BEEHOOVER: Heavy Zooo

BEEHOOVER: Heavy Zooo

Wie schrieb Kollege Gnadiator von Zosh (Radio Z) kürzlich in seinem Blog? BEEHOOVER sind die unbestrittenen Könige in ihrem selbstkreierten musikalischen Paralleluniversum, fahren ihr ganz eigenes Ding, verstehen es, den Doom mitreißend zu zelebrieren und ganz nebenbei das Metal-Genre für sich völlig neu zu definieren. Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen. Ein eigener Kosmos. Eigene Regeln. Entweder man sieht sich als Teil davon, oder nicht. Eine Bewertung außerhalb dieser Kriterien bringt wenig. Man muss BEEHOOVER als BEEHOOVER betrachten und am besten auch mögen – ansonsten ist man sehr schnell zum Scheitern verurteilt.

Im Interview zum Vorgängeralbum hat das Duo angekündigt, noisigere Wege zu beschreiten. Das kann man nachvollziehen, trotzdem sind BEEHOOVER weit davon entfernt nach Noise zu klingen. Noch immer zelebriert man diese sehr eigenständige Mischung aus Doom, Stoner, Prog und Groove, die sich so schwer in Worte fassen lässt. Die Band spielt mit den Erwartungen des Zuhörers, erfüllt sie und tritt sie gleichzeitig mit Füßen. Jemandem anderen die Musik vorzuspielen, und dabei zu erklären hör dir mal diesen Song an, ist der nicht total geil, funktioniert nicht. Bei einzelnen Parts kann man das machen. Wie zum Beispiel beim genialen Anfang des Titelsongs – dieses out of my Mouth, smoke is rising kriegt man kaum mehr aus dem Kopf. Viele werden die Musik von BEEHOOVER als extrem komplex bezeichnen. Mit völlig simplen Mitteln, wie etwa dem Keyboardteil von Pain Power, den TRIO nicht hätten besser machen können, gibt man eine einfache und treffsichere Antwort auf diesen Komplexitätsvorwurf. Selbst wenn man die Band und die Musik mag – was ich für mich eindeutig bejahen würde -, sieht man sich selbst ständig im inneren Konflikt. Über- oder unterbewerte ich BEEHOOVER? Sie machen es einem so ganz und gar nicht leicht. Als ich Heavy Zooo die ersten paar Mal gehört habe, war für mich klar, dass ich den Vorgänger bevorzuge. Damalige Begründung: BEEHOOVER legen zu viel Wert auf den Sound und vernachlässigen die Songs. Aber stimmt das wirklich? Die Stücke auf Heavy Zooo sind mir inzwischen derart vertraut, dass ich es selbst nicht mehr bewerten kann. Und doch habe ich nach wie vor das Gefühl, dieses Album nicht wirklich gut zu kennen – egal ob es sich um einen eingängigeren Song wie Dance like a Volcano handelt, das lange nicht so Disco-mäßig klingt, wie das BEEHOOVER angedeutet hatten, oder ob es um ein Monumentalstück wie Stanislav Petrov geht.

Fest steht: Human Zooo ist ein weiteres herausragendes Stück Musik von einer Band, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, wenn man Metal mit einem offenen Geist hört. BEEHOOVER können nicht jedem gefallen, aber sie können ein bestimmtes Publikum sehr glücklich machen.

Veröffentlichungstermin: 23.04.2008

Spielzeit: 51:30 Min.

Line-Up:
Ingmar Petersen – Bass, Gesang, Gitarre
Claus-Peter Hamisch – Schlagzeug, Gesang

Label: Exile on Mainstream Records / Soulfood

Homepage: http://www.beehoover.com

Tracklist:

1. Solitude in bloom
2. Heavy zooo
3. Pain power
4. Iron horse
5. Esophagus overdrive
6. Spirit & crown
7. My funeral procession
8. I desert
9. Dance like a volcano
10. Stanislav Petrov

Fierce
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