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ERNTE: Geist und Hexerei

Beim Debütalbum “Geist und Hexerei” des Schweizer Black Metal Duos von ERNTE bleibt das Gefühl haften, dass kompositorisch noch mehr möglich gewesen wäre.

Black Metal-Combos aus der Schweiz offenbarten schon des Öfteren einen gewissen Reiz. Gerade wenn es sich um Duos handelte – wie etwa AARA oder BÖLZER. Auch ASHTAR sind ein solches Duo, wovon ein Band-Mitglied, Nadine Lehtinen, auch bei ERNTE – ebenso ein Duo – mit von der Partie ist. Alleine deshalb war ein Stück Vorfreude und Erwartung vorhanden, als die Band mit “Geist und Hexerei” ihr Debütalbum angekündigt hat. Nun ist die Scheibe – schon seit einigen Wochen – im Handel und so richtig frohlocken mag ich nicht.

ERNTE punkten mit Wechselspiel von Uptempo-Passagen und entschleunigten Momenten

Vorab gesagt, schlecht ist “Geist und Hexerei” keineswegs. Insbesondere das gelungene Wechselspiel von Uptempo-Passagen mit entschleunigten Momenten gelingt den Schweizern recht gut (“Betyle (The Holy Stone)”, “Killing Phantasmagoria”). Auch wird das vom Titel abgeleitete Thema des Albums durch den Gesang und das Intro, wo leider das einzige Mal die von Nadine Lehtinen gespielte Violine zum Einsatz kommt, gut eingefangen. Doch hat das Duo mit gewissen Längen im Songwriting zu kämpfen. Was auch daran liegt, dass Songs wie “The Ending Void” einfacher gestrickt wirken. Ein Händchen für Melodien und den Black Metal per se soll ERNTE jedoch nicht abgesprochen werden. So überrascht die Band mit beinahe positiv konnektierten Melodieabfolgen, die gar etwas Erhabenes in sich tragen (“Montane Mastery”). Diese Erhabenheit hätte durch eine kraftvollere Produktion oder ein lebendigeres Drumming gar noch gesteigert werden können. Auch beim Sound hätte es dem Album nicht geschadet, nicht so sehr auf den Höhen-Trumpf zu setzen.

Somit bleibt am Ende das Gefühl, dass ERNTE mit ihrem Debütalbum mehr hätten erreichen können. Wenn die Songs zwingender werden und besser auf den Punkt kommen, wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung getan. Und die Schweiz hätte dann ein weiteres reizvolles Black Metal-Duo.

Veröffentlichungstermin: 03.12.2021

Spielzeit: 34:45 Min.

Line-Up:
V Noir – Giatrre, Bass & Schlagzeug
Witch N. – Gesang, Bass & Violine

Label: Vendetta Records

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/ernteblackmetal
Mehr im Netz: https://ernteblackmetal.bandcamp.com

ERNTE “Geist und Hexerei” Tracklist

01. Prozession (Intro)
02. Betyle (The Holy Stone)
03. When the Moon is Calling
04. The Cold Mists of November
05. Killing Phantasmagoria (Video bei YouTube)
06. Montane Mastery (Video bei YouTube)
07. The Holy Stone Part II (Interlude)
08. The Ending Void (Video bei YouTube)

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