DIMMU BORGIR: Puritanical Euphoric Misanthropia

Dimmu Borgir sind wieder etwas übersichtlicher und "eingängiger" geworden, der Vorgänger "Spiritual Black Dimensions" erschien mir persönlich einfach zu zerfahren. "Puritanical Euphoric Misanthropia" dagegen bietet ausgefeilte Arrangements, wobei es den Songs insgesamt nicht an Eingängigkeit mangelt.

Intro: Fear and Wonder – so nennt sich der erste Track des neuen Dimmu Borgir Albums, wobei Intro ziemlich untertrieben scheint, ist der von Streichern gespielte Opener doch knappe drei Minuten lang und könnte auch durchaus als Film-Soundtrack funktionieren. Fear and Wonder ist somit eine schöne Einstimmung auf ein sehr dichtes und atmosphärisches Album.

Dimmu Borgir sind wieder etwas übersichtlicher und eingängiger geworden, der Vorgänger Spiritual Black Dimensions erschien mir persönlich einfach zu zerfahren. Puritanical Euphoric Misanthropia dagegen bietet ausgefeilte Arrangements, wobei es den Songs insgesamt nicht an Eingängigkeit mangelt. Dabei verknüpfen die Norweger Aggression und Bombast, wobei die Bombast-Parts um einiges natürlicher wirken als früher – kein Wunder, da die Band mit Streichern des Göteborger Symphonieorchester zusammengearbeitet hat.

Blessings Upon The Throne lässt bereits erahnen, wie gut diese Kombination Dimmu Borgirscher Gitarrenarbeit mit sphärischen Keyboards und Streichern funktionieren kann. Kings Of The Carnival Creat vereinigt Raserei mit Melodie, Vortex (Simen Hestnaes – Ex-Borknagar) sorgt mit seiner markanten Stimme für Majestätik – mit diesem Song zeigen Dimmu Borgir, dass sie auch ein Stück mit knapp acht Minuten Länge schreiben können, das dank seiner Vielseitigkeit nicht langweilt.

Hybrid Stigmata und Architecture Of A Genocida gehen in dieselbe Richtung, sind aber nicht ganz so komplex. Mit Puritania wagt die Band erste Schritte auf ein neues Terrain: Der Song wirkt kalt und erinnert eher an The Kovenant – wobei der Song zwischen abgehacktem Riffing und süßlichen Streichereinsätzen pendelt, was durchaus seinen Reiz hat.

Indoctrination könnte während der ersten Minuten durchaus als ein älteres Stück durchgehen, überrascht dann aber mit Streicherharmonien, die in ein bombastisch-bedrohliches Finale übergehen. The Mealstorm Mephisto scheint zunächst ebenfalls eher rückwärtsgewandt, doch auch hier bildet die zweite Hälfte des Songs mit Vortex Gesang und noch mehr Geigen den Gegenpol – ein Rezept, dass während des vorletzten Tracks Absolute Sole Right leider noch mal wiederholt wird. Schade, denn dieses simple Baukastenprinzip tut dem Album nicht sonderlich gut, zumal andere Songs, wie auch der Rausschmeisser Sympozium, durchaus mehr Dynamik und Stimmungswechsel innerhalb eines Tracks bieten. Nach dem obligatorischen Outro, bei dem noch einmal richtig dick aufgetragen wird und Geigen mit Keyboards um die Wette jauchzen, gibt es als Bonbon eine Coverversion von Twisted Sisters Burn In Hell – die sich nicht auf simples Nachspielen beschränkt, sondern als durchaus eigenständige Interpretation durchgeht und somit an den Rest des Songmaterials angepasst wurde.

Tracklist:

Intro: Fear and Wonder

Blessings Upon The Throne

Kings Of The Carnival Creat

Hybrid Stigmata

Architecture Of A Genocida

Puritania

Indoctrination

The Mealstorm Mephisto

Absolute Sole Right

Sympozium

Outro: Perfection Or Vanity

Burn In Hell

Besetzung:

Shagrath – Vocals

Silenoz – Gitarre

Galder – Gitarre

Vortex – Bass, Vocals

Mustis – Keyboard

Nick Barker – Schlagzeug

Spielzeit: 63:12

VÖ: 12.3. 2001

Label: Nuclear Blast