SAHG: I

Wow! Kaufen! Na ja, so einfach komm ich wohl nicht davon… Für traditionelle (Epic-)Doomer und alle BLACK SABBATH-Fans ein Pflichtkauf!

Wow! Kaufen! Na ja, so einfach komm ich wohl nicht davon… Aber es ist doch immer wieder erstaunlich, dass man denkt, (s)eine Szene recht gut zu kennen und dann kommt aus heiterem Himmel plötzlich so eine Überraschung. Denn gehört hatte ich bisher von SAHG rein gar nichts. Und nun dreht sich seit Tagen hartnäckig die erste CD I dieser seit Anfang 2004 bestehenden norwegischen Band im Player, die damit nicht nur in meine persönlichen, sondern sogar schon in die heimischen Charts einsteigen konnte.

Vielleicht liegt diese Begeisterung ja daran, dass SAHG lang erhoffte und zugleich gefürchtete Wünsche erfüllen und uns den Sound der späten BLACK SABBATH wieder bringt. Wohl jeder Fan dieser Band wünscht sich eine Widergeburt der Götter, aber nachdem uns OZZY wohl kaum noch mal zur dafür nötigen Höchstform fähig ist, hat man auch etwas Angst vor den eigenen, kaum zu erfüllenden Erwartungen. Und genau an diesem Punkt klopfen SAHG an die Tür! Eingeleitet von einem langen, erwartungsschwangeren Intro, schleicht sich der erste Song Repent mit ruhigem Gezupfe, beschwörenden Vocals und derbem Break durch den Raum, um in einem typischen Toni Iommi (BLACK SABBATH, IOMMI)-Riff zu explodieren, gekrönt von Vocals, die einem jüngeren OZZY OSBOURNE (BLACK SABBATH) verdammt ähnlich sind. Gänsehaut pur, die sich fast über das ganze Album zieht! Egal ob man hart nach vorne rockt (The executioner undead, Soul exile), schwerfällig doomt (Rivers running dry) oder eher episch zur Sache geht: ein starkes, powervolles Drumming und ein cooler Basssound mit klasse Bassspiel legen das Portal für ein sehr an Mr. IOMMI orientiertes Gitarrenspiel. Die Songs klingen nach dem, was man nach BLACK SABBATHs Technical ecstasy und Never say die erwartet hätte, bringt dazu noch einige Anleihen aus der BLACK SABBATH-Aera nach OZZY. SAHG geben dem Ganzen aber einen durchaus zeitgemäßen Touch ohne sich dabei zu weit vom Sound des Vorbilds zu lösen, nach dem akustischen Gezupfe Whisper of Abaddon erwartet man eigentlich das Riff von Symptom of the universe oder Children of the grave. Dazu eine Stimme, bei der man erstmal schaut, ob sich nicht HELLFUELEDs Andy nach Norwegen verirrt hat, denn auch SAHGs Olav liegt passend sehr nah bei OZZY der späten BLACK SABBATH-Phase. Dazu gibt´s noch ein paar Vocaleffekte, wie man sie auf den alten Scheiben auch OZZY OSBOURNE gern untergeschoben hat, fertig ist der passende Gesang zur Mucke, der aber doch genug eigenes mitbringt, um nicht nur ein guter Clone zu sein.

Will man ganz weit gehen, dann findet man hier die Mucke, mit der BLACK SABBATH damals zu Grabe getragen wurde: Vocals, die an eine Widergeburt OZZY OSBOURNEs denken lassen ohne ihn komplett zu kopieren und einen Sound mit Hang zu moderneren Klängen, der dem nahe kommt, was Mister Toni Iommi auf seinen Soloscheiben Fused und Iommi schon angedeutet hat. Somit findet man bei SAHG das, was man von eine aktuellen BLACK SABBATH-Scheibe erwarten würde/könnte, zumindest kommt es dem sehr nahe. Oder, um etwas zeitgemäßer zu bleiben: man gehe nach Schweden und setze den HELLFUELED-Sänger mit ASTRAL DOORS in ein Studio in tiefster norwegischer Pampa, damit sie eine kraftvolle Doom-Scheibe machen. Dann trifft man sich ebenfalls bei SAHG wieder. Aber letztendlich haben wir es bei SAHG mit Musikern von GORGOROTH, AUDREY HORNE und MANNGARD zu tun.
Für traditionelle (Epic-) Doomer und Fans der genannten Bands ein Pflichtkauf! Reinhören kann man auf ihrer Myspace-Site.

Veröffentlichungstermin: 18.04.2006

Spielzeit: 48:26 Min.

Line-Up:
Olav – Vocals, Guitars
Thomas – Guitars
King – Bass
Kvitrafn – Drums

Produziert von SAHG
Label: Regain Records SE

Homepage: http://www.sahgweb.com

Tracklist:
1. Intro: Parade macabre
2. Repent
3. The executioner undead
4. The alchemist
5. Rivers running dry
6. Whisper of Abaddon
7. Godless faith
8. Soul exile
9. Boundless demise
10. Black passage