SEEDS OF SORROW: Immortal Junkies

Death Metal mit einer Prise Wiener Schmäh. Oder umgekehrt.

Österreichs Hauptstadt glänzt nicht unbedingt mit vielen extremen Combos, doch die wenigen sind fast ausnahmslos gut bis spitze, egal ob es jetzt alte Haudegen wie PUNGENT STENCH oder junge wilde wie MASTIC SCUM sind. SEEDS OF SORROW liegen vom Bestehen her dazwischen, seit 10 Jahren spielt der Fünfer Death Metal, der daher durchaus ausgereift klingt und den man nicht so recht einordnen kann.

Viel flotter Groove, viele Uptempo-Stellen und einige geschickt eingestreute Blast-Beats, alles relativ altmodisch klingend, macht SEEDS OF SORROW zu einer ziemlich originellen Band, die ihr Potential leider zu keiner Sekunde voll ausspielt. Einerseits liegt es daran, dass sie sich zu oft in einem Tempo verlieren, andererseits sind die richtig interessanten Stellen zu kurz. Dennoch gibt es in fast allen Songs kleine Überraschungen zu hören und trotz der vielen Details geht die Power keineswegs verloren. Dabei wirken allerdings kurze Songs wie Illuminati oder der Opener If Jesus Died um einiges besser, als lange Tracks wie Fake. Dennoch ist The Day the Whole World Dies ein mehr als spannender und beunruhigender Song, der über seine ganze Länge überzeugen kann. Auch Ejaculation of an Unknown God kann punkten, mit diesem groovigen Song machen SEEDS OF SORROW einiges an Boden gut, denn der geht ebenso locker-flockig ins Ohr und in die Beine wie das amtliche MEGADETH-Cover Symphony of Destruction.

Musikalisch kann man SEEDS OF SORROW alles vorwerfen, nur nicht dass sie pfuschen. Man hört ihnen an, dass sie schon länger dabei sind, dass sie gut zusammen harmonieren und eine fruchtbare Einheit ergeben. Toll ist auch der Gesang, der an manchen Stellen wie eine Mischung aus John Tardy (OBITUARY) und Barney Greenway (NAPALM DEATH) klingt. Weniger gut ist allerdings halbgare Produktion, die sehr verwaschen und gleichzeit an den Drums total übersteuert klingt. Kaufen oder nicht? Ich würde euch vorschlagen erstmal reinzuhören, denn Immortal Junkies ist sicherlich nicht jedermanns Sache.

Veröffentlichungstermin: Ende 2003

Spielzeit: 47:36 Min.

Line-Up:
Alex Aigner – Vocals

David Guger – Guitar

Sigurd Krieger – Guitar

Markus Marath – Bass

Tom Zonyga – Drums

Produziert von SEEDS OF SORROW
Label: Metal Age Productions

Homepage: http://www.seedsofsorrow.com

Email: office@seedsofsorrow.com

Tracklist:
1. If Jesus Died

2. Headshot

3. Fake

4. Immortal Junkies

5. Deep Mongolian Steinem Job

6. Illuminati

7. The Day the Whole World Dies

8. Alcoholic Nightmare

9. Ejaculation of an Unknown God

10. Symphony of Destruction