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ALESTORM: Voyage Of The Dead Marauder [EP]

ALESTORM zeigen sich auf “Voyage Of The Dead Marauder” in ausgezeichneter Verfassung, indem sie sich auf alte Stärken besinnen, ohne einfach nur Althergebrachtes wiederzukäuen.

„Ich bin der Hunger, den du nicht mehr verspürst.“ In einem seltenen Anflug der Ernsthaftigkeit lässt ALESTORM-Sänger Christopher Bowes für einen Augenblick hinter die Fassade des immer fröhlichen Party-Sängers blicken. Auch deshalb habe der Text des Titelstücks „Voyage Of The Dead Marauder“ für den Frontmann eine besondere Bedeutung, wie er vor EP-Release auf der Diskussionsplattform Reddit verriet.

Eine Offenlegung, die durchaus überrascht, denn müde oder gar zweifelnd erscheint die Pirate-Metal-Band auf diesem Zwischenhappen zu keiner Zeit. Im Gegenteil, setzt das geradlinige „Voyage Of The Dead Marauder“ direkt Kurs gen Horizont und spielt dabei das rockige Fundament gegen einen erhebenden Refrain aus – als würde uns Gastsängerin Patty Gurdy mit Feuereifer den Mut zusprechen, bloß nicht den Kopf hängen zu lassen.

ALESTORM besinnen sich auf ihre Stärken, ohne nur Althergebrachtes wiederzukäuen

Selbiges würde wohl ohnehin gegen die Natur ALESTORMs sprechen, die sich auch im Folgenden auf ihre Stärken zurückbesinnen. Das unbeschwerte „Uzbekistan“ ist eine tanzbare Folk-Nummer, die in der Bridge mittels elektronischer Unterstützung unverhohlen einen Gruß in Richtung ELECTRIC CALLBOY aussendet. Dass das kauzige „The Last Saskatchewan Pirate“ im Anschluss Irish-Folk-Anleihen in ein fröhliches Rock-Gewand kleidet, ist im Prinzip nur der nächstlogische Schritt.

Ein wenig Internetkultur und Blödelei bildet schließlich den Abschluss dieser kurzweiligen EP: Neben der instrumentalen „Port Sarim“-Musikuntermalung „Sea Shanty 2“ aus dem „RuneScape“-Universum ist das finale „Cock“ nichts anderes als die Vertonung eines Reddit-Threads aus dem Jahr 2023, als ein Nutzer von einem Traum berichtete, in welchem ALESTORM eben jenen Song veröffentlicht hätten – inklusive des Refrains „Hey, Cock! And Fuck Your Balls!“. Unterlegt mit einem folkigen Fundament trifft das Ergebnis den Nagel auf den Kopf und lässt dadurch eigentlich nur ein Fazit zu – seinen Appetit dürfte ALESTORM-Frontmann Chris Bowes spätestens mit dieser Veröffentlichung wiedergefunden haben.

Veröffentlichungstermin: 22.03.2024

Spielzeit: 15:48

Line-Up

Christopher Bowes – vocals, keytar
Gareth Murdock – bass
Mate Bodor – guitar
Peter Alcorn – drums
Elliot Vernon – keyboard

Produziert von Lasse Lammert

Label: Napalm Records

Homepage: https://www.alestorm.net/
Facebook: https://www.facebook.com/alestormband/

ALESTORM “Voyage Of The Dead Marauder” Tracklist

1. Voyage of the Dead Marauder (Video bei YouTube)
2. Uzbekistan (Video bei YouTube)
3. The Last Saskatchewan Pirate
4. Sea Shanty 2
5. Cock

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