PRAYING MANTIS: The Best of Praying Mantis

PRAYING MANTIS: The Best of Praying Mantis

Best of-Sammlungen erfüllen in aller Regel drei Aufgaben:

1. Neues Geld mit alten Aufnahmen verdienen,

2. neue Fans mit alten Aufnahmen gewinnen und

3. alten Fans zwischendurch eine CD fürs Autoradio anbieten.

Die vorliegende Kollektion macht da keine Ausnahme. Die Band gehörte zwar nie zu den großen Chartstürmern, doch zumindest die Plattenfirma dürfte von der Veröffentlichung profitieren. Den zweiten Punkt hingegen will ich hervorheben. Denn gerade weil ich kein PRAYING MANTIS-Fan bin, gefällt mir die CD ausgesprochen gut!

Ich will an dieser Stelle nicht die Bandgeschichte aus dem Info abschreiben. Fans kennen sie ohnehin. Die NWoBHM-Zeit (v.a. das 1981er Album Time Tells No Lies) der Band wird lediglich mit einer Live-Version von Cheated gewürdigt. Die restlichen Stücke stammen aus der Zeit nach 1990, in der regelmäßig neue PRAYING MANTIS-Alben erschienen, die vornehmlich in Japan Abnehmer fanden. Die dadurch bedingten unterschiedlichen Produktionen (z.T. mit unschönen E-Drums) mindern das Hörvergnügen ein wenig. Doch stilistisch ziehen sich hochmelodische Gitarrenlinien wie ein roter Faden durch die 80 Minuten Spielzeit. Dabei fällt kaum auf, dass die Band ständig wechselnde Sänger in ihren Reihen hatte.

Weiterhin gibt es häufig Keyboards, die ihren Teil dazu beitragen, dass die Songs mit Heavy Metal nur noch entfernt zu tun haben. Allerdings erinnert die Melodieführung desöfteren an IRON MAIDEN, was freilich nicht verwunderlich ist, gehört doch neben den Brüdern Chris und Tino Troy die ex-Jungfrau Dennis Stratton zum festen Kern der Band. PRAYING MANTIS sind aber sicherlich mehr als MAIDEN mit Handbremse.

So bieten beispielsweise Only The Children Cry, Journeyman, Best Years und Naked Melodic Rock vom Feinsten. Im Gegensatz zu den regulären Alben sorgen hier die bereits erwähnte Sängervielfalt und der chronologische Querschnitt durch die umfangreiche Diskographie für Abwechslung. Zwischendurch haben sich auch hier einige Längen eingeschlichen, da manche Tracks sehr ausschweifend arrangiert wurden. Doch für Leute, die (wie ich) nur gelegentlich solche Musik konsumieren, eignet sich diese Liedersammlung auf alle Fälle.

Echte Fans haben höchstwahrscheinlich etwas an der Songauswahl zu bemängeln und werden sich für ihr Auto vermutlich lieber selber eine CD zusammenstellen. Das dürfte aber bei praktisch allen Best of-Geschichten der Fall sein. Ungeachtet dessen bekommen Neueinsteiger jedenfalls jede Menge unterhaltsame Musik für ihr Geld.

Veröffentlichungstermin: 17.06.2004

Spielzeit: 79:05 Min.

Line-Up:
Tino Troy: Gitarre

Dennis Stratton: Gitarre

Chris Troy: Bass

sowie diverse Sänger und Schlagzeuger
Label: Frontiers Records

Homepage: http://www.praying-mantis.com

Tracklist:
1. Cheated (live)

2. Can´t See The Angels

3. A Cry For The New World

4. Letting Go

5. Journeyman

6. Only The Children Cry

7. Turn The Table

8. Don´t Be Afraid of The Dark

9. Best Years

10. Forever In Time

11. Nowhere To Hide

12. Naked (re-recorded version)

13. A Moment In Life

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