COVENANT, CLIENT: Nürnberg, Hirsch, 13. Februar 2006

Die Elektroniker aus Schweden, nicht die Düsterrocker aus Norwegen … alles klar??! Auf geht´s!

Die Maschinen laden, die Massen strömen. Zum Gastspiel der Electronic-Helden CLIENT und COVENANT präsentierte sich der Nürnberger Musikclub Hirsch vollbesetzt.

Dass der Andrang vor der Bühne schon bei der Vorband CLIENT stimmt, verwundert nicht. Schon mehrfach war die von DEPECHE MODE-Keyboarder Andrew Fletcher entdeckte und geförderte Truppe aus England zu Gast in und um Nürnberg und wurde entsprechend wohlwollend aufgenommen. Vom Duo zum Trio expandiert, verleiten die SPICE GIRLS des femininen Electro-Goth mit ihren routinierten, schwer 80er-lastigen Synthie-Häppchen und einer unterkühlt-sexy Bühnenshow (Stichwort: Stewardessen-Erotik) zum dezenten Mitwippen. Das Attribut nett ist hier nicht weiter negativ besetzt.

Leichtverdauliche Kost auch bei COVENANT, wo sich seit den frühen 90er-Jahren einiges bewegt hat. Wo in den Anfangstagen gradliniger, kraftstrotzender EBM (Electronic Body Music) regierte, nennt sich das Baby jetzt Future-Pop. Oder so ähnlich. Ob die Öffnung hin zu simplen Techno- beziehungsweise Euro-Dance-Sounds eine echte Weiterentwicklung ist, bietet Stoff für lange Diskussionen. Tatsache ist, dass man COVENANT irgendwie mit mehr Wumms in Erinnerung hatte.

So wird es auf abendfüllende Konzertlänge zwischendrin immer mal wieder arg lullig. DEPECHE MODE– gehen mit SCOOTER ein Electrobier trinken, man fühlt sich fast wie auf einem 90er-Jahre-Rave, nur dass das Publikum hier komplett schwarz gewandet ist. Und wenn dazu dann auch noch alle drei Musiker am Bühnenrand rumturnen und die Keyboards und Sequenzer im Hintergrund die Arbeit allein machen, hat das schon ein bisschen was von der Mini-Playbackshow, und man kommt als gestandener Metaller mit Augenmerk auf Live-Musik schon ein wenig ins Grübeln.

Sei’s drum. Untermalt von einem klaren, druckvollen Sound und einer geschmackvollen Lichtshow bekräftigen die Schweden um Sänger und Frauenschwarm Eskil Simonsson (live mit Hang zur großen Geste) im Hirsch, dass sie ein Händchen für pumpende, tanzbare Elektroniklandschaften mit geschmeidigen Melodien haben und dank einschlägiger Szenehits und Tanzbodenkracher wie Stalker, We Stand Alone und Call The Ships To Port nach wie vor zu den besten in ihrer Liga zählen.

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