PRAISE THE PLAGUE: The Obsidian Gate

PRAISE THE PLAGUE entführen uns mit “The Obsidian Gate” an einen Ort, an den kein Sonnenstrahl zu dringen vermag. Zwischen Black Metal, Doom und Sludge entfalten sich so bisweilen erdrückende Riffbollwerke und eine geradezu ausweglose Grundstimmung.

Braucht es die Dunkelheit, damit wir das Licht zu schätzen lernen? Zumindest den Umkehrschluss können wir getrost verneinen: „The Obsidian Gate“ kommt aus einer Ecke, in die kein Sonnenstrahl zu dringen vermag und trotzdem ist dieses pechschwarze Zweitwerk in seinen besten Momenten vereinnahmend. PRAISE THE PLAGUE lassen sich Zeit, wo es nötig ist und schaffen so Raum für eine bedrückende sowie durch und durch düstere Grundstimmung, die sich im schleppend-doomigen Intro von „The Descent“ über drei Minuten aus dem Dunkel schält. Ein Hauch von Melancholie streift uns, als eine unverzerrte Gitarre übernimmt, bevor plötzlich mit Blast Beats und frostigen Gitarren ein Inferno losbricht.

Der Opener legt die Schnittmenge des Quintetts somit ausgezeichnet dar: Zwischen Black Metal, Doom, Sludge und Post Metal erzeugen PRAISE THE PLAGUE eine unheilvolle Atmosphäre, der wir uns nicht entziehen könnten, wenn wir es denn wollten. „The Obsidian Gate“ ist dabei nicht ganz so albtraumhaft und grotesk wie AKHLYS‘ „Melinoë“, werfen uns mental aber in eine nicht minder ausweglose Situation.

“The Obsidian Gate” glänzt besonders dann, wenn sich seine erdrückenden Klanglandschaften entfalten können

Verstörende Geräusche und ein gesprochenes Intro ebnen in „Great Collapse“ den Weg für furiose Black Metal-Ausbrüche, deren Blastbeats in einer sägend-doomigen Bassline sterben, bevor uns PRAISE THE PLAGUE mit einer massiven Riffwand und bitterbösen Growls überrollen. Das alles passiert in den ersten zwei Minuten des ausladenden Tracks, der schließlich in diesem Spannungsfeld und dank zahlreicher Tempowechsel eine geradezu beängstigende Atmosphäre heraufbeschwört.

Hierin liegt auch die große Stärke der Band, die sich zwischendurch mit „Blackening Swarm II“ auch auf einen vergleichsweise konventionellen Black Metal-Ausflug einlässt. Das ist weit von einem Schwachpunkt entfernt, glänzen kann „The Obsidian Gate“ jedoch meist dann in besonderem Maße, wenn es seine erdrückenden Klanglandschaften entfalten lässt. Der Titeltrack ist in der Folge ein viereinhalbminütiges Instrumentalstück, das den unheilschwangeren Rahmen für das letzte Drittel des Albums absteckt, wo PRAISE THE PLAGUE den Fokus mehr auf mächtige Soundwände und drückende Riffbollwerke verschieben.

Zum Ende hin verschieben PRAISE THE PLAGUE den Fokus in Richtung mächtiger Soundwände und drückender Riffbollwerke

Dieser Doom- bzw. sludgige Post Metal-Einschlag ist zum Ende der Platte gerade deshalb so effektiv, weil er selbst das letzte Quäntchen Hoffnung auf eine positive Wendung im Keim erstickt. „The Ascent“ ist somit der letzte Sargnagel, dessen beunruhigende (Dis-)Harmonien die Ausweglosigkeit unserer Situation unterstreichen. Das sollte eigentlich nicht überraschen an diesem Ort, an den kein Sonnenstrahl zu dringen vermag und der uns in seiner Eindringlichkeit schließlich zu verstehen gibt, dass selbst ein kleiner Lichtblick manchmal den Unterschied machen kann. Nur eben nicht hier.

Veröffentlichungstermin: 30.07.2021

Spielzeit: 44:00

Line-Up

Robert Carmosin – Vocals
Marcel Martin – Guitars
Chris – Guitars
Benjamin Linz – Bass
Sascha Bühl – Drums

Produziert von Hidden Planet Studios und Nikita Kamprad (Mastering)

Label: Lifeforce Records

Homepage: https://praisetheplague.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/praisetheplague/

PRAISE THE PLAGUE “The Obsidian Gate” Tracklist

  1. The Descent
  2. Blackening Swarm II (Audio bei YouTube)
  3. Great Collapse
  4. The Obsidian Gate
  5. Beyond (Video bei YouTube)
  6. The Ascent