ALL ENDS: A Road To Depression

ALL ENDS: A Road To Depression

Wer sich nach dem Besetzungswechsel an einer der Gesangspositionen neue Impulse für das auf dem Debüt von ALL ENDS bewährte Konzept erhofft hatte, dürfte von deren neuem Produkt etwas enttäuscht sein. Eine konsequente Weiterentwicklung des Genres sieht gänzlich anders aus. Ein Griff ins Klo aber auch, beweist „A Road To Depression“ doch selbst ohne waghalsige Experimente eine gewisse Konsistenz, die im Alternative Metal so nicht immer selbstverständlich ist.

Wobei die Zuordnung Metal mit gewisser Vorsicht zu genießen ist, denn vielen Anleihen und Leihgaben des Modern Metal zum Trotz geben sich ALL ENDS über weite Strecken äußerst handzahm, was nicht nur die (Power-)Balladen „Hear Me Now“ und „Nobody’s Story“ belegen, sondern auch im restlichen Material immer wieder deutlich hervortritt. Den straighten Rocker „Generation Disgraced“ gibt es genauso wie einen leicht punkigen Vertreter der Marke „Area 1 (Hope And Fear)“ und auch sonst halten sich die Schweden mit allzu harten Gitarren vornehm zurück, während sich Drummer Joseph Skansås am liebsten stampfend durch ein „Obvious“ grooved, anstatt mit allzu großer Finesse aufzufallen.

Auf „A Road To Depression“ hat sich alles dem Gesang zu fügen

Die Songs an sich sind größtenteils solide bis überdurchschnittlich und erinnern in der Rhythmussektion nicht selten an die modernen IN FLAMES, wie besonders schön bei „I Know Who I Am“ herauszuhören ist. Nichtsdestotrotz wird „A Road To Depression“ in großem Maße von Gesangsduo Jonna Sailon und Tinna Karlsdotter beherrscht, die stets mehrere Etagen über ihren Kollegen thronen und denen sich die Kollegen auch in produktionstechnischer Hinsicht zu fügen haben. Einerseits verständlich, da die variablen Stimmen sicherlich nicht die schlechtesten sind, zugleich allerdings ein Manko in Bezug auf die Langzeitwirkung, da sich der poppige Anstrich durch die Schwerpunktverlagerung auf den Gesang leider recht schnell abnutzt.

Zieht man das minder spannende „Stupid People“ ab, so bleibt „A Road To Depression“ immer noch ein ordentliches Album, welches für Fans lohnenswert ist und für Sympathisanten interessant sein könnte. Die unmittelbaren Alternativen gestalten sich in diesem Jahr mit IN THIS MOMENT und MY INNER BURNING jedoch mindestens genauso attraktiv, weshalb „A Road To Depression“ keinen uneingeschränkten Pflichtkauf darstellt.

Veröffentlichungstermin: 15.10.2010

Spielzeit: 43:51 Min.

Line-Up:
Jonna Sailon – Vocals
Tinna Karlsdotter – Vocals
Fredrik Johansson – Guitar
Peter Mårdklint – Guitars
Anders Janfalk – Bass
Joseph Skansås – Drums

Produziert von ALL ENDS
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.allends.se

ALL ENDS „A Road To Depression“ Tracklist

01. Obvious
02. Generation Disgrace
03. I Know Who I Am
04. I’m A Monster
05. Hear Me Now
06. Area 1 (Hope And Fear)
07. Don’t Be Scared
08. Nobody’s Story
09. Stupid People
10. Wretch
11. Road To Depression

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.