Waldgeflüster - Knochengesänge II Cover

WALDGEFLÜSTER: Knochengesänge II

Vom Geschwisterwerk lösen kann und will sich „Knochengesänge II“ nicht. Darauf erfinden WALDGEFLÜSTER ihre Songs neu, sind bei manchen Stücken aber mutiger als bei anderen.

Ein Sequel verspricht für gewöhnlich mehr vom Bekannten, oft natürlich ein wenig größer inszeniert. Diese Erwartungshaltung wäre im Falle von „Knochengesänge II“ jedoch fehlgeleitet: Nicht als Fortsetzung, sondern als Alternativangebot ist das Album gedacht, das den Bruder „Knochengesänge“ (2025) aus einem anderen Blickwinkel unter die Lupe nimmt.

Dementsprechend handelt es sich bei den sieben Stücken nicht um gänzlich neue Kompositionen: Die Kompositionen des klassisch gehaltenen Hauptwerks erfahren hier mitunter großen Wandel: neu arrangiert, teils intim und zerbrechlich, manchmal bis an den Rand der Unkenntlichkeit überarbeitet. Besonders deutlich tritt das in „Crusade In The Dark“ zu Tage, das „Von Hypnos und Thanatos“ lose in ein getragenes Atmospheric-Rock-Stück übersetzt, das mehr Alternative als Black Metal in sich trägt.

WALDGEFLÜSTER erfinden ihre Songs neu, sind dabei aber nicht immer gleich mutig

Leider gehen WALDGEFLÜSTER nicht immer derart mutig vor: Das traditionelle „The Parting Glass“ trägt Frontmann Winterherz a cappella vor, während der Einstieg „Das Klagelied der Krähen“ – ähnlich wie das Titelstück „Singing Of Bones“ – lediglich ins Akustische übertragen wurde. Die nackten Versionen der beiden Tracks funktionieren dank Akustikgitarre und bedachter Streicherbegleitung durchaus, erreichen jedoch nicht die Intensität der Originale, zumal sich Ersteres dennoch über die volle Distanz von achteinhalb Minuten erstreckt.

Spannender ist dagegen „Frankfurt, 19. März“, das dank seines nun doomigen Einschlags schwermütiger und damit für uns auch ergreifender wirkt. Die Ambient-Soundscapes von „In Lethes Fluten“ wiederum sind ein interessantes Experiment, das für uns isoliert allerdings besser funktioniert als in der ohnehin recht ruhig angelegten zweiten Albumhälfte.

„Knochengesänge II“ kann und will sich nicht vollständig vom Geschwisterwerk lösen

Nichtsdestotrotz sind es diese kreativen Kniffe, die „Knochengesänge II“ seine Daseinsberechtigung geben, wobei der „Remix“-Charakter des Materials sich letzten Endes mehr nach begleitender Bonus-Disc denn eigenständigem Release neben den „Knochengesängen“ (2025) anfühlt. Dafür ist das Gesamtpaket dann doch zu experimentell, ohne sich aber völlig vom Geschwisterwerk lösen zu können.

Veröffentlichungstermin: 07.11.2025

Spielzeit: 50:38

Album-Line-Up

Winterherz – Vocals, Gitarren, Samples, Keyboards
Dominik Frank – Guitars
Markus Frey – Guitars
Martin Schirmann – Bass
Thomas Birkmaier – Drums

Produziert von WALDGEFLÜSTER und Markus Stock (Mix und Mastering)

Label: AOP Records

Homepage: https://www.waldgefluester.com/
Facebook: https://www.facebook.com/BlackMetalWaldgefluester/
Instagram: https://www.instagram.com/waldgefluester_official/
Bandcamp: https://blackmetalwaldgefluester.bandcamp.com

WALDGEFLÜSTER “Knochengesänge II” Tracklist

1. Das Klagelied der Krähen
2. Frankfurt, 19. März
3. The Little King And His Architect
4. Crusade In The Dark (Audio bei YouTube)
5. In Lethes Fluten
6. Singing Of Bones
7. The Parting Glass