ONWARD: Das Erwachen der Schläfer

ONWARD: Das Erwachen der Schläfer

Mit Reawaken haben sich die Amis ONWARD zum Ziel gesetzt, die amerikanischen Metal-Fans wachzurütteln und wieder auf den Metal aufmerksam zu machen. Ein hohes Ziel und auch wenn die Band damit scheitert zählt in erster Linie das hochkarätige musikalische Ergebnis, das ONWARD hierzu abgeliefert haben. Sänger Michael Grant merkt man seinen Enthusiasmus für die neue Platte auch ganz deutlich an und erwies sich einmal mehr als äußerst sympathischer Zeitgenosse.

Meine anfängliche Feststellung, dass ich das erste Album dem neuen Album etwas vorziehe, nimmt Michael gelassen…

Oh, es ist cool, dass du beide Alben magst. Es gibt Leute die das neue Besser finden und es gibt Leute, die das alte lieber mögen. Das ist in Ordnung, da es zwei verschiedene Alben sind.

Reawaken ist der Titel des neuen Albums und in Verbindung mit den Lyrics zum Opener Reawaken dürfte es sich hierbei um ein ganz klares Statement handeln, oder?

Das ist richtig. Es ist kein Konzept-Album, aber der Titel hat ganz klar eine Bedeutung. Es sagt im Grunde, dass es da eine Musik gibt, die über eine lange Zeit nicht gehört wurde und es gibt da draußen viele Leute, die diese Musik mögen, sie aber im Grunde genommen aufgegeben haben, keine neuen Alben mehr kaufen und sie nicht mehr hören. Wir hoffen, dass dieses Album wieder ihr Interesse weckt und sie sozusagen erneut erwachen lässt.

Der Text von Reawaken handelt ja im Grunde genommen vom Spirit of Metal.

Ja, exakt das ist die Bedeutung. Es ist ein sehr simples, aber kraftvolles Statement.

Ohne jetzt hochnäsig klingen zu wollen – kannst du dir vorstellen, dass sich dieses Statement des Wiedererwachens für uns Europäer fast schon etwas witzig anhört, da die Welle des traditionellen Metal bei uns im Grunde genommen schon wieder am Abflachen ist, die Leute übersättigt sind und die Szene wieder eher im Begriff ist, gesundzuschrumpfen?

Ja, es ist schon eher ein amerikanisches Statement. In Amerika sieht es anders aus wie in Europa. Hier gibt es viele Leute, die einfach nicht wissen, dass es diese Musik noch gibt. Aber letztendlich wollen wir alle ansprechen, die schlafen!

Ich denke das neue Album klingt insgesamt kontrollierter und ruhiger als das erste. Ich vermisse etwas die Rohheit des Debüts

Es war hauptsächlich Toby´s Idee, sich mehr auf die Riffs und die eigentlichen Songstrukturen zu konzentrieren. Das erste Album hat dieses rohe Gefühl der Revolution, es ist ziemlich feurig. Er wollte das nicht wiederholen. Er wollte alles etwas konzentrierter und kontrollierter machen. Die Songs sollten dynamischer klingen. Es sollte mehr um die Lieder, und weniger um die Gitarrensoli gehen.

Toby steht als Gitarrist und Hauptsongwriter ja eh ziemlich im Mittelpunkt der Band und er hat auch so etwas wie eine eigene Guitar-Hero-History. Deshalb finde ich es umso bemerkenswerter, dass Reawaken nicht wie ein Gitarristen-Album klingt.

Richtig. Die Soli sind zwar cool, aber wie ich sagte, wollte er mehr ein Band- und kein Gitarristenalbum schreiben. Er wollte, dass alle vier Bandmitglieder ihre Spuren hinterlassen und dass das ganze mehr nach Teamarbeit klingt. Er will kein Gitarren-Held sein, sondern eher ein guter Gitarrist in einer guten Band.

Wenn man sich das Labelinfo so durchliest könnte man allerdings schon auf die Idee kommen, dass ONWARD ganz klar Toby´s Band ist.

Toby hat die Band gegründet und schreibt die gesamte Musik. Ich mach nur die Lyrics und die Gesangsmelodien. Er schreibt die Musik und das ist der Ursprung von allem. Er konzentriert sich sehr stark auf sein Gitarrenspiel und möchte schon als ein wichtiger Teil der Band gelten. Die Bio baut schon sehr stark auf seine Person auf, da hast du recht. Aber ich denke es ist eher so wie bei Jeff Waters von ANNIHILATOR. Er ist der Kopf, aber wenn du dir die Musik anhörst, dann klingt das wie eine Band! Das ist eine ähnliche Situation.

Toby hatte ja früher seine Death/Black-Metal-Band am Start, inzwischen ist er zum traditionellen Power-Metal zurückgekehrt und nun legt er mit dem neuen Album ein noch melodischeres Werk vor. Man könnte also meinen, als wäre es sein erklärtes Ziel, immer noch melodischer zu werden…

Haha…er musste den Death und Black Metal erst aus seinem Organismus raus bekommen…er hört sich die Musik nach wie vor sehr gerne an, aber ich glaube es macht ihm nicht mehr so viel Spaß sie zu spielen. Die Musik, die du jetzt hörst, ist die Musik, die er am meisten liebt. Er ist sehr glücklich mit dem was er nun macht.

Denkst du, dass es unabdingbar ist, dass wenn du dich innerhalb eines bestimmten Stils weiterentwickeln möchtest, du gleichzeitig melodischer werden musst?

Wir wollen auf jeden Fall, dass jedes Album von uns für sich allein stehen kann. Was das Thema Melodie betrifft, so haben wir mit Reawaken wohl unser Ziel erreicht. Wir werden nicht noch melodischer werden. Das nächste Album könnte wieder um einiges roher werden – wie auch immer Toby das möchte. Ich kann dir versichern, dass dies das melodischste ist, was du je von uns hören wirst. Wir können nicht noch melodischer werden als auf Reawaken. Wir wollen weiterhin die Heavyness in unseren Songs haben, den Groove, den Stahl, all das, was der traditionelle Metal so bietet.

Ärgert es dich, wenn ich dem Song The Seven Tides of Labyrinthine schon so etwas wie Pop-Appeal attestiere?

Wir haben auf diesen Song sehr viele Reaktionen bekommen, sowohl negative, wie auch positive. Toby und ich haben darüber gesprochen. Er meinte einige Leute werden den Song nicht mögen und ich sagte ja, aber einige werden! Wir sind auf diesem Album das ein oder andere Risiko eingegangen und das ist okay!

Gleichzeitig denke ich, dass das Album insgesamt europäischer klingt als das Debüt. Evermoving war für mich eher der typische US-Power-Metal.

Haha…das ist interessant, denn einige Leute meinten, das Album würde sich eher amerikanisch anhören. Ich weiß nicht…der Song Reawaken hört sich schon europäisch an, aber Night oder In Due Time klingen sehr amerikanisch, wir bedienen also beide Kontinente. Ich finde es cool, dass jeder das Album anders empfindet. Das macht die Sache interessant. Aber ich denke wir haben für jeden was dabei. Wir wollen das auch nicht wirklich als amerikanisch oder europäisch einordnen. Wir sind eine Heavy Metal Band.

Das Label hatte also keinen Einfluss und wollte von euch ein Album, das eher auf den europäischen Markt zugeschnitten ist?

Nein, es ist vollkommen unser Album und das ist cool bei Century Media, dass sie einem volle künstlerische Freiheit lassen.

Kannst du es denn nachvollziehen, wenn die Leute zwischen europäischem und amerikanischem Sound unterscheiden?

Ja, sehr gut sogar. Ich weiß genau was du meinst. Ich höre Metal seit ich fünf Jahre alt bin und habe über 2000 Alben in meinem Regal stehen. Ich weiß genau was damit gemeint ist.

Für mich klingt der Song Eye of the Nightmare dem ersten Album am nächsten. Handelt es sich dabei um ein Überbleibsel von Evermoving?

Nein, es sind alles neue Songs. Alle Riffs wurden innerhalb eines Albums komponiert, nach Evermoving. Ich glaube das einzige Riff, dass übrig geblieben ist, war das des Songs Reawaken. Aber das gab es soweit ich weiß schon vor Evermoving.

Im Song Eye of the Nightmare gibt es ja auch einen Gastauftritt von Steve Plocica, der einen grandiosen Gesangspart abliefert. Was kannst du mir darüber erzählen?

Steve hat vor langer Zeit bei einer Shrapnel-Records-Band namens APOCRYPHA gesungen und mit dieser einige Alben in den Achtzigern veröffentlicht. Toby lebt in Las Vegas/Nevada, genauso wie Steve. Irgendwann rannten sie ineinander und sie unterhielten sich über Metal. Toby meinte, wir nehmen gerade ein Album auf, willst du nicht einfach mal vorbei kommen und dir das anhören? Er sagte zu und wir unterhielten uns. Wir sagten lass uns deine Stimme wieder erwecken! Wir brachten in dazu, einige Lines einzusingen. Er war sehr begeistert davon. Wir haben das dann auch live bei einer Release-Show hier gebracht und er lebte wieder richtig auf. Und damit wären wir wieder beim Albumtitel, genau das wollen wir erreichen. Es war eine großartige Erfahrung und wir sind sehr glücklich darüber, dass wir ihn auf dem Album haben. Er ist ein großartiger Mensch!

Es hat mich auch total gefreut, dass ihr euch entschieden habt, einen Gastsänger und keine Sängerin auf das Album zu packen. Das wäre ja eigentlich der gewöhnliche Weg gewesen.

Ja, haha….wir wollten einen Typ, der Metal genau so liebt, wie wir es tun!

Nicht übersehen sollte man dabei aber, dass du über die gesamte Albumlänge eine wirklich hervorragende Vorstellung lieferst. Da ich dich jetzt am Telefon habe muss ich einfach fragen, wie es denn mit deinem Background aussieht.

Danke, es bedeutet mir sehr viel, wenn die Leute meine Stimme mögen. Jeder ist irgendwie an diese extrem hohen Vocals gewöhnt und ich gehe ja eher in die Bariton-Richtung. Viele Leute haben mich bereits gefragt, ob ich klassisch ausgebildet bin und ja, ich habe zwei Jahre lang in New York Gesang studiert. Ich habe den Metal mein ganzes Leben lang geliebt und habe auch in einer Band namens LEGEND MAKER gesungen. Aber bevor ich bei ONWARD einstieg war ich nie wirklich glücklich oder zufrieden. Als ich Toby traf und die Musik hörte, die er schrieb, verlief alles total natürlich. Er lässt mich tun was ich will und es war eine sehr glückliche Fügung, dass ich Toby getroffen habe, zumal er inzwischen einer meiner besten Freunde geworden ist.

Wenn du sagst, dass du zwei Jahre lang Gesang studiert hast, was kann ich mir darunter vorstellen? Die typisch klassische Gesangsausbildung?

Es ging dabei mehr um die Technik. Ich lernte nicht, in einem bestimmten Stil zu singen, mehr wie ich meine Stimme richtig benutzen muss und wie ich die Töne halten kann. Es ist wie bei einem Muskel, den man trainieren und kräftig halten muss. Man muss sich um die Stimme kümmern. All diese Dinge habe ich gelernt.

Ich denke es gibt wirklich sehr viele hervorragende Sänger. Viele haben eine großartige Technik, aber wenig Identität. Für mich war es aber schon immer wichtig, dass ein Sänger auch eine gewisse Persönlichkeit in seiner Stimme zum Ausdruck bringt und man ihn unter vielen heraushören kann. Bei vielen Sängern, die dann irgendwann mit Gesangsunterricht angefangen haben, muss man feststellen, dass sie die Identität ihrer Stimme in einem gewissen Umfang eingebüsst haben.

Ich weiß genau was du meinst. Viele Sänger konzentrieren sich so sehr auf eine gute Technik, dass sich aus dem Blick verlieren, wer sie sind. Die Leute können sich zumeist kaum vorstellen, wer meine größten Einflüsse sind. Einer davon ist zum Beispiel Bobby Blitz von OVERKILL! Er ist ein sehr rauer Sänger, aber er benutzt seine Stimme völlig eigenständig. Du weißt sofort wer da singt und er besitzt Charakter. Ich liebe das! Ich hoffe ebenfalls, dass ich mir meine Identität bewahren konnte.

Die Texte bei ONWARD stammen ja ebenfalls komplett von dir. Ich denke, dass sie zwar durchaus im Fantasy-Bereich anzusiedeln sind, jedoch nicht das typische Metal-Klischee bedienen. Natürlich gibt es gewisse Klischees, aber dennoch sind sie anders.

Ja, die Texte auf Reawaken sind insgesamt auch eher persönlicher. Es gibt im Grunde einen Song, in dem es um Fantasy geht und das ist The Seven Tides of Labyrinthine. Das coole daran ist, dass er nicht auf irgend einem Buch basiert, sondern dass ich mir das komplett selbst ausgedacht habe. Ich habe meine Emotionen in ein Fantasy-Gewand gekleidet und das Ergebnis ist dieser Song. Es ist in etwa so wie bei The Waterfall Enchantress auf dem ersten Album. Aber insgesamt sind die Songs persönlicher, was du vor allem in My Darkest Room und The Next Triumph hören kannst.

Bei The Next Triumph taucht ja auch wieder das Albumthema Reawaken auf, und zwar im zweiten Teil des Songs, Reawakening. Die Lyrics sind hier jedoch völlig unterschiedlich zum Opener des Albums. Reawakening ist sehr viel mehr auf dem Boden.

Ja, absolut. Der Text ist viel emotionaler und es geht darum, was viele Menschen über ihr Leben denken. Ich habe da meine persönlichen Erfahrungen einfließen lassen. Der Song heißt The Next Triumph, aber es geht nicht darum zu gewinnen, sondern eigentlich um das Verlieren. Es geht darum in einer Sackgasse gelandet zu sein und du willst dich wieder erwecken, zurückkehren und kämpfen. Das ist eh das Hauptthema von ONWARD. Es spielt also alles ineinander.

Etwas, das vor allem auch die Zeile Time is ours and onward we will march aus dem Titelstück zum Ausdruck bringt.

Ja, das ist im Grunde genommen ein simples Bandmotte, das was der Name ONWARD bedeuten soll.

Meine Lieblingszeile auf dem ganzen Album stammt ebenfalls aus dem Song Reawakening und das ist

Every day I lose ten hours for another´s profit

My free time will just get postponed

Just to sleep and face the next day

Promises were never fulfilled

But never broken

I have gotten good at waiting

Such a thing for me to practice

Hey, cool! Erzähl mir mehr! Großartig, diese Textzeile bedeutet mir sehr viel! Es gibt sicher viele Leute da draußen, die diesen Day-Job haben. Man geht zur Arbeit, die man nicht mag, nur um Geld zu verdienen, und das zieht einen runter. Ich arbeite 50 Stunden die Woche, das sind zehn Stunden am Tag. Ich muss eben Geld verdienen. Es freut mich, dass du das ins Gespräch gebracht hast! I have gotten good at waiting bringt zum Ausdruck, dass wir einen großen Teil unserer Existenz mit Warten verbringen. Man hat seine Ziele und muss sich aber stets gedulden. Wie ein Farmer. Er bringt seine Saat aus, kann aber nicht sofort ernten, sondern muss warten. Das müssen wir alle, was manchmal schrecklich ist…

Und manchmal hat man das Gefühl, als würde man sein Ziel nie erreichen…

Genau und das kann sehr deprimierend sein. Genau darum geht es in The Next Triumph!

Bei Night habe ich lange gegrübelt, um was es denn bei den Lyrics gehen könnte. Der Text gefällt mir ziemlich gut. Die schlussendliche Interpretation war die, dass der Text von einem Vampir handelt, der in der polaren Winternacht sein Paradies findet. Damit liege ich wohl völlig falsch, oder? >g<

Okay…damit liegst du nicht ganz falsch. Ich find´s sogar eine sehr gute Interpretation, um ehrlich zu sein. Dieser Song lässt sehr viele Türen offen und jeder kann sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Für mich ist es lediglich eine Ode an die Nacht. Es geht um die Nacht, ganz einfach. All die wunderbaren Dinge, die die Nacht bietet. Es gibt ein oder zwei Zeilen, die von Vampiren handeln – sie leben in der Nacht – aber genauso rede ich auch darüber, einfach den Sternenhimmel zu betrachten. Aber es ist cool, jeder hat eine andere Interpretation, um was es in dem Text gehen könnte.

Woher nimmst du denn überhaupt deine Inspirationen?

Nun, um ehrlich zu sein lese ich nicht sehr viel. Ich gehe eher ins Kino. Ich lebe in Los Angeles und mein Job hat mit Filmen zu tun. Ich bin schon sehr vom Kino inspiriert.

Ich habe ja immer mal wieder mit einer Freundin diese Diskussion über Bücher und Filme. Sie sagt, sie mag keine Filme und liest lieber Bücher. Ich denke aber, dass Filme genauso eine Art von Kunst sind und man kann sich sehr von ihnen inspirieren lassen oder interessante Denkanstösse aus ihnen herausziehen.

Ja, genau. Bücher haben dem Leser etwas besonderes zu bieten aber das gilt auch für Filme. Es sind zwei verschiedene Dinge. Im Grunde genommen ist es doch dasselbe, als ob man darüber diskutiert ob man lieber ein Roastbeef-Sandwich oder eine Pizza mag. Es sind verschiedene Dinge und beides bietet etwas besonderes.

Welche Filme sind es denn, die dich inspirieren?

Nun, ich mag Science-Fiction. Aber nicht wegen den technischen Aspekten, nicht wegen den Robotern und solchen Dingen. Ich mag Science-Fiction, wenn es um den Menschen geht. Einer meiner Lieblingsfilme des letzten Jahres war A.I. – Artificial Intelligence. Der Film wurde ziemlich verrissen, aber ich mochte ihn wegen all seinen Ideen, wie wir als Menschen sind und all das. Ansonsten mochte ich Close Encounters. Ich steh auch auf Filme, in denen es um menschliche Beziehungen geht, Dramas, solche Dinge.

Wenn man sich eure Cover-Artworks betrachtet, so fällt auf, dass sie sich doch sehr ähnlich sind. Es gibt viele geometrische Figuren und vor allem steht dieses Gesicht im Mittelpunkt. Was steckt hinter den Coverartworks?

Die Cover wurden von Ioannis gezeichnet und es sind im Grunde genommen seine Interpretationen dessen, was er auf unseren Alben hört. Wir hatten mit den eigentlichen Bildern nicht wirklich viel zu tun. Es ist seine Vorstellung und ich glaube das ist es auch, was ein Künstler tun sollte. Wenn er etwas hört, etwas sieht, etwas fühlt, dann sollte er seine Interpretation darstellen. Und genau das ließen wir Ioannis auch machen. Wir haben natürlich die ein oder andere Idee geliefert, wie z.B. dass die Augen dieses Mal geöffnet sind, bezogen auf den Titel Reawaken. Aber es ist schon sein Bild. Die Gesichter spiegeln einfach wieder, wo wir derzeit stehen. Am Anfang ging es mehr darum, was in unseren Köpfen vor sich ging, bei Reawaken sind unsere Augen eben geöffnet. Beim neuen Cover wurden mehr Orangetöne verwendet, Feuer, usw. Die Pyramide steht im Hintergrund und man sieht, dass wir uns weiter bewegen (Onward). Und es wird noch einiges von uns kommen!

Um beim Thema Covers zu bleiben, möchte ich dich natürlich auch noch auf die Coverversion des Albums ansprechen, Clockwork Toy von LOUDNESS. Damit hat sich Toby ja einen kleinen Traum erfüllt, oder?

Oh ja, er liebt diesen Song. Er liebt ihn, seit damals das Album heraus kam. Er ist ein riesiger LOUDNESS-Fan. Irgendwann kam er an und fragte hey Jungs, wäre es okay für euch, wenn wir Clockwork Toy covern würden? Wir sagten ja klar! Wir haben ihn zunächst mal bei einer Show gespielt und haben von den Leuten so starke Reaktionen erhalten, dass wir den Song einfach auf ein Album nehmen mussten.

Speziell in den USA gibt es ja eine ganze Menge an wirklich sehr coolen Power-Metal-Bands. Mit welchen steht ihr denn in Kontakt und was ist für dich derzeit *der* Power-Metal-Hopeful?

Nun, ich bin ein sehr guter Freund des DESTINY´S END-Gitarristen. Dan und ich werden auch zusammen ein Album bei SENTINEL STEEL Records heraus bringen, ein Side-Project, sozusagen. Vermutlich werden wir uns irgendwann dieses Jahr daran machen, wenn die Sache mit Reawaken soweit gelaufen ist. Wir haben ein Album geschrieben und wir werden es auch veröffentlichen. Wir stehen auch mit STEEL PROPHET in Kontakt, PROTOTYPE, CAGE, viele kalifornischen Bands. Wir haben auch schon mit JAG PANZER und NEVERMORE gespielt. Was die Hoffnungsträger angeht, so sind die meisten der genannten Bands wohl eher etabliert. Ich denke PROTOTYPE könnte das nächste Ding werden, von denen man mehr hört.

Im Zusammenhang mit unserer Herr der Ringe-Geschichte möchte ich auch dir die Frage stellen: wie würde der Film Der Herr der Ringe aussehen, wenn ONWARD den Dreh übernommen hätten?

Ich weiß nicht, ich liebe den Film, ich wüsste nicht, was ich ändern sollte. Um ehrlich zu sein ist das, was ich gesehen habe genau das, was ich hoffte zu sehen. Es sind solche gewaltigen Bilder und die Musik ist auch fantastisch. Wenn ONWARD den Film gedreht hätten….ich weiß nicht, im Grunde genommen hat der Film alles, was auch ONWARD ausmacht. Dieses mach weiter, gib nicht auf,… Das was du im Film siehst ist im Grunde genommen ziemlich so, wie ich ihn gedreht hätte.

Zu welchem Film würde deiner Meinung nach denn die Musik von ONWARD am besten passen?

Oh…vermutlich am ehesten ein Film mit viel Verfolgungsjagden. Ein Film, in dem eine Person gejagt wird und die nie zur Ruhe kommt, die ganze Zeit über.

Gibt es ein Buch, bei dem du dir vorstellen könntest, dass es von ONWARD musikalisch umgesetzt werden könnte?

Nun, ich möchte nicht unbedingt ein Konzeptalbum machen. Es gibt so viele Bands, die das tun. Konzeptalben bedeuten viel Arbeit. Du musst dich quasi für viele Tage einschließen und dich mit dem Buch befassen. Es ist schon fast wie eine Studienarbeit. Derzeit mach ich lieber einzelne Songs, als eine Konzeptstory.

Welches waren denn die letzten drei Alben, die du dir gekauft hast?

Die letzten drei Alben, die ich mir gekauft habe, waren Chapters from a Veil Forlorn von FALCONER, SINGERGY Suicide by my Side und das neue Nick Menza-Soloalbum.

Was waren eure lustigsten Erlebnisse live auf der Bühne?

Einmal sollten wir eine Show in Chicago spielen, unsere Flugzeuge hatten aber derartig Verspätung, dass wir gerade noch dreißig Minuten bis zur Show hatten als wir auf dem Flughafen ankamen. Wir rasten also mit 110 mph zum Venue, machten uns im Van warm für den Gig, zogen uns darin auch um und rannten quasi direkt aus dem Van auf die Bühne und legten los.

In San Diego ist mir auch mal was passiert. Wir fingen mit der Show an und ich wollte so richtig böse die Bühne betreten, so richtig cool aussehen usw. Nun, ich stolperte über ein Kabel und landete direkt auf meinem Gesicht. Es muss ausgesehen haben, wie bei den Marx Brothers. Aber das zeigt, dass wir alle Menschen sind, wir können alle fallen, haha.

Und wie hat die Band darauf reagiert?

Oh, sie haben einfach weiter gemacht. Ich bin auch einfach aufgestanden und habe mit einem Grinsen im Gesicht angefangen zu singen. Das mögen die Leute. Vielleicht passiert mir das ja wieder einmal, ich werde auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, haha.

Welche Person würdest du in deinem Leben gerne einmal treffen und warum?

Oh. Da gibt es viele. Aber um ehrlich zu sein ist es niemand Prominenter, den ich gerne einmal treffen würde. Ich habe noch nie unseren A/R-Manager bei Century Media getroffen. Ich habe mit ihm am Telefon geredet und E-Mails geschrieben, ihn aber noch nie getroffen. Er scheint einfach ein cooler Mensch zu sein und ich würde ihn einfach mal gerne kennenlernen, den Mensch, dem wir unseren Vertrag bei Century Media verdanken und der für unseren Erfolg verantwortlich ist. Ich habe ihn noch nie getroffen und das find ich schade.

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