AMERICAN GRIM: Ultra Black

AMERICAN GRIM: Ultra Black

Sänger Ryan Grim sprach Ende 2019 vor der Veröffentlichung von „Ultra Black“ klare Worte. „Nightmare“ handele vom Zusammenbruch der Gesellschaft, aber vor dem Wissen und dem Glauben daran, dass man Situationen wie diese dennoch immer überwinden könne. Kaum ein halbes Jahr später ist genau dies Realität. Geplant hatten AMERICAN GRIM den Soundtrack zur globalen Corona-Krise sicherlich nicht und dennoch ist das eingangs paraphrasierte Zitat plötzlich aktueller denn je.

Wie sich dieser letztendlich anhört, ist mit einem Attribut derweil gar nicht zu erfassen. Vielmehr mischt das Trio Elemente aus Rock, Nu Metal und Industrial wild durcheinander, ohne jedoch selbst die Orientierung zu verlieren. „Ghost“ ist mit seinen tanzbaren Synthesizer-Melodien und dem stampfenden Rhythmus etwa ein recht straighter Auftakt, der gesanglich – so absurd es klingen mag – an die rockigen Momente von WHILE SHE SLEEPS erinnert.

Je länger „Ultra Black“ läuft, desto mehr drängen sich Verweise in Richtung KORN oder LINKIN PARK auf

Dank der Synth-Effekte bleibt das Klangbild im Allgemeinen dicht, bei all seinem industriellen Charme jedoch nie gefühlskalt. Die Rock-Schiene fahren AMERICAN GRIM auch in „Nightmare“ und „So Sick“ ziemlich erfolgreich, experimenteller wird es dagegen in „Tell Me“, „White Walls“ und dem repetitiven „Asylum“, wo elektronische Beats und Sprechgesang das Ruder an sich nehmen. Ein bisschen Zeitreise sind die Tracks dank ausgeprägter Nu Metal-Schlagseite schon, während „Living Terror“ zwischen Dark Pop und Alternative Rock die Gegensätze auszuloten sucht.

Vor einem düsteren Gothic-Industrial-Hintergrund knurrt Sänger Ryan Grim im Titeltrack mit rauer Stimme die Strophe, bevor er den eingängigen Refrain fast schon mit Zärtlichkeit in der Stimme intoniert. „Paralyzed“ gefällt wiederum mit viel Elan und interessanten Drum-Patterns, während uns „Gods And Kings“ ein wenig an OCEANS erinnert. Trotzdem: Je länger „Ultra Black“ läuft, desto mehr drängen sich Verweise in Richtung KORN oder LINKIN PARK auf, deren Fans bei AMERICAN GRIM dank der gefällig arrangierten Stücke sicherlich nicht an die schlechteste Adresse geraten sind.

AMERICAN GRIM fehlt es an Tiefe

Darüber hinaus fehlt es „Ultra Black“ seines Abwechslungsreichtums zum Trotz aber an originellen Ideen und vor allem Kanten. Im Endeffekt sind die 13 Songs dann doch zu brav und gefällig, um uns über einen längeren Zeitraum zu beschäftigen. So haben AMERICAN GRIM zwar zufällig den Finger am Puls der Zeit und doch fehlt es der Platte an Tiefe – auch, aber nicht nur als unser Begleiter in Zeiten von „Social Distancing“.

Veröffentlichungstermin: 1.11.2019

Spielzeit: 45:00

Line-Up:

Ryan Grim – Vocals
Mike Morello – Gitarre, Vocals
Tres Sins – Drums, Vocals

Produziert von Mike Morello, Andreas Magnusson und Federico Agreda Alvarez (Mix)

Label: eOne / SPV

Facebook: https://www.facebook.com/Americangrim/

AMERICAN GRIN “Ultra Black” Tracklist

01. Ghost
02. Nightmare (Video bei YouTube)
03. Tell Me
04. Living Terror (Video bei YouTube)
05. Ultra Black
06. So Sick
07. Paralyzed
08. Asylum
09. Gods And Kings (Video bei YouTube)
10. Breathe (Video bei YouTube)
11. White Walls
12. Follow me
13. Alone (Hate Me)

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.