CB MURDOC: The Green

"The Green" klingt nicht wie angepriesen nach MESHUGGAH, sondern eher wie ein Projekt von MNEMIC-Musikern mit Shagrath und einem fehlgezündeten Synthesizer ohne zündende Songwriting-Momente.
Oft genug werden im Musikbusiness mit an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen Erwartungen geschürt, die dem akustischen Härtetest nicht standhalten. Neuestes Beispiel: CB MURDOC aus Stockholm, die mediokren Modern Metal der härteren Gangart spielen und dabei gelegentlich progressive Querverweise einbauen, wozu Johan Ljung sich – blödes Wortspiel ahoi – die Lungen blackmetalmäßig aus dem Leibe keift.
Zugute halten muss man CB MURDOC, dass sie eigenständig und technisch absolut über jeden Zweifel erhaben klingen. Die Banderfahrung einiger Mitglieder bei MÖRK GRYNING dürfte hier das nötige Maß an Routine mitgebracht haben, um The Green vor der Ausmusterung zu bewahren. Rein objektiv befindet sich die Platte also in selbigem Bereich.
Nun wäre es einfach, die eingangs erwähnten falschen Erwartungen für mangelnden Hörspaß verantwortlich zu machen. Der Kollege, der das Bandinfo zusammengetippselt hat, stellt zunächst einmal den hanebüchenen Vergleich mit MESHUGGAH an, um anschließend CB MURDOCs Musik als Djent zu umschreiben. Alles, was recht ist, aber weder genügen ein paar komplexere Parts jenseits des Härtegrades von DREAM THEATER, noch sind auf The Green größere Mengen atmosphärisch stimmiger Parts oder das übliche polyrhythmische Telefonnummertrommeln und -riffen zu hören, um diese Behauptungen in irgendeiner Weise zu stützen.
Doch nach einigen Hördurchgängen kristallisiert sich das eigentliche Manko von The Green heraus. CB MURDOC werfen viel zu viele Zutaten in einen Topf, sodass das Ergebnis wie ein Projekt von MNEMIC-Musikern mit Shagrath und einem fehlgezündeten Synthesizer klingt. Solche wilden Mixturen können nur dann funktionieren, wenn sie durch bärenstarke Kompositionen und einprägsame Momente zusammengehalten werden. Auf The Green regiert jedoch bei aller instrumentaler Präzision das Chaos.

Veröffentlichungstermin: 23.03.2012

Spielzeit: 40:24 Min.

Line-Up:

Johan Ljung – Gesang
Johan Larsson – Synthies
Thomas Hellgren – Bass
Fredrik Boethius Fjärem – Gitarre
Kim Wenneström – Gitarre
C-G Bäckström – Schlagzeug 

Label: Spinefarm/Soulfood
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/cbmurdoc

Tracklist:
1. Devon
2. Patch
3. Changeling
4. Adore
5. Two In One
6. Trinkets Of Deceit
7. D.I.D.
8. By Omission