CADAVER: Necrosis

Für Puristen eben.

Vielleicht erinnert sich noch einer an CADAVER, die seinerzeit das erste norwegische Death Metal-Album veröffentlichten und 1993 schließlich kapitulierten. 2001 erschien dann von einer obskuren Truppe namens CADAVER INC. das Album Discipline und die Band erschuf eine Website, die Besuchern Alibis und Säuberungsaktionen für Morde versprach. Ehrlichgesagt hatte ich mir die Musik zu dieser Webpage anders, moderner, technischer und kälter vorgestellt. Jedenfalls lief die Geschichte aus dem Ruder, sogar die norwegische Regierung nahm Notiz von dieser Geschichte und CADAVER INC.nahmen reumütig wieder ihren alten Namen an und schmollten im Proberaum bis… ja bis…

Necrosis das Licht der Welt erblickte. Zutiefst im Urdröhn des skandinavischen Death Metals verwurzelt, poltern die neun Songs aus den Boxen, dass dem Hörer Angst und Bange wird. So fies, und brutal CADAVER auch klingen, sie sind zutiefst kultig und sympatisch. VOMITORY– und VADER-Fans werden den Batzen wohl sehr gerne fressen und durch diverse schwarzmetallische Einsprengsel, die in Richtung SATYRICON deuten, bleiben die Burschen auch ihren geografischen Wurzeln treu. So gibt es in Evil is Done und Awakening einige finstere Einflüsse, aber auch modernere Strömungen fließen in Necrosis ein, wie Goat Father, das teilweise an neuere MORBID ANGEL erinnert.

Necrosis ist ein spaßiges Album, das aber nicht mit hochkarätigen Veröffentlichungen wie den letzten Alben von VOMITORY und DISMEMBER mithalten kann, unter anderem durch die dünne Produktion und den ausdruckslosen Gesang von Apollyon, der auch bei DHG kreischt. Schade, irgendwie wäre viel mehr bei drin gewesen, auch wenn das Brechen der Geschwindigkeitsrekorde wie in Heartworm und Konsorten durchaus reizvoll ist. Für Puristen eben.

Veröffentlichungstermin: 19. April 2004

Spielzeit: 34:52 Min.

Line-Up:
Apollyon – Vocals, Bass

Neddo – Guitar

Balvaz – Guitar

Czral – Drums

Label: Candlelight Records

Homepage: http://www.cadaver.no

Email: cadaver@online.no

Tracklist:
1. Necro as Fuck

2. Decomposed Metal Skin

3. Evil is Done

4. Odium

5. Awakening

6. Goat Father

7. Unholy Death

8. The Etching Cleanser

9. Heartworm