BRAINSTORM: Memorial Roots

BRAINSTORM: Memorial Roots

Ungewohnt düster wird „Memorial Roots“ eingeleitet. „Forsake What I Believe“ ist ein schleppender, zäher Opener mit basischen Riffs, dezenten Keyboards und simpel aufgebautem Refrain. Die Vocaleffekte in der zweiten Strophe sorgen für einen modernen Touch und fügen sich super ein, trotzdem ein ziemlich harter und mutiger Brocken, der sich deutlich von den bisherigen Openern abgrenzt. „Shiver“ legt dann was Geschwindigkeit angeht ein paar Brickets drauf, hat aber ebenfalls diesen bedrohlichen Unterton und erst „The Conjunction Of 7 Planets“ schlägt dann versöhnlichere Töne an. Mit dem interessanten Einstieg, dem einprägsamen Grundriff und dem toll vorbereiteten Refrain ist die Nummer auch definitiv eines der Highlights des neuen Albums.
Wirkte der Vorgänger „Downburst“ bei einigen Tracks fast schon ein bisschen wie auf Nummer sicher gegangen, bzw. auf das Zielpublikum zugeschneidert, bietet „Memorial Roots“ mehr Raum für Experimente und abwechslungsreicheres Songwriting. Trotz der glasklaren Produktion klingt alles unangepasster und haut einfach mehr rein, verlangt aber auch mehr Hingabe vom Hörer.
Mit „Cross The Line“ gibt es einen schönen Uptempokracher, „Nailed Down Dreams“ schafft nicht alleine aufgrund der Keyboard-Einsätze kräftig Atmosphäre und entwickelt sich gleich beim ersten Durchlauf zum waschechten Ohrwurm. Schwachpunkte gibt es keine zu vermelden, dafür mit „Ahimsa“ noch einen orientalisch anmutenden Kracher, der keinen Fan melodischen Metals mit Eiern stillsitzen lassen sollte, mit „The Final Stages Of Decay“ ein kleines Melodiewunder und mit „Victim“ einen extrem groovigen, eher untypischen Track, der ebenfalls vom ersten Takt an überzeugt und durchaus neue Wege beschreitet.
Ein schwaches Album haben BRAINSTORM nie abegliefert, aber ohne jetzt eine Rangliste erstellen zu wollen behaupte ich jetzt einfach mal, dass „Memorial Roots“ qualitativ ganz oben mitspielt und mittlerweile sogar zu meinem Liebling avanciert ist. Manche mögen wieder meckern, dass die oft vorhandenen Keys den Songs Power entziehen, ich empfinde das absolut nicht so und finde im Gegenteil, dass die Songs gerade durch die aufwändigeren Arrangements mehr Tiefe entwickeln.
Nix mit skandinavischem Kindergeträllere, keine angepinselten Schmalhans-Paganfigürchen und auch kein rumpeliger True Metal von künstlich gepushten Schülerbands! Melodischer Metal mit Power und starken Melodien, der traditionell aber eben nicht angestaubt klingt. Sowas Gutes muss doch eigentlich aus Schwaben kommen? Tut es natürlich auch!

Veröffentlichungstermin: 16.10.2009

Spielzeit: 54:44 Min.

Line-Up:
Andy B. Franck – vocals
Torsten Ihlenfeld – guitar
Milan Loncaric – guitar
Antonio Ieva – bass
Dieter Bernert – drums
Label: AFM Records

Homepage: http://www.truemetal.org/brainstorm

MySpace: http://www.myspace.com/officialbrainstorm

Tracklist:
01 Forsake What I Believe
02 Shiver
03 The Conjunction Of 7 Planets
04 Cross The Line
05 Nailed Down Dreams
06 Blood Still Stains
07 Ahimsa
08 The Final Stages Of Decay
09 Victim
10 When No One Cares
11 Would You

Ulle