BON JOVI: Have A Nice Day

"Have A Nice Day" enttäuscht mit Sicherheit keinen BON JOVI-Fan, überrascht allerdings auch nicht sonderlich und hätte durchaus mit einem "Hat-man-alles-bereits-auf-anderen-Alben-der-Band-gehört"-Sticker versehen werden können.

21 Jahre nach der Veröffentlichung des selbstbetitelten Erstlings ist die Band um ihren als John Francis Bongiovi Jr. geborenen Chef mittlerweile bei Studioalbum Nummer 9 angelangt. Have A Nice Day enttäuscht mit Sicherheit keinen BON JOVI-Fan, ging in der ersten Woche nach der Veröffentlichung satte 201.881 Mal über die US-Ladentische, überrascht allerdings nicht sonderlich und hätte auch mit einem Hat-man-alles-bereits-auf-anderen-Alben-der-Band-gehört-Sticker versehen werden können.

Das mag beim ersten Lesen etwas negativ klingen, ist aber wirklich nicht so gemeint. Nein, die Band aus New Jersey klaut hier nur gerne und viel bei sich selbst und präsentiert ihren Fans erneut die bekannte und massentaugliche Mischung aus straighten Rocksongs und balladesk-getragenen Stücken, wobei das rockigere Songmaterial doch deutlich in der Überzahl ist. Am Sound, unter anderem erledigte der für seine Arbeiten mit z.B. den BLACK EYED PEAS, GREEN DAY, AMANDA MARSHALL, BRIAN SETZER oder HOOBASTANK bekannte Chris-Lord Alge den Mix, gibt es erwartungsgemäß nichts auszusetzen und zusammen mit Erfolgsproduzent John Shanks, der auch für MELISSA ETHERIDGE, SHERYL CROW, HILARY DUFF, LINDSAY LOHAN, BACKSTREET BOYS oder MICHELLE BRANCH arbeitete, entstanden dreizehn Songs, von denen etliche wirklich Klasse haben.

Aber in einigen Fällen klingt es eben auch nur gut oder okay, womit ich sagen will, dass einige Stücke vielleicht etwas zu sehr nach B-Seite und 08/15-Stangenware klingen und ihnen das gewisse Etwas fehlt. Nein, damit meine ich nicht wirklich starke Songs wie die rockigen Last Man Standing, I Want To Be Loved, Have A Nice Day, Last Cigarette, der Bonustrack Dirty Little Secret oder Story Of My Life – das sind alles wirklich gute Songs. Auch die Ballade Welcome To Wherever You Are oder das fröhlich entspannte Who Says You Can´t Go Home im BRUCE SPRINGSTEEN-Stil gehören zu den überzeugenden Tracks dieses Albums. Aber ganz ehrlich, noch vor zwölf oder fünfzehn Jahren wären Stücke wie das rockige Novocaine, das mit Laut/Leise-Dynamik operierende I Am, das mir etwas zu pathetische Bells Of Freedom oder das mit Streicherklängen unterlegte Wildflower mit Sicherheit nicht auf einem offiziellen BON JOVI-Album gelandet, sondern hätten allenfalls als Single-Bonustrack oder Sampler-Beitrag Verwendung gefunden. Aber durch die Veröffentlichung von Alben wie New Jersey (1988), Slippery When Wet (1986) oder Keep The Faith hat die Band nicht nur ihre Fans (denkt daran: 100.000.000 Bon Jovi Fans Can´t Be Wrong) verwöhnt, sondern ihre eigene Messlatte auch sehr hoch gelegt. Selbst Schuld!

Auch wenn mich dieses BON JOVI-Werk nicht mehr so gewaltig vom Hocker fegt, wie andere Scheiben der Band, gehört Have A Nice Day ohne Wenn und Aber in das CD-Regal eines jeden BON JOVI-Fans. Ich bin ja selber einer.

Veröffentlichungstermin: 19.09.2005

Spielzeit: 53:32 Min.

Line-Up:
Jon Bon Jovi – Vocals, Backing Vocals

David Bryan – Keyboards

Richie Sambora – Guitars, Backing Vocals

Ticco Torres – Drums, Percussion

Hugh Mcdonald – Bass

Produziert von Jon Bon Jovi, Richie Sambora, John Shanks, Rick Parashar
Label: Universal Music

Homepage: http://www.bonjovi.com

Tracklist:
1. Have A Nice Day

2. I Want To Be Loved

3. Welcome To Wherever You Are

4. Who Says You Can´t Go Home

5. Last Man Standing

6. Bells Of Freedom

7. Wildflower

8. Last Cigarette

9. I Am

10.Complicated

11. Novocaine

12. Story Of My Life

13. Dirty Little Secret