YOB: The Illusion of Motion

YOB: The Illusion of Motion

Dröhnen erklingt im Raum und schon ist klar, was eine Stunde angesagt ist: Doom Metal. Die extreme Sorte. Vielleicht aber auch nicht. Wie eine Mischung aus GOATSNAKE und KHANATE wirken YOB aus Eugene, Oregon auf mich, einerseits ist diese Scheibe extrem langsam und episch, andererseits gibt es auch klassische 80er US-Doom Metal-Einflüsse zu hören. Diese Melange ist nicht nur originell, sie wirkt auch verdammt gut und plättet als würde Ottfried Fischer auf euch fallen.

Das Trio schafft es den Hörer vom warmen ins kalte Wasser zu werfen und eine ganze Stunde zu begeistern. Gerade die fett rockenden Stellen gehen in die Beine, grooven fett und erbarmungslos. Doch es überwiegen die dröhnenden, brutalen Stellen. Zum Glück sind diese weder langweilig noch langatmig sondern reißen voll und ganz mit – vorausgesetzt man hört das Album intensiv und nicht nur nebenbei. Die erste Töne des elfminütigen Openers Ball of Molten Lead verheißen Düsteres, die tonnenschweren Mollriffs treffen voll ins Mark. Gitarrist Mike Scheidt liefert nicht nur an der Axt einen tollen Job ab, er krächzt auch wie Ozzy und brüllt im nächsten Moment jeden Hardcore-Sänger an die Wand. Mike Scheidt lebt die finsteren Text, schreit, stöhnt, fleht und leidet.

Doch ohne seine Mannschaft wäre er sicherlich aufgeschmissen. Bassist Isamu Sato gibt Basslinien von sich, die mitten im Magen plaziert sind und in der richtigen Lautstärke sicherlich Übelkeit verursachen. Travis Forster drischt schön langsam und minimalistisch auf die Felle ein, manchmal gibt er auch Tribal-Parts von sich, wie NEUROSIS sie auf den heftigen Alben verwendeten. Obwohl so einige Stellen sehr lange wiederholt werden, gibt es genügend Abwechslung auf dem Album. Einerseits dadurch, dass sich ultraschwere und etwas rockigere Stellen in fast allen Songs abwechseln, andererseits durch die geschickten Arrangements und den fantastischen Gesang.

Vier Songs werden in dieser knappen Stunde dargeboten, die beiden einleitenden Songs sind über zehn Minuten lang, bauen sich auf, nehmen überraschende Wendungen, beinhalten psychedelische Passagen und sind mit ihrer enorm düsteren Grundstimmung wohl so etwas wie klassische YOB-Songs. Gefolgt wird dies vom kürzesten Song, den die drei Amis je geschrieben haben: Doom #2 ist flott, lärmig, dissonant und schon fast Noisecore, wartet dennoch mit vielen für die Band typischen Markenzeichen auf. Danach wird es ruhig und das 26minütige Monster The Illusion of Motion baut sich nicht nur sehr langsam auf, er wälzt auch alles nieder was sich ihm in den Weg stellt. Auch euch, keine Angst.

The Illusion of Motion ist das extremste Stück Doom Metal seit Things Viral von KHANATE und überzeugt auf ganzer Linie. Das einzig verwundernde ist, dass ein Label wie Metal Blade YOB aufgegabelt hat und sie nicht auf Southern Lord gelandet sind. Sei es drum, schön dass Freunde spezieller und extremer Musik diese Perle nun auch überall kaufen können. Doom or be doomed.

Veröffentlichungstermin: 29. November 2004

Spielzeit: 56:27 Min.

Line-Up:
Mike Scheidt – Vocals, Guitar

Isamu Sato – Bass

Travis Forster – Drums
Label: Metal Blade Records

Homepage: http://www.yobdoom.com

Tracklist:
1. Ball of Molten Lead

2. Exorcism of the Host

3. Doom #2

4. The Illusion of Motion

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