STRIKER: Ultrapower

STRIKER sind die Auferstehung des 80s-Metal in seiner schönsten Form. Hier gibt es die Hooks in Überdosis, die geilsten mehrstimmigen Gitarren und Gesänge, die frischsten Grooves, die größte Party. Wem bei diesen Klängen keine wallende Fönfrisur wächst, der spürt in seiner Spandexhose nichts mehr.

Es ist vorbei, denn wir stehen kurz vor einer Invasion. Hier kommt das “Whoawhoowhoo!” im Refrain. Das “Heyhohey” in der Hook. Das heißeste Leopardenfellmuster. Die größte Banane im Auspuff. Der längste Fuchsschwanz am BMX-Bike. Die klebrigste Bierdusche. Die einzige Spandex-Hose, die nicht im Schritt zwickt. Und das Mundstück des Sexy Sax Man. Sexy Sax Man? Wir klären später auf. Hier kommt die Auferstehung des HAIR METAL. Und sie kommt mit einem großen Knall. Ein Loser, wer jetzt noch keine Fönfrisur hat!

Dieser Hair Metal ist ein feierwütiges Tier. Es tritt deine Tür ein und brüllt dir mitten ins Gesicht. Es schüttelt dich durch und kippt dir Bier über den Kopf. Es stöpselt die Luftgitarre ein. Es springt breitbeinig auf dein Bett. Es wirft deinen Flachbildfernser durch das geschlossene Fenster. Es hat die ganze Straße zur Party eingeladen. Schon siehst du Go-Go-Girls mit Federboas tanzen. Deine Nachbarin, obwohl schon etwas betagt, wogt sich im Tanga-Slip. Dein Nachbar, der alte glatzköpfige Mann, auch. Schon sprießt dein Brusthaar bis zum Boden. Arme schlingen sich verführerisch um deinen Bauch. Und du bist -1,2,3- in völliger Ekstase. Wann hast du so etwas zuletzt erlebt? Als du „New Jersey“ von BON JOVI gehört hast? Vergiss es! Hier sind die Gitarren knackiger. Die Rhythmen heavier. Die Hooks vielleicht noch infektiöser. Ich übertreibe? Dann lasst Euch das gesagt sein: Hier gibt es nicht eine Schmalzballade, sondern nur Hooks, Hooks und noch mehr Hooks! Oft präsentiert mit der Spritzigkeit eines Speedbootes. Die Gitarren fauchen, sie galoppieren, sie schlagen elegante Haken. Headbangers Unite!

Metal ist Liebe, STRIKER eine wilde Affäre

Lasst uns kurz die Musik etwas herunterdrehen, um die Fakten zu präsentieren. Es ist bekannt, dass STRIKER zu den talentiertesten Bands ihres Fachs zählen. Sie begannen 2007 mit klassischem Heavy- und Speed Metal, mischten Progressive bei, auf den letzten beiden Alben kamen AOR und Popmetal mit 80s-Prägung hinzu. Fette Chöre, mehrstimmige Harmonien, hymnische Refrains, brutale Eingängigkeit. Was bei anderen Bands in einer Katastrophe geendet hätte (Es gibt da viel seichtes, uninspiriertes!), funktioniert bei STRIKER wunderbar. Metal für die Stadien! Aber den Durchbruch schafften sie nie. Warum? Es gibt nur eine logische Erklärung: Weil die Welt manchmal ein großer, dampfender Kackhaufen ist. Und ein liebevoll verpacktes Geschenk, denn es gibt sie ja noch! “Ultrapower” ist bereits das siebte Album, das zweite auf dem eigenen Label. Frontmann Dan Cleary könnte den jungen Geoff Tate in die Schranken weisen, Tim Brown und (Neuzugang) John Simon Fallon sind Riffgötter, das Schlagzeug von Jono Webster wirbelt variabel, der Bass von Pete Klassen pumpt wuchtig, manchmal gar funky. Und nun drehen wir wieder auf, denn:

STRIKER! Verdammt, ich zappel auf dem Tisch, auf dem Rücken liegend wie ein Käfer, die Beine in die Höh gereckt, die Luftgitarre im Anschlag. Ich singe Karaoke. Ich springe im Kreis. Das hier ist, zuweilen: tanzbar! Und es gibt auch noch den Speed in all den eingängigen Momenten. Sie brechen über dich herein, aber nur, um dir die nächste geile Melodie und das nächste geile Riff um die Ohren zu knallen. Im mittleren Tempo haben sie viel Atmosphäre. Im schnellen Tempo eine nicht zu bändigende Euphorie. Klar, subtil ist hier nichts. Oder doch? Es steckt schon verdammt viel Raffinesse in den mehrstimmigen Chören, in den virtuosen Soli, in den mehrstimmigen Leads, in den wilden Axt-Attacken. Die Produktion: perfekt. Wuchtige Drums, der hohe und kraftvolle Gesang sensationell in Szene gesetzt. Und das alles klingt, das ist vielleicht der größte Kniff, absolut zeitgemäß. Es ist knackig wie eine reife Weintraube, es schmeckt wie frisch gepflückt, obwohl das Einweckglas mit der Jahreszahl “1987” beschriftet ist. Wie schaffen die das? Wie kann man aus alten Zutaten ein so frisches Buffet kredenzen?

Zu den einzelnen Songs: “Circle of Evil”? Ist geil. “BEST of the BEST of the BEST”? Ist geil. “Give it All”? Ist geil. “Blood Magic”? Ist auch geil. So mache ich jetzt einfach weiter, bis ich alle elf Songs aufgezählt habe. “BEST of the BEST of the BEST” kommt mit einer so unverschämten Hommage an Harold Faltermeyer daher, dass man “KULT”! in knallbunten Lettern an die nächste U-Bahn sprühen möchte: Die Gitarren im flotten Song zitieren das Motiv von “Axel F” aus dem Soundtrack von “Beverly Hills Cop”. Und hatte ich im ersten Absatz den Sexy Sax Man erwähnt? Gemeint ist, na klar, Timmy Cappello, der Saxophonist von TINA TURNER, Ihr wisst schon: laszive Auftritte, breite Muskeln und Eisenkette über der wallenden Männerbrust. Tatsächlich kommt “Give It All” im mittleren Tempo mit Lead-Saxophon und entsprechendem Solo daher, so dass man meinen könnte, er hätte es eingespielt. Es funktioniert wunderbar!

“Live to Fight Another Day” ist so ein grandioser Hit. Ich sitze hier und weine. Ein Song für das Kämpfen, das Durchhalten auch in den beschissenen Momenten des Lebens. Wir sehen vor dem inneren Auge Rocky Balboa mit seinem Hund die Treppe hochlaufen, wieder und wieder und wieder. Rocky wird triumphieren, auch wenn er verliert. Überhaupt ist dies ein Geheimnis von STRIKER: Die Songs pushen dich, sie haben eine durch und durch optimistische Grundstimmung. Eine Trotzhaltung, die sich ins Positive verkehrt. Wenn die in die Höhe gereckte Faust des Metal irgendwo Sinn machte, dann hier. Und dann wissen wir: Metal ist Liebe. Oder eine heiße, brodelnde, aberwitzig verrückte, leidenschaftliche Affäre? Du spürst die Bisse an der Brustwarze, die feuchten Küsse auf der Haut, es schmerzt auch, sehr angenehm, der aufgekratzte Rücken. Grrr! Ich bin so komplett kirre und besoffen von dieser Musik, ich verwandle mich in Franz Josef Wagner.

Fuck, ist das geil. Holt Euch diese Platte! Macht diese Band endlich groß! Sonst komme ich vorbei und schütte Euch Bier über den Kopf.

Veröffentlichungstermin: 02.02.2024

Spielzeit: 41:30

Line Up:​
Dan Cleary – Vocals
Tim Brown – Guitar
John Simon Fallon – Guitar
Pete Klassen – Bass
Jono Webster – Drums

Produziert von Josh Schroeder

Label: Record Breaking Records

Webseite: https://www.striker-metal.com/

STRIKER: Ultrapower Tracklist

1. Circle of Evil – (3:44, Video bei Youtube)
2. BEST of the BEST of the BEST – (3:19, Video bei Youtube)
3. Give it All – (4:14)
4. Blood Magic – (4:35)
5. Sucks to Suck – (3:15)
6. Ready for Anything – (3:56)
7. City Calling – (3:45)
8. Turn the Lights Out – (2:49)
9. Thunderdome – (4:01)
10. Live to Fight Another Day – (4:00)
11. Brawl at the Pub – (3:47)

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