DESERT BENEATH THE PAVEMENT: Transit [Eigenproduktion]

DESERT BENEATH THE PAVEMENT suchen sich ihren Weg zwischen den weniger extremen Auswüchsen von Post Hardcore, Post Metal und Doom. Bis an die Spitze des Genres ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Ob DESERT BENEATH THE PAVEMENT so düster klingen, weil sie aus dem Industriemoloch Mannheim stammen, das ich gerne nach einem kurzen Zwischenstopp am Bahnhof wieder verlassen habe?* Oder liegt es doch an ihrem Konzept? Beeinflusst von Cormac McCarthys The Road und Thomas Pynchons Werken haben sich die jungen Musiker große Themen ausgesucht, ebenso wie ihre Vorbilder NEUROSIS, CULT OF LUNA, ISIS und FALL OF EFRAFA große Schatten werfen, aus denen diese junge Band leider nicht heraus treten kann. Ambitioniert sind DESERT BENEATH THE PAVEMENT durchaus, ein bisschen holprig klingt die Musik auf dem Debütalbum Transit aber dennoch. In langen Songs erleben die Songs einige Spannungsbögen, die übliche Laut-Leise-Dynamik, die durch die recht dumpfe Aufnahme allerdings nicht so ganz zur Geltung kommen, da kann der Mix und das Mastering aus der Tonmeisterei Oldenburg nicht alles retten.

Transit hat gute Momente, vergräbt sich nicht permanent in elegischen Momenten, wie man meinen möchte, sondern wird auch mal etwas schneller, dann wieder heavy und schließlich leidenschaftlich. Das Ziel, das DESERT BENEATH THE PAVEMENT angepeilt haben, ist das richtige, sie versuchen eine eigene Identität zu erlangen, mal weil sie in Richtung Metal abdriften, dann wieder weil sie inmitten ihrer oftmals cleanen Momente leidenschaftlichen Screamo parat haben. For Futility und On The Truck Bed funktionieren so prima, in God Meant New York und Do You Feel It When I Google You? reiten DESERT BENEATH THE PAVEMENT etwas zu sehr auf einzelnen Teilstücken herum, und wenn mit heiserer Stimme ein ums andere Mal Ich falle wiederholt wird, wirkt es eben doch recht prätentiös.

Trasit ist ambitioniert, stellenweise sogar etwas darüber hinaus. Deshalb werden Riffs Bedeutung beigemessen, die bei den Großen in der Szene schlicht durchgefallen wären. Aber seien wir nicht zu streng mit DESERT BENEATH THE PAVEMENT, die auf ihrem ersten Album einen guten Job abliefern. Die Gitarrenarbeit ist sicher und verspielt, Schlagzeugerin Laura kann mehr als nur langsame Grooves, sondern spielt auch gerne etwas schneller und vertrackter. Der Gesang ist allerdings ausbaufähig, in den heftigen Stellen zu hysterisch und in den melodischen Momenten nicht selbstbewusst genug. Wie gut DESERT BENEATH THE PAVEMENT sein können, beweisen dafür im Bonustrack Shambala mit Gastsänger Max Feibel, der die Band im Vergleich zur normalen Version auf eine ganz neue Ebene hebt.

Transit kann sich durchaus hören lassen, vor allem in Anbetracht der Dauer der Existenz von DESERT BENEATH THE PAVEMENT. Für die fünf jungen Mannheimer liegt aber noch ein weiter Weg an die Spitze der Szene. Wenn sie dran bleiben, ihren Weg zwischen den nicht allzu extremen Auswüchsen von Post Hardcore, Post Metal und Doom weiter verfolgen, dann kann das durchaus was werden. Reinhören schadet natürlich nicht, auf der Website der Band gibt es das Album zum Gratisdownload, der Ehrenkodex besagt natürlich, dass bei Gefallen 10 € für das schön aufgemachte Digipack auf jeden Fall investiert werden müssen.

*Wer mir übrigens schöne Ecken in Mannheim zeigen kann: Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen! Ich will eure Stadt nicht schlecht machen, nur weil Bülent Ceylan und Xavier Naidoo da wohnen.

Veröffentlichungstermin: 26. Oktober 2012

Spielzeit: 45:31 Min.

Line-Up:
Daniel – Vocals
Johannes – Guitar
Marc – Guitar
Florian – Bass
Laura – Drums

Label: Eigenproduktion

Homepage: http://desertbeneath.wordpress.com/

Mehr im Netz: http://desertbeneaththepavement.bandcamp.com/

Tracklist:
1. For Futility
2. God Meant New York
3. On The Truck Bed
4. Shambala
5. Do You Feel It When I Google You?
6. Shambala feat. Max Feibel (Bonus Track)