TORREFY: Life is Bad [Eigenproduktion]

TORREFY: Life is Bad [Eigenproduktion]

So ganz entscheiden können sich TORREFY wohl nicht. Denn die kanadische Kapelle schwankt zwischen Thrash, Death, Black und Speed Metal. Was in Sachen Genre-Mixturen bei ihren Landsleuten von UNLEASH THE ARCHERS ganz gut funktioniert, hakt bei dem weit weniger bekannten Quintett aus British Columbia etwas.

Schon der Opener zeigt, dass nicht jede Mixtur innerhalb eines Songs aufgeht. „Sarcophony“ beginnt mit thrashigem Tempo, flaut dann in der Geschwindigkeit ab und nimmt Anleihen beim Death Metal, ehe der Song wieder zurück in die Thrash-Spur findet. Grundsätzlich fein, aber der Flow geht damit etwas verloren. Selbst wenn das Gitarren-Solo gegen Ende recht fein ist.

TORREFY schwächeln bei langsameren Passagen

Auch beim folgenden „Eye of the Swarm“ ist das Zusammenspiel zwischen den Genres nicht ganz so gelungen. Dem schleppenden Einstieg mangelt es an Charakter und der folgenden Thrash / Death-Thematik fehlt es an Biss. Dieses Spiel wiederholt sich in weiterer Folge immer wieder, als dass sich die unterschiedlichen Songelemte nicht besonders gut ineinander fügen. Insbesondere die Death Metal-Passagen funktionieren bei TORREFY nicht richtig – ebenso wie Passagen mit reduziertem Tempo („Torrn Apart By Machinery“).

„Life is Bad“ ist zwar ambitioniert, wirkt leider aber übermotiviert

Aber es gibt auch Lichtblicke – nicht wenige sogar. Denn rein von den musikalischen Fähigkeiten her haben TORREFY einiges zu bieten. Vor allem das Gitarrenspiel überzeugt in dieser Hinsicht. Seien es die treibenden Thrash-Riffs oder die gelungenen Leads. Gesanglich ist der angeschwärzte Kreisch-Gesang von John Ferguson hingegen etwas zu eindimensional. Grundsätzlich setzen sich die Kanadier mit ihrem dritten Album nicht zwingend zwischen die Genre-Stühle, sondern sie verzetteln sich schlicht und ergreifend. Auf „Life is Bad“ wurde in die einzelnen Songs einfach zu viel hineingepackt, als dass die Tracks flüssig und gut funktionieren könnten. Das kann man zwar ambitioniert nennen, aber im Endeffekt ist es auch übermotiviert. Sorry.

Veröffentlichungstermin: 01.07.2020

Spielzeit: 64:10 Min.

Line-Up:
Adam Henry – Gitarre (lead)
Ben Gerencser – Gitarre (rhythm)
Simon Smith – Bass
Daniel Laughy – Schlagzeug
John Ferguson – Gesang

Produziert von Gustavo Valderama @ Electric Flow Studios, Victoria (BC, Canada)

Label: Eigenproduktion

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Torrefy/
Mehr im Netz: https://torrefy.bandcamp.com/

TORREFY „Life is Bad“ Tracklist

1. Sarcophony
2. Eye of the Swarm
3. Outrun By Wolves
4. GFYD (Lyirc-Video bei YouTube)
5. Arborequiem
6. The Thin Line
7. Cells
8. Torrn Apart By Machinery (Lyric-Video bei YouTube)
9. Plague of Empires (Video bei YouTube)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.