STAGE DOLLS: Always

Erwachsener, reifer, erdiger als in ihrer Blütephase Ende der 80er/Anfang der 90er präsentiert sich das norwegische AOR-Trio.

Dem ein oder anderen Altrocker könnten die STAGE DOLLS schon noch ein Begriff sein. Zwar konnten die seit 1982 existierenden Norweger ihre Erfolge im Zuge der Glam Metal-Welle der 80er vor allem in ihrem Heimatland und in den Vereinigten Staaten verbuchen, doch die Hits Love don`t bother me, Commandos oder Love cries sind mit Sicherheit auch hierzulande in das ein oder andere Ohrenpaar vorgedrungen. Nun, die Formel der STAGE DOLLS vor etwa zwei Jahzehnten war einfach: melodische, z.T. balladeske Songs mit einprägenden Hooklines, glatt-poliert und -produziert, das war das Erfolgsrezept. Heute sieht die Sachlage allerdings etwas anders aus: Aus überzeugten Haarspray-(Soft-)Rockern wurden erwachsene Männer, die schlicht nach wie vor Spaß am Musik machen haben, die sich aber nicht mehr dem Zwang gegenüber sehen, sich auf Biegen und Brechen am Markt orientieren zu müssen.

Und das Resultat daraus ist Always, das erste Album seit sechs Jahren und zugleich das siebte der Bandhistorie. Weniger Glam, aber dafür mehr AOR als früher, bieten die STAGE DOLLS anno 2010 ihren Hörern. Natürlich sind dabei alte Trademarks nach wie vor im Spiel – man höre nur den sanften, gefühlvollen Rocker Highway`s open, oder aber den schmissigen, mainstream-tauglichen Opener Always. In diesen Songs sind die 80er Glamanleihen noch deutlich spürbar. Aber die STAGE DOLLS präsentieren 20 Jahre nach ihrer Blütephase auch Material, das die Reife der Band klar veranschaulicht. Da wäre zum einen das stark an die DIRE STRAITS und EAGLES erinnernde Rainin` on sunny day oder aber die rein akustisch gehaltene Schlussnummer My strangest friend, bei der Fronter Torstein Flakne weibliche Unterstützung am Mikro erhält. Mit ihrem dezenten Country-Einschlag erinnert diese Lagerfeuerballade irgendwie an KID ROCKs Kooperation mit SHERYL CROW namens Picture. Apropos erinnern, der kernige Rocker Saturday night klingt wie eine Melange aus etwas weniger von AC/DCs Beating around the bush und etwas mehr von BRYAN ADAMS` Kids wanna rock.

Schlussendlich ergibt sich daraus ein mehr in eine ruhigere Richtung tendierendes, Album – eben AOR – das Anhängern von BON JOVI, DEF LEPPARD oder BRYAN ADAMS durchaus zusagen müsste. Die STAGE DOLLS, immerhin nach A-HA die zweite norwegische Band, die sich in den amerikanischen Charts platzieren konnte, haben ein feines Gespür für einprägsame Rocksongs und gefühlvolle Melodien, die auf Always klar produziert, sprich klanglich einwandfrei zum Zuge kommen. Fazit: Ein gutes Comeback!

Veröffentlichungstermin: 26.02.2010

Spielzeit: 37:32 Min.

Line-Up:

Gesang, Gitarre: Torstein Flakne
Bass: Terje Storli
Schlagzeug: Morten Skogstad

Gastmusiker:
Gesang: Darryl Tookes
Mari Myrholt
Keyboard: Ronny Wikmark

Produziert von Torstein Flakne und Ronny Wikmark
Label: AOR Heaven

Homepage: http://www.stagedolls.com

MySpace: http://www.myspace.com/stagedolls

Tracklist:

1.Always
2.Rainin` on a sunny day
3.Rollin`
4.Highway`s open
5.Eye of my heart
6.Better off pretty
7.Taillights
8.Saturday night
9.Where the blacktop ends
10.My strangest friend