SCHATTENTANTZ: Zeitenwanderer [EP] [Eigenproduktion]

SCHATTENTANTZ: Zeitenwanderer [EP] [Eigenproduktion]

Lässt man die Marktmusik-CD „Narrenfrei“ außen vor, so sind sieben lange Jahre vergangen, seit sich SCHATTENTANTZ zuletzt mit ihrem Debüt-Album „Galgenfrist“ zu Wort gemeldet haben. Das lange Warten hat nun ein Ende, denn mit „Zeitenwanderer“ haben die Wiesbadener nach langer Pause endlich eine neue EP in den Startlöchern und wollen mit den fünf darauf vertretenen Songs an den starken Vorgänger anschließen.

Neben zwei brandneuen Stücken enthält der Silberling zusätzlich noch drei bekannte Nummern in neuem Gewand. So gab es das siebenminütige „Des Spielmanns Kund“ schon auf der selbst betitelten Demo zu hören, während die beiden Instrumentalstücke in ihrer Urform bereits auf „Narrenfrei“ enthalten waren. Aber dazu später mehr, denn los geht’s mit einem bislang unveröffentlichten Track. „Von Hass und Neid“ ist eine ganz klassische Mittelalter-Rock Nummer geworden, wie sie SCHATTENTANTZ schon auf „Galgenfrist“ gerne zelebriert haben. Positiv fällt dabei sofort auf, dass die Jungs ihrem wahrscheinlich größten Trademark treu geblieben sind und auch 2008 häufig auf mehrstimmigen Gesang zurückgreifen, welcher gerne auch a capella erklingen darf. Dadurch und aufgrund des allgemein etwas schleppend ausgefallenen Materials, hebt sich die Musik des Septetts angenehm vom Genrestandard ab. Ein gelungener Einstieg also, dem allerhöchstens noch ein wenig Feinschliff bei den Details gut getan hätte.

Dem Gesang fehlt ab und an die letzte Portion Souveränität

Das anschließende „Elixier des Lebens“ entpuppt sich als Halbballade, die ihre Kraft in erster Linie aus dem Gesang von Frontmann Christoph Heyd zieht. Die Aufgabe löst dieser auch ordentlich, obwohl man bei seiner Stimme hin und wieder die letzte Portion Souveränität vermisst. Eigentlich vollkommen zu Unrecht, denn an seinen gesanglichen Fähigkeiten gibt es im Grunde nichts auszusetzen, wie auch seine Leistung auf der restlichen Platte unterstreicht. Derartige Probleme gibt es bei den beiden Instrumentals natürlich nicht. Wie eingangs erwähnt wurden beide Lieder auch schon als Akustikversionen veröffentlicht und finden sich auf Zeitenwanderer nun als Rockfassung („Rondeau/Skudrinka“), sowie als leicht dancehall-lastiger Remix („Filii Neidhardi/Isabella“) wieder. Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob es im überlaufenen Mittelaltersegment wirklich noch eine Fassung der Skudrinka braucht, aufgrund der recht eigenwilligen Interpretation hat die von SCHATTENTANTZ allerdings eine Daseinsberechtigung. Somit sind beide Versionen der Marktmusikstücke auf solidem Niveau, wobei die Synthesizer bei „Filii Neidhardi/Isabella“ glücklicherweise sehr dezent gehalten wurden. Qualitativ nicht ganz mithalten kann dagegen die Neuaufnahme von „Des Spielmanns Kund“, die zwar alles andere als ein Ausfall ist, aber auch nicht über gehobenes Durchschnittsniveau hinauskommt.

Die Produktion bewegt sich auf besserem Demo-Niveau

Auch wenn die EP im Gesamtbild nicht an den sehr guten Vorgänger „Galgenfrist“ anschließen kann, so vermittelt „Zeitenwanderer“ doch einen klaren Eindruck davon, wo SCHATTENTANTZ heute stehen und lassen den Hörer gespannt einem hoffentlich bald kommenden Full-Length Album entgegensehen. Einzig an der Produktion sollte man bis dahin aber noch feilen, denn die bewegt sich momentan noch auf besserem Demo-Niveau.

Veröffentlichungstermin: 12.04.2008

Spielzeit: 28:49 Min.

Line-Up:
Christoph Heyd: Gesang
Lasse Lehmann: Cello, Schalmei
Max Schilling: akustische Gitarren, Bouzouki, Dudelsack, Schalmei, Gesang
Dominik Oelke: E-Gitarre, Schalmei, Gesang
Sören Buchhold: Bass
Yorck Ruffmann: kleines Schlagwerk
Frederik Ehmke: großes Schlagwerk, Flöte, Gesang

Produziert von Tristan Eck
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.schattentantz.de

SCHATTENTANTZ „Zeitenwanderer“ Tracklist

01. Von Hass und Neid
02. Elixier des Lebens
03. Rondeau / Skudrinka
04. Des Spielmanns Kund
05. Filii Neidhardi / Isabella (Remix)

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.