DIVINE NOISE ATTACK: Torn Apart

Sieben knackige Brutalosongs für Underground-Schnüffler.

Seien wir mal ehrlich, was besonderes ist Torn Apart, das Label-Debüt von DIVINE NOISE ATTACK aus Braunschweig, nicht. Aber nach dem dicken Demo Soulless Something sollte man doch mehr als nur ein Ohr riskieren. Nun rotiert das Album Torn Apart mal wieder in meinem CD-Player und es nimmt Formen an – brutaler, grindiger Death Metal wird geboten, flott, kompromisslos und trotzdem abwechslungsreich. Innovation sucht man jedoch vergebens, auch wenn die Summe des Ganzen irgendwie eigen ist, MISERY INDEX, NAPALM DEATH und diverse Death Metal-Bands der alten Schule standen hier deutlich Pate.

Das Ergebnis daraus kann sich aber hören lassen – der Opener gibt gleich die Marschrichtung vor und keiner wagt es zu widersprechen. Blast Beats und fiese Schraddelriffs über alles, dazu noch böses Gebrüll und fertig ist der brutale Death Metal-Hit. Nachdem das aber nach dem zweiten Song anödet, liefern DIVINE NOISE ATTACK mit Warhead auch eine fett und flott groovende Nummer und erschaffen damit auch einen kleinen Ohrwurm. Ansonsten gefallen auch die kurzen wie knackigen Brutalosongs Isolation und Scum verdammt gut. Schenken hätte man sich jedoch die fünf Songs des Demos können, die nur dazu da waren, die Spielzeit zu füllen – das schmälert den Gesamteindruck. Und da sowohl die Songs als auch die Produktion dieser Tracks weit nicht so ausgereift waren wie das neue Material, leidet der Gesamteindruck ganz schön darunter. Torn Apart hätte als EP weit mehr Sinn gemacht.

Was bleibt sind sieben wirklich gute Tracks, die aber nur Die Hard-Death-Grinder wirklich brauchen. Handwerklich ist alles im Lot, das Drumming ist beachtlich, die Riffs pfeilschnell, die Ideen gut. Nur der Gesang ist zu eindimensional und die Musik teilweise zu gesichtslos – Fields of Starvation klingt so sehr nach DYING FETUS, dass es schon fast weh tut. Alles in allem ist Torn Apart aber eine recht gute EP, auf der sich das Quartett schon recht solide und souverän präsentiert. Dass es aber noch ein weiter Weg bis an die Spitze des Death Metals ist, wird jedem sofort klar werden, der Torn Apart hört. Für Entdecker ist diese EP allerdings eine sinnvolle Investition.

Veröffentlichungstermin: 19. Mai 2006

Spielzeit: 35:20 Min.

Line-Up:
Alex – Vocals
Feldbock – Guitar
Nils – Bass
Claas – Drums

Label: MDD Records

Homepage: http://www.divinenoiseattack.com

Tracklist:
1. Torn Apart
2. Bombthreat
3. Warhead
4. Fields of Starvation
5. Bitter End
6. Isolation
7. Scum

Bonus Tracks vom Demo Soulless Something:
8. Soulles Something
9. Collapse
10. Diabolical Masterpiece
11. Disgust
12. Inferno