THULCANDRA: Ascension Lost

THULCANDRA: Ascension Lost
Was wäre wenn?-Fragespielchen sind beliebter Metaller-Smalltalk. Was, wenn Dave Mustaine bei METALLICA gelieben wäre? Was, wenn Lars Ulrich stattdessen gegangen wäre? Wie würde MAYHEM heute klingen, wenn Euronymous Varg Vikernes umgebracht hätte und nicht umgekehrt? Was wäre passiert, wenn Jon Nödtveidt nie im Gefängnis gelandet wäre? Hätte er einen würdigen Nachfolger für das geniale Storm of the Light´s Bane geschaffen? 
Nehmen wir für die letzte Frage mal an, der Geist aus dieser Hypothese – id est Jon Nödtveidt ohne Gefängnis, kreativ frisch nach Storm of the Light´s Bane – hätte sich aus unerfindlichen Gründen – Kühe, Katholizismus, Oktoberfest – nach München abgesetzt. Dort hätte er als unheiliger Geist erst die DISSECTION-Reinkarnation BLACK HORIZONS als Muse geküsst und danach deren Bassist Steffen Kummerer (OBSCURA) zu seinem gitarristischen Sprachrohr bei THULCANDRA befördert. Spätestens beim dritten Album (nein, nicht dritten Glas Vodka, aber, aber!) Ascension Lost erscheint diese Hypothese mehr als plausibel.
Schon vom Äusserlichen her – Necrolords Coverartwork von Ascension Lost in Blautönen mit Sichelmann, reiht sich nahtlos an das Artwork von Fallen Angel´s Dominion und Under a Frozen Sun (sowie Storm of the Light´s Bane) – ist die Weiterführung des Geistes DISSECTIONs kaum ignorierbar. Produktion, Vocals, Drumming, Riffs – THULCANDRA lassen einen in der Tat glauben, dass es eine schwedische Enklave des Melodic Black / Death Metals in Bayern gibt. Die Gitarrenarbeit lässt absolut keine Wünsche offen: melodiöse Leads, wuchtige Riffs, progressiv-angehauchte, OBSCURA-anmutende Parts (etwa im sagenhaft tollen Opener The First Rebellion), hier stimmt einfach alles, was in der sechssaitigen Welt glücklich macht. 
Und ja, es muss natürlich gesagt werden: anders als BLACK HORIZONS auf Suicide Symphonies und A Dream´s Funeral drücken THULCANDRA ihrer DISSECTION-Huldigung einen eigenen Stempel auf. So mag man bei ca. 2 1/2 Minuten von The First Rebellion wirklich denken, Jon Nödtveidt sei auferstanden, doch THULCANDRA sind so kreativ, Ascension Lost zu ihrem eigenen Album zu machen und ihre Handschrift eigenständig sicht- bzw. hörbar zu machen. 
Fazit: THULCANDRA liefern mit Ascension Lost ein tolles drittes Album ab, an dem Freunde von schwedisch-inspiriertem Melodic Black / Death Metal 2015 nicht vorbeikommen. Starke Songs, makellose Gitarrenarbeit, überzeugendes Gesamtpaket – kaufen, kaufen, kaufen!

Veröffentlichungstermin: 30.01.2015

Spielzeit: 46:00 Min.

Line-Up:

Steffen Kummerer (OBSCURA): Gitarre, Vocals
Tobias Ludwig (HELFAHRT): Bass
Sebastian Ludwig (HELFAHRT): Gitarren
Erebor (SECRETS OF THE MOON): Drums

Label: Napalm Records

Homepage: http://www.thetruethulcandra.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/ThulcandraMetal

Tracklist:

1. The First Rebellion  
2. Throne of Will  
3. Deliverance in Sin and Death  
4. Demigod Imprisoned  
5. Interlude  
6. Exalted Resistance  
7. The Second Fall  
8. Sorrow of the One  
9. Ascension Lost  
10. Outro
Auf der Bonus-Variante sind auch noch die Songs Perishness Around Us, Frozen Kingdom, Dreaming und Immortality vorhanden.
Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.