklingen zu lassen – neben den primären Geigen meine ich etwa auch eine Harfe (“Chapter I: Acheron´s Ritual”) und andere Instrumente heraus zu hören. Dadurch erweckt “Resurrection” eher den Eindruck einer Metal Oper, welche durch etwaige Interludes (“Chapter III: Transcending Souls”) verstärkt wird.

Das Flair einer Oper wird durch den zugegeben guten Gesang von Airton Araujo untermauert. Mitunter sind die Songs jedoch zu gesangslastig, wenn das auch zu recht geschieht. Es sei denn, die Gesangslinien sind wenig griffig oder ebenso wenig emotional (“Eternity”). Doch in Songs wie “Demons Of Society” und “Time Machine” nickt man die Gesangsleitung wohlwollend ab. Auch instrumental gibt es wieder gute Elemente, wie die vielen Gitarren-Soli und gar kurzzeitige Double-Bass-Passagen (“Chapter I: Acheron´s Ritual”).

FIREWING müssen noch Balance zwischen Symphonic und Metal-Elementen finden

Doch es zeigen sich auch Schwächen. Zum einen zieht sich das Album bei einer Spielzeit von einer knappen Stunde – auch aufgrund des oft eher trägen Tempos – dann doch etwas in die Länge und manches Mal greifen der Gesang, das Metal-Instrumentarium und die orchestralen Parts nicht passend ineinander wie etwa beim Titeltrack oder bei “Tales of Ember & Vishap: How Deep Is Your Heart?”. Das schmerzt eben besonders bei einem Stil, der von der Harmonie lebt. Hier gilt es ebenso noch den Hebel anzusetzen wie bei der richtigen Balance (auch von Seiten der Produktion) zwischen Symphonic und Metal-Elementen. Eine technisch wertvolle Basis haben FIREWING jedoch bereits mit ihrem Debütalbum unter Beweis gestellt – und das scheint für den (überraschenden) Labeldeal gereicht zu haben.

Veröffentlichungstermin: 23.04.2021

Spielzeit: 58:16 Min.

Line-Up:
Airton Araujo – Gesang
Caio Kehyayan – Gitarre
Bruno Oliveira – Gitarre
Peter de Reyna – Bass
Chris Dovas – Schlagzeug

Gast-Musiker:
Luis Kalil – Gitarre (“Demons Of Society”, “Eternity”)
Fabiano Rodrigues – Gitarre (“Tales Of Ember & Vishap – The Meaning Of Life”)
Ryan Beevers (UNFLESH, SOLIUM FATALIS) – Gitarre & Gesang (“Far In Time”)
Jenn Sakura – Gesang (“Time Machine”)
Haydée Irizarry (AVERSED, CARNIVORA) – Gesang (Tales Of Ember & Vishap – How Deep is Your Heart?”, “Tales Of Ember & Vishap – The Meaning Of Life”)
Joe Atlan – Keyboard (“Tales Of Ember & Vishap – The Meaning Of Life”)

Label: Massacre Records

Produziert von Caio Kehyayan; gemixt und gemastert von Jack Kosto (SEVEN SPIRES, THREADS OF FATE)

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/firewingofficiall/

FIREWING “Resurrection” Tracklist

1. Prelude: Moonlight Of Despair
2. Obscure Minds
3. Chapter I: Acheron’s Ritual
4. Demons Of Society
5. Far in Time (Lyric-Video bei YouTube)
6. Chapter II: Temple Of Helios
7. Resurrection
8. Time Machine
9. Chapter III: Transcending Souls
10. Eternity
11. Tales of Ember & Vishap: How Deep Is Your Heart?
12. Tales of Ember & Vishap: The Meaning Of Life (Lyric-Video bei YouTube)
13. The Essence Of Your Heart
14. Epilogue: Sacred Journey