Predatory Void - Atoned In Metamorphosis Cover

PREDATORY VOID: Atoned in Metamorphosis [EP]

Evolution in progress: PREDATORY VOID überraschen mit neuem Stil und begeistern mit höchst intensiven Songs. „Atoned In Metamorphosis“ ist eine beeindruckende EP.

Der Titel lässt es erahnen, Metamorphose ist kein leichter Prozess, verlangt harte Arbeit und Hingabe, und ein Loslassen von dem, was war. Der Titel „Atoned In Metamorphosis“ beinhaltet somit gleich zwei Schlüsselwörter, die sich in dieser kurzen EP aufs deutlichste auch musikalisch manifestieren. PREDATORY VOID entwickeln sich nach dem intensiven wie sperrigen Debüt „Seven Keys To The Discomfort Of Being“ deutlich weiter und gehen besser ins Ohr, während sie sich stilistisch von ihrem Ursprung wegbewegen. Und es wird unbequem. Die belgische Formation klingt viel unmittelbarer, direkter und näher beim Austreiben ihrer Dämonen. Statt zwischen Death Metal und Sludge mit maximaler Heaviness und Brutalität zu oszillieren, wählt die belgische Formation in diesen vier Songs einen anderen Weg. Mehr Dynamik und eine Korrektur in Richtung Post Black Metal und Post Metal ist der Weg für diese Formation. Das mag verwundern, gerade weil Gitarrist und Songwriter Lennart Bossu sich auf PREDATORY VOIDs Debütalbum von OATHBREAKER und AMENRA deutlich abgegrenzt hatte.

Cleveres Songwriting, verbunden mit absoluter Hingabe: PREDATORY VOID sind auf „Atoned In Metamorphosis“ in jeder Hinsicht konsequent.

Die neuen Songs funktionieren erheblich besser, und das liegt vor allem an der Frontfrau: Sängerin Lina überzeugt mit ihrer dunklen Stimme und muss nur selten in Extreme ausweichen, um für Aufsehen zu sorgen. Egal ob die Band mit „Make Me Whole“ durch die Kombination aus Gitarre und Gesang mit anschließend rhythmisch geschickt verdrehter Heaviness ins Gesicht schlägt, oder einen harten Kontrast zwischen dissonanten Riffs mit Blast Beats und melodiösem Gesang andererseits in „New Moon“ wählt, PREDATORY VOID sind definierte Songwriter geworden und spielen diesen Vorteil voll aus. Die Leidenschaft, die PREDATORY VOID in ihre Songs stecken, ist absolut spürbar. Das doomige und atmosphärische „Peeling Cycle“, in dem die Instrumentalisten erneut einen gelungenen Kontrast zum Gesang setzen und in weniger als drei Minuten eine beeindruckende Klimax setzt, ist mindestens ebenso gut wie „Contemplation In Time“, das mit seinen dissonanten Riffs und dem extremen Gesang an die Schmerzgrenze geht.

PREDATORY VOID weichen vor der Schmerzgrenze nicht zurück: „Atoned In Metamorphosis“ ist durchgehend höchst intensiv.

Verdammt nochmal, von Songs wie diesen dürfte es mehr geben. „Atoned In Metamorphosis“ ist eine durchgehend mitreißende, intensive EP, die hoffen lässt, dass bald ein volles Album auf diesem Niveau folgen wird. Eine Band, die auf so hohem spielerischen und kreativen Niveau unterwegs ist, nebst einer furcht- und ruchlosen Sängerin, die zu einer beängstigenden Performance in der Lage ist, kann nur gewinnen. Die blitzsaubere Produktion ist hierbei die Krönung. Dass PREDATORY VOID 2026 etwas weniger originell als auf „Seven Keys The Discomfort Of Being“ sind, tut der Qualität der Musik indes keinerlei Abbruch. Im Gegenteil: Sie katapultieren sich mit diesen vier Songs nach vorne in der Church Of Ra-Szene und lassen die kommenden OATHBREAKER-Shows auf dem ROADBURN-Festival schon fast verzichtbar wirken. Kurz: Eine schmerzhafte, kathartische Angelegenheit mit einer Durchschlagskraft, die so nicht zu erwarten war. Unbedingt anhören.

VÖ: 6. Februar 2026

Spielzeit: 13:27

Line-Up:
Lina R.
Lennart Bossu
Kris Auman
Thijs Decloedt
Vincent Verstrepen

Label: Pelagic Records

PREDATORY VOID „Atoned In Metamorphosis“ Tracklist:

1. Make Me Whole
2. New Moon (Official Audio bei Youtube) 
3. Peeling Cycle
4. Contemplation In Time (Official Video bei Youtube) 

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