COFFEINNE: Requiem

COFFEINNE: Requiem

Es wäre leicht, hier mit irgendeinem billigen Witz über die tägliche Koffeindosis zu starten, aber zum einen ist COFFEINNE gar nicht die spanische Entsprechung unser aller Lieblingsdroge und zum anderen macht „Requiem“ nicht annähernd so süchtig wie die schwarze Brühe am Morgen. Der Melodic Metal des Quartetts bereitet zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit unverändert viel Spaß, existieren könnten wir notgedrungen aber auch ein paar Tage ohne ihn.

Das ist nicht unbedingt negativ gemeint, die zehn geradlinigen Tracks überzeugen mit ansprechenden Soli, gefälligem Riffing und einem oft zielstrebigen Ansatz, den Sänger Iñaki Lazcano zudem nie aus den Augen verliert. „Requiem“ ist nicht zuletzt aufgrund der melodischen Gesangsbögen überaus eingängig: „Back To The Light“ verzichtet auf Schnörkel, transportiert aber ein unmissverständliches Gefühl der Freiheit.

„Requiem“ ist catchy, kitschig und kurzweilig

COFFEINNE halten sich im Allgemein nicht lange mit irgendwelchen Sperenzchen auf. Die rockigen Gitarren in „One More Day“ sind alles andere als originell, doch dafür solide, während Lazcano seinem sonst hohen Gesang ein bisschen raue Rock-Kante hinzuaddiert. Wenn in „Forevermore“ die Leadgitarre in eine prominentere Rolle schlüpft, möchten wir wiederum die Spandexhose aus dem Kleiderschrank schnappen und die Zeit ein paar Dekaden zurückdrehen.

Keine Frage, „Requiem“ ist catchy, kitschig, kunterbunt und vielleicht deshalb auch so kurzweilig, sofern man sich auf diese ehrlich-unkomplizierte Melodic Metal-Schiene einlassen kann. Ein kleiner Hit wie „The Showdown“ mit seinem Ohrwurm-Refrain macht die Sache für uns natürlich ein wenig leichter, aber auch die gefühlvollere Seite mit „Wake Up“ oder „Never Again“ gibt sich durchaus gefällig, wenngleich auch bewusst poppig arrangiert.

COFFEINE treffen nicht immer ins Schwarze

Weil „Requiem“ im Allgemeinen jedoch mit Überraschungen geizt und bei einer Laufzeit von rund 47 Minuten nicht alle Tracks ins Schwarze treffen („Open Your Eyes“), sind COFFEINNE eben eine passende Adresse für extrem eingängigen Melodic Metal, zu keiner Zeit jedoch eine zwingende. Spätestens hier würde dann auch der Vergleich zur morgendlichen Tasse Kaffee hinken – verzichten könnten wir darauf nämlich beim besten Willen nicht.

Veröffentlichungstermin: 13.03.2020

Spielzeit: 47:08

Line-Up

Iñaki Lazcano – Vocals
David Villarreal – Gitarre
Miguel Manjón – Bass
Pako Martinez – Drums

Produziert von David Villarreal und Sergio Salcedo

Label: Art Gates Records

Facebook: https://www.facebook.com/Coffeinne-1013748078752599/

COFFEINNE “Requiem” Tracklist

1. Frozen Seas
2. Back to the light (Lyric-Video bei YouTube)
3. One more day
4. Forevermore (Video bei YouTube)
5. The Showdown
6. Never Again
7. Wake Up
8. Open Your Eyes
9. Crash and Burn
10. Requiem (Feat Timo Tolkki) (Lyric-Video bei YouTube)

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.