BROTHERS OF THE SONIC CLOTH: Brothers Of The Sonic Cloth

BROTHERS OF THE SONIC CLOTH: Brothers Of The Sonic Cloth

Nun, in der Grunge-Szene war ich nie wirklich aktiv, und außerdem bin ich etwas zu jung, um die erfolgreichen Jahre der Band TAD wirklich mitbekommen zu haben. Deren Frontmann Tad Doyle ist wieder aktiv und lässt seine stilisitische Vergangenheit hinter sich. BROTHERS OF THE SONIC CLOTH liefern einen brachialen, urgewaltigen Mix aus Doom und Sludge, der mit einer Gitarrenwand in Zeitlupe wirklich beachtliche Durchschlagskraft zeigt. Man ist nach dem ersten Durchgang kurz davor zu denken, dass das Debütalbum des Seattle-Trios eine neue Ära der Heaviness einläuten könnte. Und Bands wie YOB können monströsen Songs wie Empires Of Dust, Unnamed und I Am nur schwer etwas entgegen setzen. BROTHERS OF THE SONIC CLOTH haben dennoch mehr zu bieten als nihilistische Riffs, schleppendes Drumming und heftiges Gebrüll, was sich aber erst nach und nach erschließt.

Die Riffwand, die leidenden Röhren, die Agonie der Amps, der verzerrte Bass, das alles lässt beinahe überhören, dass BROTHERS OF THE SONIC CLOTH einige Finessen in ihre Musik einbauen konnten. Seien es Leadgitarren, die ein Mindestmaß an Melodie oder Atmosphäre in die Musik bringen, der ein oder andere ruhige Part oder Riffs, die die Grunge-Vergangenheit der Band erkennen lassen. Bis diese kleinen Feinheiten, die besonders gut im elfminütigen La Mano Poderosa zur Geltung kommen, zu erkennen sind, dauert es seine Zeit, denn während der ersten Durchläufe ist man erschlagen von der vordergründigen Heaviness der BROTHERS OF THE SONIC CLOTH. Anstrengend ist dieses Debütalbum fraglos, angefangen vom recht kurzen und treibenden Lava, bis hin zu The Immutable Path gibt es praktisch keine Pausen zum Durchatmen.

Würden HIGH ON FIRE und NEUROSIS Songs von YOB spielen, BROTHERS OF THE SONIC CLOTH entstünden ungefähr daraus. Allerdings hinken Tad Doyle und seine Crew qualitativ hinter diesen großen Namen her: Es bleibt wenig von den sieben Songs hängen, es dauert reichlich lange, bis sie sich festigen, das nötige Quäntchen Genialität und Originalität fehlt trotz des bisweilen ungewöhnlichen Ansatzes im Songwriting. Die Produktion, der Mix von Billy Anderson und vor allem der Gitarrensound sind hingegen ganz hervorragend. Das scheußliche Cover lädt allerdings nicht gerade zum Erstkontakt ein. Doom- und Sludge-Fans, die diese optische Hürde überwinden und sich mit Muße in dieses akustische Abenteuer stürzen, können hier jedoch das überaus solide Debüt einer Band mit viel Potenzial entdecken. Ich mahne abschließend nochmals zur Vorsicht: Das ist ein schwerer Brocken (gilt sowohl für dieses Album, als auch den Frontmann).

Veröffentlichungstermin: 13. Februar 2015

Spielzeit: 44:38 Min.

Line-Up:
Tad Doyle – Guitars, Vocals
Peggy Doyle – Bass, Piano
Dave French – Drums

Label: Neurot Recordings

Homepage: http://www.taddoyle.com/botsc

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/pages/Brothers-of-the-Sonic-Cloth/63586406187?fref=ts

Tracklist:
1. Lava
2. Empires Of Dust
3. Unnamed
4. La Mano Poderosa
5. I Am
6. The Ummutable Path
7. Outro