ABROGATION: Handwerk des Todes (Eigenproduktion)

ABROGATION: Handwerk des Todes (Eigenproduktion)

Hilfe, was ist denn das für ein Sound? Hat da jemand den Drumcomputer nochmals durch den Verzerrer gejagt, damit der Sound authentischer klingt? Anders kann ich mir diese Gescheppere auf ABROGATIONs Eigenproduktions-CD nicht erklären, zumal die Gitarren wirklich gut abgemischt sind, diese jedoch ständig vom Drumcomputer geradezu zersägt werden.

Von ´Handwerk des Todes´ habe ich ein paar gute Kritiken gelesen, die mein Interesse für die Band so sehr weckten, daß ich mir das Teil einfach mal wieder blind kaufen mußte.

Um die Band mal kurz zu schubladisieren: ABROGATION spielen traditionellen Metal mit Death-Grunts und EISREGEN-Texten.

Leider haben bei mir aber lange nicht die Suchterscheinungen eingesetzt, von denen ich in der ein oder anderen Rezension zu ´Handwerk des Todes´ gelesen habe. Zwar haben Songs wie ´Der schwarze Tod´ oder ´Teufelsweib´ durchaus Ohrwurmcharakter, bei mir ist es aber lange nicht so, daß ich mir das Teil jetzt den ganzen Tag anhören müßte.

Musikalisch haben ABROGATION einiges zu bieten. Treibende Gitarren und Rhythmen bestimmen den Sound von ´Handwerk des Todes´. Ähnlich wie bei frühen ICED EARTH-Werken hat man hier irgendwie immer das Bild eines Reiters im Sinn und ist schon fast dazu geneigt, wie als Kind bei Bonanza durch die Wohnung zu hoppeln. >g< Dazu passen dann auch Songs wie ´Der Reiter 4´ oder ´Erlkönig´ (auf den geh ich später noch genauer ein). Was die Musik jedoch hauptsächlich auszeichnet sind die hervorragend eingesetzten Gitarrenharmonien und Oberstimmen, die sich durch das ganze Album ziehen.Schwierigkeiten bereiten mir auf ´Handwerk des Todes´ dann schon eher die Vocals und die Texte. Sänger Frank Schröter (gleichzeitig Gitarre) strapaziert mit seinem ´Gegrunze´ auf die Dauer doch etwas die Nerven, da dieses für meinen Geschmack zu eintönig ausgefallen ist.
Ja und dann sind da noch die Texte. Wie oben bereits erwähnt, sind massig Parallelen zu EISREGEN erkennbar, so dreht sich bei ABROGATION alles um Tod, Leichen, Pest und Schmerz, jedoch funktioniert der PUMUCKELsche Lehrsatz ´das reimt sich und was sich reimt ist gut´ einfach nicht immer.

Texte wie ´Bei Vollmond hast Du es getrieben, Du küßt den Arsch des Herrn der Fliegen, Rote Haare Sommersprossen, sind des Teufels Volksgenossen, Feuerrotes Kanonenfutter, Du bist des Teufels geile Mutter´ (aus ´Teufelsweib´) kann ich einfach nicht ernst nehmen und es kommt mir so vor, als hätte sich die Band mit solchen Zeilen etwas arg schnell zufrieden gegeben, anstatt sie weiter auszuarbeiten. Aber laßt euch davon nicht abschrecken, nicht alle Texte auf dem Album sind so grass!

Ja, und dann wäre da noch die musikalische Umsetzung von Goethe´s ´Erlkönig´. Ich persönlich hatte mir dieses Gedicht immer etwas anders vorgestellt, man muß der Band aber zugestehen, daß dieses ´Reiterthema´ hervorragend zu ABROGATION paßt und durch die albtraumhaften Passagen, in denen der Erlkönig zu Wort kommt kann der Song als der abwechslungsreichste des Albums bezeichnet werden. Hätten ABROGATION einen Plattenvertrag und wäre die Band bekannter, so würde ich wirklich zu gerne die verblüfften Gesichter der Deutsch-Lehrer in den Schulen sehen, wenn auf einmal alle langhaarigen Schüler den Erlkönig ohne Probleme auswendig könnten >vbg Dirk Kauder

H.-Weigel-Str. 4

39128 Magdeburg

Tel. 0391/2540852

E-Mail: [email protected]

Fierce

Spielzeit: 54:45 Min.

Line-Up:
Frank Schröter – vocals, guitar, acoustic-guitar

Dirk Kauder – Leadguitar

Rainer Wiezorek – Bass

Produziert von Abrogation
Label: Eigenproduktion

Email-Adresse der Band: [email protected]

Tracklist:
1. Leichendieb

2. Der schwarze Tod

3. Teufelsweib

4. Handwerk des Todes

5. Blasphemie

6. Die Schlacht

7. Der Reiter 4

8. Finsternis

9. Der Siebente Sinn

10. Erlkönig

11. Grabesstein

(+ 2 unbenannte Bonustracks)

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