THE LORD WEIRD SLOUGH FEG: New Organon

THE LORD WEIRD SLOUGH FEG: New Organon

Zehn Alben SLOUGH FEG – nicht nur für mich hoffentlich ein Grund zum Feiern! „New Organon“ haut mal wieder alles raus, wofür man die Band lieben oder hassen kann: Die unverwechselbar heiseren Vocals von Philosophieprofessor Mike Scalzi, seine von seinen Vorlesungen inspirierten Lyrics, in denen sich immer wieder spannende Denkanstöße finden lassen, und nicht zuletzt die herrlichen melodischen Gitarrenleads sowie das gnadenlos trocken polternde Schlagzeug.

Die Rückkehr zum ursprünglichen vollen Namen soll laut Labelinfo eine Rückkehr zum Sound älterer Alben anzeigen – das jedoch kann ich nicht bestätigen. „New Organon“ lässt sich beschreiben als eine Mischung aus den letzten beiden Alben „The Animal Spirits“ und „Digital Resistance“ – dem Folk entliehene, zwischen Hymne und Tanz changierende Gesangsmelodien treffen auf die typisch galoppierenden old-schooligen Gitarrenläufe und -riffs, und alles wirkt wie direkt aus den 80ern. Für mich eine Erleichterung, sind diese beiden Alben doch meine SLOUGH-FEG-Lieblinge, da auf ihnen ihr Talent, süchtig machende Ohrwürmer mit skurrilen und intellektuellen Texten („Coming Of Age In The Milky Way“!) zu verknüpfen, m.E. perfektioniert worden ist. „New Organon“ ist die einleuchtende Fortsetzung davon – jeder Song brennt sich schon nach kurzer Zeit unweigerlich ins Hirn ein, und spätestens, wenn mit „Exegesis / Tragic Hooligan“ (dieser Titel allein!) die große Hymne ausgepackt wird, ist klar, dass Album Nummer zehn genau wie die beiden Vorgänger mühelos mit der Höchstnote bedacht werden kann. Das sind einfach Songs für die Ewigkeit!

„New Organon“ ist ein herrlich uriges, rauhes Meisterwerk – SLOUGH FEG at their best

THE LORD WEIRD SLOUGH FEG sind dabei durchaus wieder etwas rauher geworden, was nicht zuletzt dem Problem geschuldet sein wird, dass die Band lange keinen festen Drummer hatte. Auf „New Organon“ befinden sich nun Songs aus mehreren Aufnahmesessions – nur eine davon mit dem neuen Drummer Jeff Griffin -, was sich auch in unterschiedlichen Klängen wiederspiegelt. Das kann man dilettantisch finden, ich finde es sympathisch, zumal es die Qualität der Songs nicht schmälert. Im Gegenteil fügt es der Urigkeit dieser Band noch einen Tacken hinzu, verstärkt das gewisse Etwas, das Fans an ihr lieben. Grundsätzlich ist am Sound auch überhaupt nichts auszusetzen, alles ist klar zu hören, und man kann den Probenraum-Mief fast schon riechen – ich finde das großartig und deutlich besser als den softeren, irgendwie dumpfen Klang von „Digital Resistance“, bei dem man sich ja fast Sorgen machen musste, ob SLOUGH FEG noch eine Metal-Band sind. „New Organon“ lässt diesbezüglich keine Fragen offen, und zum Glück sieht auch Mike Scalzi optimistisch in die Zukunft: “I’m just as into SLOUGH FEG as I was the day I started it.” Na dann – auf die nächsten zehn Alben!

Veröffentlicht am 14.6.2019 auf Cruz del Sur
Spielzeit: 37:04 Min.

THE LORD WEIRD SLOUGH FEG – „New Organon“ – Tracklist

1. Headhunter (5:06)
2. Discourse on Equality (2:54)
3. The Apology (3:17)
4. Being and Nothingness (2:47)
5. New Organon (4:28) (Audio bei YouTube)
6. Sword of Machiavelli (2:18)
7. Uncanny (4:41)
8. Coming of Age in the Milky Way (3:55)
9. Exegesis / Tragic Hooligan (3:56)
10. The Cynic (3:42)

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Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.