ROTOR: 3

ROTOR: 3

Ha ha, die machen ja voll auf coole Jungs! Das war mein erster Gedanke beim Betrachten des Booklets. In der Stoner-Szene sind ROTOR anscheinend recht bekannt, das dritte Album ist mein erster Kontakt mit den Berlinern.

Dass sie sich deutlich von ähnlichen Bands abheben wird schnell deutlich, ROTOR setzen uns mit 3 ein Album komplett ohne Gesang vor die Nase. Und was man sich nun so gar nicht vorstellen kann, das funktioniert unerwartet gut. Die klassischen Stoner-Elemente Richtung KYUSS, FU MANCHU und Co. werden gnadenlos durchgebraten. Da zockelt kein Toyota-Pickup über den Highway, da rollt ein 82er Ford Bronco V8 direkt auf einen zu. Aber nicht, um einen plattzufahren – er nimmt uns mit auf eine Reise fernab der staubigen Landstraße, zeigt uns viel mehr Feinheiten abseits der ausgefahrenen Stoner-Route. ROTOR bauen relaxte und gern mal leicht jazzige Passagen ein, die besonders oft auch nebenher im Bassspiel auftauchen und dann an den frühen BLACK SABBATH-Bass von Geezer Butler erinnern. Dazu packen die Berliner immer mal wieder etwas Krautrock.

Dass es keine Vocals gibt interessiert nicht einen Moment, die Songs sind so abwechslungsreich und spannungsvoll arrangiert, ein vielleicht nicht so praller Gesang würde dieses starke Gesamtbild sicher sogar zerstören. Das Fehlen des Gesangs nutzen die Berliner auch bei der Produktion aus. Man braucht keine Rücksicht auf Transparenz zu nehmen und so dröhnt 3 absolut fett und heavy aus den Boxen. Der Wunsch, neben einem dieser UuumbUmmb-Bassröhren-Hiphopper an der Kreuzung zu stehen und ihn mit dieser Scheibe hier wegzudröhnen macht sich schnell breit. Denn zum Autofahren ist sie absolut klasse, aber auch bei `ner feucht-rauchigen Hippieparty oder einfach so zum Zuhören. Sehr cool allein der Bass im Schlußtrack Transporter, der ähnlich einlullt wie der Basslauf im Solo von ZZTOPs Cheap sunglasses, klasse.

Durch die absolut stimmigen Songaufbauten mit reichlich Druck, lockerem Stoner-Rock und reichlich unerwarteten Parts wird 3 so schnell nicht langweilig. Und das wissen die drei Berliner wohl sehr genau. Oh ja, diese Jungs sind echt cool!

Egoprobleme haben sie auch nicht, wer hier rockt geht uns nichts an. Allerdings ist zumindest eine Nase der Doomer SHEPHERD zu erkennen.

Veröffentlichungstermin: 03.12.2007

Spielzeit: 41:23 Min.

Produziert von Stefan Koglek & Willi Dammeier
Label: Electrohasch / Swamp Room

Homepage: http://www.rotorotor.de

Email: rotor@rotorotor.de

Tracklist:
1. Auf´s Maul
2. V-ger
3. Rotor
4. Hart am Wind
5. Umkehrschub
6. Drehsturm
7. Klar Schiff
8. Nordend
9. Kaltstart
10. Transporter

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.