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ANGRA: Temple of Shadows

ANGRA: Temple of Shadows

Es ist immer etwas besonderes, wenn man das Album einer Band bespricht, von der man ein T-Shirt besitzt! Im Fall von ANGRA ist das ein Batik-Shirt aus Holy Land-Zeiten, das sich ausgesprochen gut gehalten hat. Die Band selber stand dagegen zwischendurch bekanntermaßen kurz vor dem Aus. Die beiden verbliebenen Gitarristen Kiko Loureiro und Rafael Bittencourt lieferten dann aber zusammen mit drei Neuzugängen in Form von Rebirth ein gelungenes Comeback ab. Es folgten Konzerte in aller Welt und eine EP.

Nun veröffentlichen die Brasilianer mit Temple of Shadows ihr mittlerweile fünftes Studioalbum. Die Band ist darauf wieder progressiver geworden und hat bei den härteren Songs ein paar Briketts zugelegt. Darunter leidet allerdings die Eingängigkeit der Songs. Lediglich der Opener Spread Your Fire kann gleich beim ersten Anhören dank seiner Killertitelzeile überzeugen. Ansonsten besitzen die Stücke zwar die ANGRA-typische Atmosphäre, wirken aber stellenweise überfrachtet und sind bisweilen eher schwer verdaulich.

Das liegt zum Teil sicher auch daran, dass ANGRA diesmal ein Konzeptalbum (über einen vom Glauben abfallenden Kreuzritter) komponiert haben. Andererseits kann ich mir auch gut vorstellen, dass die Band keine Lust hatte, immer nur die selben alten Ideen neu umzusetzen. Die Veränderung ist ohnehin nicht dermaßen gravierend, dass man ANGRA nicht wiedererkennen würde.

Interessanterweise hört sich Sänger Edu Falaschi dabei über weite Strecken eher wie EDGUY-Frontmann Tobias Sammet an. Einzig bei der typischen Midtempo-Nummer Wishing Well klingt Falaschi so richtig wie sein Vorgänger Andre Matos. Das ist in diesem Fall natürlich absolut unproblematisch. Denn Matos ist und bleibt ein guter Sänger und Temple of Shadows klingt ohnehin eigenständig genug.

Anno 2004 ist vor sehr beeindruckend, dass die Musiker auch die kompliziertesten Teile so souverän runterzocken wie DREAM THEATER. Zudem gibt es bei Angels And Demons einige Geschwindigkeitsausbrüche, die trotz aller kleinen Details sehr wuchtig klingen. Und dann wären da noch Temple of Hate und Winds of Destination, die das Härteste sind, das ANGRA je gemacht haben. Mit von der Partie sind hier auch zwei illustre Gastsänger, namentlich Kai Hansen (GAMMA RAY) und Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN). Während Temple of Hate (mit Hansen) nach einer gewissen Eingewöhnungsphase zündet, erinnert Winds of Destination gesanglich wie musikalisch etwas an DEMONS AND WIZARDS. Entsprechend will der Funke hier nicht so recht überspringen.

Die übrigen Songs enthalten freilich auch die ein oder andere heftige Passage. Gleichzeitig gibt es wie gewohnt eine Menge folkloristischer Einschübe mit allerlei Schlaginstrumenten und akustischen Gitarren. Das Beispiel hierfür ist Late Redemption, bei dem Sänger Milton Nascimento der Musik einen Chanson-Touch gibt. Zuletzt ist auf dem Album noch ein klassisches Instrumentalstück, das sehr nach epischer Filmmusik klingt.

Fazit: ANGRA machen es sich und ihren Fans mit Temple of Shadows nicht gerade leicht. Zugleich verhindert die Weiterentwicklung, dass die Band sich wiederholt. Wer lieber Musik im Stil der ersten beiden Alben hören will, sollte EYES OF SHIVA antesten. Für aufgeschlossene Gemüter gibt es auf Temple of Shadows dagegen viel zu entdecken.

PS: Das Album erscheint auch als Limited Edition mit einer 160-minütigen Live-DVD, die während der Rebirth World Tour in Sao Paulo aufgenommen wurde.

Veröffentlichungstermin: 15.11.2004

Spielzeit: 66:25 Min.

Line-Up:
Edu Falaschi: Gesang

Kiko Loureiro: Gitarre

Rafael Bittencourt: Gitarre

Felipe Andreoli: Bass

Aqualis Priester: Schlagzeug

Produziert von Dennis Ward
Label: Steamhammer/SPV

Homepage: http://www.angra.net

Tracklist:
1. Deus Le Volt!

2. Spread Your Fire

3. Angels And Demons

4. Waiting Silence

5. Wishing Well

6. Temple of Hate

7. Shadow Hunter

8. No Pain For The Dead

9. Winds of Destination

10. Sprouts of Time

11. Morning Star

12. Late Redemption

13. ???

Bonus-DVD:

1. In Excelsis

2. Nova Era

3. Acid Rain

4. Angels Cry

5. Heroes of Sand

6. Metal Icarus

7. Millenium Sun

8. Make Believe

9. Drum-Solo

10. Unholy Wars

11. Rebirth

12. Time

13. Running Alone

14. Crossing

15. Nothing To Say

16. Infinished Allegro

17. Carry On

18. The Number of the Beast