OBTAINED ENSLAVEMENT: Soulblight

OBTAINED ENSLAVEMENT: Soulblight

Über die Quantität an Black-Metal-Veröffentlichungen wird sich heute wohl keiner mehr beklagen wollen, über die Qualität schon eher.

Um so schöner, daß es doch immer wieder intensive, unter die Haut gehende Veröffentlichungen wie ‘Soulblight’ der Bergener Band OBTAINED ENSLAVEMENT gibt.

Ein wirklich düsteres Werk haben die Norweger geschaffen, welches es versteht, eine tiefgreifende Atmosphäre zu erzeugen in die man sich so richtig fallen lassen kann.

Gleich beim ersten ‘richtigen’ Song ‘The Dark Night of Souls’ wird klar, daß auf diesem Album mehr geboten wird, als nur das übliche 08/15 Geknüppel. ‘Soulblight’ besticht durch die vielen Details die in den Songs stecken und die man beim ersten Mal anhören noch gar nicht erfassen kann.

Gleich auffallend ist die wunderschöne Keyboard/Piano – Untermalung der ersten Songs, wobei Tastenfrau Morrigan fast losgelöst von den anderen Instrumenten ihre klassischen Moll-Piano-Melodien in die Songs integriert und die Musik noch vielschichtiger macht.

Vergleiche zu anderen Bands fallen fast völlig aus, wenn da nicht diese Gitarrenmelodien wären, die doch immer wieder die Assoziation mit ‘Minas Morgul’ von SUMMONING (ich weiß, diese Band ziehe ich in letzter Zeit zu oft als Vergleich her…) hervorrufen.

Doch nicht nur die Melodien sind es, die ‘Soulblight’ zu etwas besonderem machen. Es ist das Gesamtbild, das die Band abliefert, das durch das unaufdringliche, intensive Krächzen genauso abgerundet wird, wie durch die einfallsreiche Rythmussektion, die vor allem die hinteren Songs des Albums aus einer gewissen ‘Eintönigkeit’ herausholen.

Die durchdringende Atmosphäre wird durch das Coverartwork des Albums perfekt ergänzt, und wäre da nicht diese gewisse kompositorische Schwäche, könnte man das Album wirklich ohne Einschränkung empfehlen. In diesem Bezug wird jedoch deutlich, daß OBTAINED ENSLAVEMENT noch etwas mehr Erfahrung benötigen, um den Songs mehr Wiedererkennungswert zu geben und diesen mehr Eigenleben einzuhauchen.

Egal, den positiven Gesamteindruck kann dieser Umstand bei mir nicht wesentlich trüben…

Fierce

Spielzeit: 35:39 min.

Pest – Vocals
Heks – Guitars
Doden – Guitars
Torquemada – Drums & Percussion
Morrigan – Keyboards
T. Reaper – Bass

Produziert von Pytten & OBTAINED ENSLAVEMENT
Erschienen bei Napalm Records

Tracklist:
1. A Black Odyssey
2. The Dark Night of Souls
3. Soulblight
4. Nightbreed
5. Voice from a Starless Domain
6. The Godess’ Lake
7. Charge

Fierce
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