OPETH: Blackwater Park

OPETH: Blackwater Park

Es gibt Bands, die sind einfach anders. Manche Bands haben ein verrücktes Instrumentarium, das ihnen diese Andersartigkeit gibt, manche haben ein komplett übertriebenes Image.

Und dann gibt es die Bands, die es mit „handelsüblichem“ Instrumentarium schaffen, so anders zu sein, dass man sie nach den ersten zwei Takten eines Songs sofort erkennt. Bands, die mehr Wert auf die künstlerische Umsetzung ihrer Ideen denn auf ihr aufs genaueste ausformulierte Image legen; Bands, denen das Gefühl des Hörers wichtiger ist als Verkaufszahlen. Genau so eine Band ist OPETH.

OPETH machen dunkle Musik. Sie machen starke Musik. Nur leider ist die Musik sehr journalistenunfreundlich, da man sie in keine Schublade stecken kann. Näherungsweise würde ich mal von „typisch skandinavischer“ Musik sprechen, vielleicht sogar von Death Metal. Nur reicht das keinesfalls, um die OPETH’sche Klangwelt zu erklären. Hier treffen harte Gitarrenwände auf verstimmte Pianos, akustische Gitarren flirten mit hammerharten und unglaublich präzise gespielten (Prog-reifen!) Breaks.

Chefsongschreiber Mikael Åkerfeldt benutzt dabei ganz interessante Harmonien und Songstrukturen – mitunter ein Grund, warum man OPETH sofort wiedererkennt. Solche Melodielinien und Akkordfolgen benutzt einfach niemand anderes im Metal-Bereich. „Unverbraucht“ ist da wohl das richtige Wort. Trotz allem bleiben OPETH meist sehr melodisch, was ich persönlich sehr schätze. Vor allem sind das Melodien, die nach dem ersten Durchgang noch nicht hängen bleiben, in die man sich dafür mehr und mehr eingraben könnte.

Im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger „Still Life“ gehen die Herren wieder etwas härter zur Sache. Während „My Arms, your hearse“ ziemlich aggressiv, „Still life“ wiederum ziemlich ruhig war, würde ich sagen, dass „Blackwater Park“ einen idealen Mittelweg darstellt. Sozusagen als Zusatz glaube ich noch ein Quäntchen Resignation in „Blackwater Park“ zu hören.

Alles in allem ein Hammeralbum. Die Songs sind noch besser ausgearbeitet als bei den Vorgängeralben, die Mischung zwischen härte und Melodie ist sehr gut gelungen.

„Blackwater Park“ ist eine Platte geworden, in der man sich verlieren kann. Leute, tut mir den Gefallen, gebt OPETH eine Chance, auch wenn Ihr die Band noch nie gehört habt. Es wird Euer Leben verändern.

Alle verfügbaren Daumen und grossen Zehen nach oben.

Veröffentlichungstermin: 26.02.2001

Spielzeit: 67:12 Min.

Line-Up:
Mikael Åkerfeldt – All vocals, Guitars

Peter Lindgren – Guitars

Martin Lopez – Drums

Martin Mendez – Bass guitars

Produziert von Steve Wilson (Porcupine Tree)
Label: Music for Nations

Hompage: http://www.opeth.com

Tracklist:
1. The leper Affinity

2. Bleak

3. Harvest

4. The Drapery falls

5. Dirge for November

6. The funeral Portrait

7. Patterns in the Ivy

8. Blackwater Park