UFO: You are here

UFO: You are here

Es gibt Bands die kann man sich einfach nicht aus der Rock-Szene wegdenken. Eine dieser Bands ist sicher UFO, seit 1969 hat diese Band alle Höhen und noch mehr Tiefen des Rock-Biz durchgemacht. Die Geschichte der Band ist hart geprägt besonders von Besetzungsstress. Nun denn, heute wollen es die Bandköpfe Phil Mogg, Pete Way und Paul Raymond noch mal wissen. Neu ins Flugobjekt geholt haben sie sich neben Jason Bonham, dem Sohn der Drumlegende John Bonham (LED ZEPPELIN), den Gitarrenhelden Vinnie Moore. Moore hatte sich in den 80ern im Rahmen der Guitar-Heroes-Welle einen guten Namen gemacht und war neben sieben starken Solo-Scheiben z. B. auch auf den ersten beiden VICIOUS RUMORS-Platten zu hören. Alles klingt also nach frischem Wind in den Triebwerken.

Songs wie der Opener „Daylight goes to town“, “The wild one” oder “Give it up” sind typische UFO-Midtempo-Rocker, „Black cold coffee“ aber macht schnell deutlich dass hier eine andere Band am Werk ist. Funkig-hart rockend hätte dieser Song auch von STEVIE SALAS, LIVING COLOUR oder EXTREME sein können, ebenso wie „Jelloman“. Das von einer Steelguitar begleitete balladeske „Baby Blue“ hätte auch auf einer der ganz alten UFO-Scheiben stehen können. Die groovigen „Call me“, The spark that is us“ und das recht harte “Sympathy” klingen schon fast modern und recht amerikanisch. Auch wenn man keine wirklichen Hits findet bleiben doch zumindest „Mr. Freeze“ und „Slipping away“ hartnäckig im Ohr hängen. Beim Rausschmeißer „Swallow“ lassen es auch Moore und Bonham noch mal ordentlich krachen.

Bonham`s abwechslungsreiches Schlagzeugspiel bringt deutlich Schwung in die Musik.
Erstaunlich ist wie gut sich Vinnie Moore einfügt. Auch wenn so manche Leads die Kinnlade runterklappen lassen fügt sich sein Spiel hervorragend in die Songs ein. Leider klingen einige der Gitarrenmelodien wie nachträglich reingemischt und fügen sich nicht harmonisch in den Gesamtsound ein. Der etwas zu sehr in den Vordergrund gemischte Gesang nimmt den cool rockenden Songs etwas den Dampf und verdeutlicht noch mehr dass es Mr. Mogg etwas an Ideen mangelte, viele der Gesangsmelodien meint man vorher in den Songs auch schon gehört zu haben. Trotzdem ist es natürlich Mogg`s starke ausdrucksstarke Stimme die die Songs prägt und der Sound wurde von Tommy Newton im knuffigen Celle ansonsten knackig und modern zusammengebraten.

Auf jeden Fall bleibt zu hoffen dass dieses Line-Up beständig bleibt, denn in dieser Form gehören UFO ganz klar noch eine Weile ins Hard Rock-Universum. UFO haben sich den moderneren Einflüssen der neuen Mitstreiter geöffnet und trotzdem weitestgehend ihren zeitlosen Hard-Rock beibehalten. Auch wenn „You are here“ kein Überwerk ist macht es immer wieder Spaß sie zu hören und ist es wert mal reinzuhören, echte UFO-Fans können eh nichts falsch machen beim Kauf dieser Scheibe.

VÖ: 16.02.2004

Spielzeit: 53:00 Min.

Line-Up:
Phil Mogg – Vocals

Vinnie Moore – Guitars

Pete Way – Bass

Paul Raymond – Keyboards

Jason Bonham – Drums

Produziert von Tommy Newton
Label: Steamhammer/SPV

Homepage: http://www.ufo-music.info/

Tracklist:
1 Daylight goes to town

2 Black cold coffee

3 The wild one

4 Give it up

5 Call me

6 Slippering away

7 The spark that is us

8 Sympathy

9 Mr. Freeze

10 Jelloman

11 Baby blue

12 Swallow

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.