EUROFORCE: Euroforce

EUROFORCE präsentieren überdurchschnittlichen neoklassischen Speed Metal, der technisch perfekt in Szene gesetzt wurde. Der große Pluspunkt ist der kräftige Gesang, der an Größen wie Russell Allen und Dio erinnert. Der große Minuspunkt ist die undynamische Struktur der Musik, die die Lieder nicht richtig atmen lässt.

Vom ersten Ton an ist klar: EUROFORCE spielen neoklassischen Speed Metal. Im Gitarrenbereich gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen, während das getriggerte Schlagzeug artig 16tel ausspuckt. Der große Pluspunkt von Euroforce ist der kräftige Gesang von Jioti Parcharidis (HUMAN FORTRESS), der an Größen wie Russell Allen (SYMPHONY X) und Ronnie James Dio erinnert. Der große Minuspunkt ist die undynamische Struktur der Musik. Die Lieder können nicht richtig atmen und sind stellenweise arg eindimensional.

Im Zusammenhang mit dem Gitarrenspiel von Theodore Ziras muss insbesondere hinsichtlich der exzessiven Soli der Name MALMSTEEN fallen. Beim Songwriting orientieren sich EUROFORCE dagegen deutlich an den bereits erwähnten SYMPHONY X. Speed Metal-Nummern mit vereinzelten Prog-Einschüben bestimmen dementsprechend das Bild. Die Palette reicht dabei von eher sperrigen Tracks wie dem kantigen Opener Spirit Raven über das abwechslungsreiche Crown Seeker bis zu klassischen Melodic Metal-Fegern wie dem geradlinigen Spirits By My Side. Natürlich hat sich mit By Neptune´s Hand auch eine kleine Ballade eingeschlichen. Die reicht aber gerade mal so zum Luftholen. Denn am Anschluss wird gleich wieder das Gaspedal durchgetreten und das Gitarrengriffbrett befrickelt. Vergeblich sucht man innovative Einfälle. Dafür gibt es reichlich bekannte Zutaten in neuer Zusammenstellung. Einzig der kompakte Rausschmeißer Byzantine Heritage fällt ein wenig aus dem Rahmen. Der Song dauert gerade mal zweieinhalb Minuten, ohne dass man etwas vermisst. Das obligatorische Instrumental Ubiquitous wirkt dagegen ziemlich überflüssig. Virtuose Gitarrenakrobatik funktioniert in schlüssige Songs verpackt einfach besser! Zum Glück gibt es auf Euroforce eine Menge interessanter Songideen, so dass die CD definitiv auch für Nichtmusiker anhörbar ist. Besonders jene, die mit dem ultrahohen Gesang anderer Bands des Genres Probleme haben, dürften Gefallen an der gebotenen Mucke finden. Ich persönlich bevorzuge allerdings die atmosphärisch dichteren Alben von RICHARD ANDERSSON´S SPACE ODYSSEY. Denn über weite Strecken machen EUROFORCE einen übertrieben gehetzten Eindruck auf mich. Hörenswert ist ihr Debüt aber allemal, wenn man ein schickes Rennauto und keine Neuerfindung des Rads erwartet!

Veröffentlichungstermin: 18.06.2005

Spielzeit: 46:48 Min.

Line-Up:
Jioti Parcharidis: Gesang

Theodore Ziras: Gitarre

John Kostis: Bass

Spyros Kabasakalis: Schlagzeug

Produziert von Theodore Ziras
Label: Sonic Age Records

Homepage: http://www.euroforce.gr

Tracklist:
1. Spirit Raven

2. The European Lie

3. Trumpets Of Old

4. Crown Seeker

5. Modern Times

6. Hellenic Spirit

7. By Neptune´s Hand

8. Spirits By My Side

9. Brighter Hellas

10. Weeping Of A Stone

11. Ubiquitous

12. Byzantine Heritage