BRUCE DICKINSON: The Chemical Wedding

BRUCE DICKINSON: The Chemical Wedding

Es ist wirklich erstaunlich! BRUCE DICKINSON ist wirklich nicht einzuschätzen und mit viel Skepsis ging ich mal wieder an sein neues Album ‚The Chemical Wedding‘ heran. ‚The Accident of Birth‘ hatte ja noch einen deutlichen MAIDEN-Einschlag und nachdem Bruce zuvor deutlich in Alternative-Gefilde gerückt war, konnte man sich bei der Rückkehr zum Metal-Sound eines faden Beigeschmacks nicht erwehren. Wie weggefegt waren für mich jedoch alle Bedenken, als ich das neue Album in den CD-Player legte und zwei bis drei Durchläufe genoss. BRUCE DICKINSON hat nicht den Versuch unternommen, ein weiteres Maiden-Nachfolge-Album aufzunehmen, sondern ein weiteres Meisterwerk hingelegt, das sich von allen bisherigen Solo-Scheiben unterscheidet und doch so typisch für ihn ist. Und dabei hat er es geschafft, was nur wenigen Bands vergönnt ist, und zwar moderne Einflüsse so in den Sound einzubauen, ohne dass dies gezwungen rüberkommt, und gleichzeitig so mit traditionellen Tönen zu verschmelzen, dass es wirklich schwer fällt, dies Album überhaupt einzuordnen…ist dies nun Metal, ist es einfach Rock, oder was?

BRUCE DICKINSON hat sein Faible für Klassikeinflüsse wiederentdeckt

Auffällig ist auch, dass das Album trotz aller Melodie eine sehr düstere und strange Atmosphäre ausstrahlt, die man jedoch ebenfalls nur sehr schwer erklären kann. Lediglich daran, dass Adrian Smith auf seine Gitarre Bass-Saiten aufgezogen hat, kann es ja wohl nicht liegen. Es sind eher diese unterschwelligen Vibes, die einem ein gewisses Gefühl der Beklemmung geben. Doch nicht nur Düsternis prägt dieses Album, genauso scheint der gute Bruce ein gewisses Faible für Klassikeinflüsse wiederentdeckt zu haben, was ganz deutlich im Titelsong ‚The Chemical Wedding‘ oder in ‚The Killing Floor‘ zu hören ist. Bei ‚Jerusalem‘ kommen dann sogar die Wurzeln des Briten zum Vorschein und so hat auch der Folk seinen Weg in den BRUCE DICKINSON-Sound gefunden.

Was natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, ist der Hymnencharakter des Albums, der schon allein durch die Gesangslinien Dickinsons obligatorisch ist. Als Beispiele seien nur die o.g. Songs ‚Jerusalem‘ oder ‚The Chemical Wedding‘ genannt oder die getragene Metal-Hymne ‚Gates of Urizen‘. Den würdigen Abschluss findet das Album dann im Epos ‚The Alchemist‘, das im Schlussteil auch wieder auf das ‚Chemical Wedding‘ zurückgreift und so den Kreis schließt.

„The Chemical Wedding“ ist ein Konzeptalbum

Dass es sich bei diesem Album um ein Konzeptalbum handelt, ist deutlich
zu spüren, dass es hierbei jedoch thematisch um den Alchemismus geht, war für mich anhand der Texte nicht herauszufinden und die Story des
Albums blieb mir bis jetzt verborgen. Das sehr schön gemachte Artwork, mit dem die CD daherkommt, und das aus Gemälden des Künstlers William Blake besteht, festigt den großartigen Eindruck des Albums und somit kann man nur sagen, dass dies der Höhepunkt in der Solo-Karriere Dickinsons darstellt.

Spielzeit: 57.37 min.

Line-Up

Bruce Dickinson – Voices
Adrian Smith – Guitar
Roy Z – Guitar
Eddie Casillas – Bass
David Ingraham – Drums

Produziert von Roy Z
Erschienen bei Air Raid Records

BRUCE DICKINSON „The Chemical Wedding“ Tracklist

1. King in Crimson
2. Chemical Wedding
3. The Tower
4. Killing Floor
5. Book of Thel
6. Gates of Urizen
7. Jerusalem
8. Trumpets
9. Machine Men
10. The Alchemist

Fierce
.