ANY GIVEN DAY: Overpower

ANY GIVEN DAY: Overpower

Als ich neulich mal wieder philosophierte, warum Metal die beste aller Musikrichtungen ist, kam ich immer wieder auf ein Argument zurück: Metal findet immer die richtigen Worte, ganz gleich, in welcher Gemütslage wir uns befinden; ob wir uns nach zermalmender Wut oder großen Melodien sehnen. Und sollten wir wider Erwarten gänzlich unentschlossen sein, springt kurzerhand eine Band wie ANY GIVEN DAY in die Bresche, indem sie uns das komplette Paket serviert.

„Overpower“ kann beizeiten überraschend kraftvoll werden, wenn etwa im frenetischen „Taking Over Me“ das hämmernde Schlagzeug von einem Moshpart zum nächsten eilt oder Fronter Dennis Diehl im Refrain von „Never Surrender“ mit dem Kopf durch die Wand will. Grundsätzlich aber zieht sich ein großer Hang zur Melodie durch die elf Stücke, die nicht selten von Diehls fantastischer Singstimme getragen werden.

„Overpower“ trägt seine Inspiration auf der Brust

ANY GIVEN DAY agieren dabei auf durchweg hohem Niveau, wenngleich der melodische Metalcore seine musikalische Inspiration nie gänzlich verbergen kann. So erinnern „Start Over“ und die tolle Single “Savior” frappierend an KILLSWITCH ENGAGE, während in „Taking Over Me“ kurzzeitig der Geist SCAR SYMMETRYs durchblitzt. In Verbindung mit Dennis Diehls sonorem Gesang wecken Rhythmus und Groove von „Sure To Fail“ schließlich Erinnerungen an SOILWORK. Den schwedischen Melodic Death Metal-Urgesteinen zollen ANY GIVEN DAY zudem mit dem Ohrwurmrefrain von „Whatever It Takes“ ein weiteres Mal Tribut.

ANY GIVEN DAY machen vieles richtig

Das sind wahrhaftig nicht die schlechtesten Referenzen und doch zehrt es am Drittwerk der Gelsenkirchener, dass das Songwriting vielerorts den eigenen Charakter missen lässt. Trotz enormer Bandbreite, die vom hardcorelastigen „In Deafening Silence“ bis zur gelungenen Powerballade „Lonewolf“ reicht, fehlt „Overpower“ daher noch der letzte Biss, der aus einem ausgesprochen guten Album ein großartiges macht. Dass ANY GIVEN DAY dennoch vieles richtig machen, steht außer Frage. Schließlich schüttelt man nicht so einfach ein Album aus dem Ärmel, das glattweg eine plausible Antwort auf die vielleicht wichtigste aller Fragen gibt: Warum der Metal die beste aller Musikrichtungen ist.

Veröffentlichungstermin: 15.03.2019

Spielzeit: 42:20

Line-Up:
Dennis Diehl – Gesang
Andy Posdziech – Gitarre
Dennis Ter Schmitten – Gitarre
Michael Golinski – Bass
Raphael Altmann – Schlagzeug

Label: Arising Empire

Homepage: https://anygivenday.eu/
Facebook: https://www.facebook.com/AnyxGivenxDay/

ANY GIVEN DAY “Overpower” Tracklist

01. Start Over
02. Loveless (Video bei YouTube)
03. Savior (Video bei YouTube)
04. Taking Over Me
05. Lonewolf (Video bei YouTube)
06. Devil Inside
07. Sure To Fail
08. In Deafening Silence
09. Whatever It Takes
10. Fear
11. Never Surrender

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.