DIE HAPPY: Bitter To Better

Nun liegt mit "Bitter To Better" das aktuelle Album vor und ich bin mir sicher, dass die Erfolgsweste der Band auch künftig fleckenfrei bleibt!

In welch einer schnelllebigen Zeit wir unser Dasein fristen, merke ich in letzter Zeit immer häufiger beim Lesen. In diesem Falle war es die Biographie der aus Ulm stammenden deutsch-tschechischen Formation DIE HAPPY, deren Karrierestein Ende 1993 und dem Einstieg der hochsympathischen Sängerin Marta Jandová, deren Freund kein Geringer als der in Soest geborene Soul-Pop-Sänger Sasha Schmitz ist, ins Rollen kam. Im März 1994 fand das erste Konzert statt, nur zwei Monate später standen die ersten Studioaufnahmen der Band an und 1996 wurde der erste Longplayer (Dirty Flowers) veröffentlicht. In den letzten Jahren spielte die Band nicht nur unheimlich viele Gigs, darunter Tourneen mit BELL BOOK & CANDLE, GUANO APES, SUCH A SURGE, den H-BLOCKX, SUBWAY TO SALLY oder MONSTER MAGNET, sondern veröffentlichte in schöner Regelmäßigkeit mit Supersonic Speed (2001), Beautiful Morning (2002) und The Weight Of The Circumstances
(2003) durch die Bank bei Fans und Kritikern gleichermaßen wohlwollend aufgenommene Alben.

Nun liegt mit Bitter To Better das aktuelle Album vor und ich bin mir sicher, dass die Erfolgsweste der Band auch künftig fleckenfrei bleibt. Elf Songs sind auf dem aktuellen Album zu hören, davon fünf reine Band-Kompositionen. Bei fünf weiteren Songs wurde die Band beim Songwriting von Leuten wie Peter Kvint, Jörgen Elofsson, Per Westerlund oder KBros unterstützt und die herausragende Ballade I Am ist die Interpretation eines Stückes von Diane Warren, einer US-Songschreiberin, die bereits Songs für so unterschiedliche Acts wie CELINE DION, TONY BRAXTON, TINA TURNER, ACE OF BASE, MILLI VANILLI, ERIC CLAPTON, WHITNEY HOUSTON oder AEROSMITH geschrieben hat. Doch trotz der unterschiedlichen Köche klingt der Songbrei alles andere als verdorben. Im Gegenteil, ich halte das mit einem erstklassigen Sound versehene Bitter To Better, das auch im Dual Disc-Format erschienen ist, zwar für das eingängiste, aber auch für das vielseitigste und somit beste Album der Band.

Das Quartett setzt stark auf Stilmittel der Laut-Leise-Dynamik, unterfüttert einige Songs mit dezenten elektronische Spielereien, agiert stets eingängig und straight, klingt beim Ohrwurm Big Big Trouble fast schon poppig-melodisch, hat etwa mit Perfect oder Inside auch eher verhaltene Songs am Start und beweist mit z.B. Hate To Love You, Blood Cell Traffic Jam oder In Love seine Klasse auch im Fach energiegeladene Rockmusik. Textlich geht es um Themen wie Liebe oder Verliebtsein (In Love, Perfect). Man muntert den Hörer auf, mal aus sich herauszukommen (Bitter To Bitter), rechnet bei Blood Cell Traffic Jam mit Menschen ab, die einen enttäuscht haben, und besingt in I Am einen Menschen, der – so interpretiere ich das zumindest – auf der Suche nach sich selbst ist, und nicht weiß, ob er nun
Engel oder Teufel ist bzw. zwischen Selbstvertrauen und Selbstzweifeln schwankt. Schwachpunkte konnte ich – vielleicht abgesehen von der kurzen Spieldauer – keine ausmachen. Deshalb auch die uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Veröffentlichungstermin: 29.08.2005

Spielzeit: 38:20 Min.

Line-Up:
Marta Jandová – Gesang

Ralph Rieker – Bass

Thorsten Mewes – Gitarre

Jürgen Stiehle – Schlagzeug

Produziert von Udo Rinklin
Label: G.U.N. Records

Homepage: http://www.diehappy.de

Email: diehappy@diehappy.de

Tracklist:
1. Bitter To Better

2. In Love

3. Big Big Trouble

4. Perfect

5. Love To Hate You

6. I Am

7. Blood Cell Traffic Jam

8. Inside

9. If I Could Fly

10. Don´t Be Scared

11. Stranded