V.A.: Burning Roots Volume One

V.A.: Burning Roots Volume One

Für politisch korrekt gesinnte Black Metal-Fans gibt es seit langem einen Begriff, der ihnen die Haare zu Berge stehen lässt: NSBM. Und da die Musiker vieler Bands weder sich klar positionieren zu vermögen oder mit unklaren Aussagen wie Diese Musik muss unpolitisch sein! rumprollenm, kann man als Hörer irgendwann nicht mehr unterscheiden welche Band jetzt für einen politisch normal gesinnten Menschen anzuhören ist und welche nicht, sowie welche dieser Musiker in einem arisch-korrekten Nebenprojekt spielen oder gespielt haben.

Es ist eigentlich verdammt schade, dass so eine Compilation das Licht der Welt erst erblicken muss, damit sich einige Bands positionieren können. Einerseits könnte man sagen, dieser Sampler ist ein notwendiges Übel, andererseits ist diese Scheibe mit überdurchschnittlich hoher Qualität ausgezeichnet und größtenteils wirklich gut. Die Beiträge stammen von trven Underground-Bands aus der ganzen Welt, decken ein breites Spektrum ab von räudigem Black Metal der alten Schule, wie HELSEFYR und NECRO CULT über epischen Viking Metal von GALAR bis hin zu progressiven, moderneren Klängen wie von KNOWHERE und dem von LUNAR AURORA inspiriertem Low-Fi Black Metal von VERFALL.

Dabei stechen nur wenige Bands qualitativ negativ heraus: BESTIAL MOCKERY poltern schlimm, auch wenn ich immer noch überzeugt bin, dass sie eine gute Realsatire abgeben. DAGOR DAGORATH klingen unausgegoren und das Geflöte nervt fürchterlich und bei NECRO CULT tut man sich schwer überhaupt was heraus zu hören, irgendwie geil ist das Ein-Mann-Projekt trotzdem. FAIRYTALE ABUSE lassen uns alles hören, aber der mit Keyboardkitsch beladene Black Metal stellt die Nerven mitunter auf eine harte Probe. Auf der anderen Seite stehen Bands, in die man wirklich genauer reinhören sollte: Die kompromisslosen und doch melodischen SIGNS OF DARKNESS, die raue und tiefe Musik von GROM und VERFALL spricht Bände. Auch ungewöhnlich und gut: PRAYER OF THE DYING, die MAYHEM und Death Metal der alten Schule verschmelzen lassen.

Unterm Strich ist Burning Roots Volume One, das nicht nur einen Gegenpol zu NSBM darstellt, sondern auch ein Tribut an den vor 14 Jahren ermordeten Euronymus, ein schön und stilvoll aufgemachter Sampler mit leider etwas verwirrendem Booklet, der vor allem für die enthaltenen Bands eine gute Sache darstellt: Flagge zeigen. Aber wer sein Wissen in Sachen Black Metal erweitern will und einige gute, neue Bands entdecken will, darf hier getrost reinhören.

Veröffentlichungstermin: 25. August 2007

Spielzeit: 75:28 Min.
Label: Euronydead Records

Homepage: http://www.myspace.com/euronydeadrecords

Tracklist:
1. INFERNAL RITES: Infernal
2. KNOWHERE: April 14th, 9.15 a.m.
3. UNLIGHT: Eldest Born of Hell
4. FAIRYTALE ABUSE: Vivid the Blood Ill-Natured
5. BLACK HORIZONZ: Purifying Onset of Winter
6. DAGOR DAGORATH: The First Battle
7. MESMERIZED: The Storm is Coming
8. HELSEFYR: A Frozen Soul
9. BESTIAL MOCKERY: Lies of Peace
10. SIGNS OF DARKNESS: M.I.T.T.R.H.C.
11. GALAR: Slagmarkens Falne Sjeler
12. GROM: Grief of Winter
13. BUSTUM: Funeral Dream
14. VERFALL: Wandernd Geistes Erzählung
15. PRAYER OF THE DYING: Castle of Solitude
16. SARCUEIL: Funeral Path
17. NECRO CULT: The Death (of Everything)
18. NECRO CULT: The Glory of Death